
Aufstand in Wolfsburg: VW-Chef Blume kassiert schallende Ohrfeige im Aufsichtsrat
Es sollte der groĂe Wurf werden, das MeisterstĂŒck eines Konzernlenkers, der Volkswagen aus der Misere fĂŒhren wollte. Doch stattdessen erlebte Oliver Blume am Donnerstag eine DemĂŒtigung, wie sie sich kaum ein Vorstandschef schlimmer ausmalen könnte. Der Sparbeschluss des VW-Chefs â im Konzern-Jargon vornehm "Group Target Picture" getauft â fiel im Aufsichtsrat glatt durch. Sieben zu zwölf Stimmen. Ein Ergebnis, das an Deutlichkeit nichts zu wĂŒnschen ĂŒbrig lĂ€sst.
Niedersachsen und Arbeitnehmer bilden die Front
Wie die "SĂŒddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Konzernkreise berichtete, hĂ€tten das Land Niedersachsen sowie die Arbeitnehmervertreter geschlossen gegen Blumes PlĂ€ne votiert. Damit stand der Vorstandschef auf verlorenem Posten. Der Konzern selbst hĂŒllte sich zunĂ€chst in Schweigen â was BĂ€nde spricht.
"Die Situation war sehr angespannt", zitierte das Blatt aus internen Kreisen. Man sei sich zwar einig gewesen, dass tiefgreifende VerĂ€nderungen unumgĂ€nglich seien. Doch der vorgelegte Plan sei an derart vielen Stellen unscharf gewesen, dass eine Zustimmung geradezu fahrlĂ€ssig gewesen wĂ€re. Es hĂ€tten schlicht zu viele Informationen gefehlt, um die Umsetzbarkeit ĂŒberhaupt beurteilen zu können.
"Oliver Blume hat jetzt ein Problem. Er ist als Tiger gestartet und noch im Sprung zum Bettvorleger geworden. Mal sehen, als was er landet. Vielleicht als Stofftier." â so ein Insider gegenĂŒber der SZ
Ein Symbol fĂŒr den Zustand der deutschen Industrie
Man muss kein Prophet sein, um in diesem Debakel mehr zu erkennen als bloĂes internes Gerangel. Volkswagen, einst der Stolz deutscher Ingenieurskunst, steckt tief im Sumpf einer verfehlten Industriepolitik. Wer hat den Konzern eigentlich in diese Lage manövriert? Die politisch verordnete Elektro-Wende, das ideologisch getriebene Verbrenner-Aus, die absurden Regulierungsorgien aus BrĂŒssel und Berlin â sie alle haben ihren Anteil daran, dass ein Weltkonzern heute an seinen eigenen SparplĂ€nen erstickt.
Es ist bezeichnend: WĂ€hrend in Wolfsburg um Milliarden gerungen wird, feiert man in politischen Kreisen weiter die grĂŒne Transformation. Doch die Rechnung zahlen am Ende die Arbeitnehmer, die Standorte und der Steuerzahler. Dass ausgerechnet das Land Niedersachsen â als MiteigentĂŒmer politisch bis zur Halskrause im Konzern verankert â nun gegen den eigenen Vorstand rebelliert, zeigt, wie zerrĂŒttet das VerhĂ€ltnis inzwischen ist.
HandlungsunfĂ€higkeit statt klarer FĂŒhrung
Niedersachsen habe immerhin einen alternativen Vorschlag unterbreitet, mit dem der Aufsichtsrat wenigstens HandlungsfĂ€higkeit hĂ€tte demonstrieren können, hieĂ es. Doch selbst dieser Kompromiss sei von den ĂŒbrigen AktionĂ€rsvertretern abgeschmettert worden. Ein Trauerspiel in mehreren Akten â aufgefĂŒhrt auf dem RĂŒcken der BeschĂ€ftigten, die um ihre Zukunft bangen mĂŒssen.
Was der Fall Volkswagen den Sparer lehrt
Der Blick auf VW ist zugleich ein Blick auf die FragilitĂ€t ganzer Vermögensstrukturen. Wer sein Erspartes auf Aktien einzelner Konzerne setzt, sitzt auf einem Pulverfass, das jederzeit hochgehen kann. Politisch aufgeladene Unternehmen, wankende VorstĂ€nde, zerstrittene AufsichtsrĂ€te â all das kann Kurse binnen Stunden pulverisieren. In Zeiten, in denen selbst Industrieikonen ins Straucheln geraten, gewinnt die zeitlose BestĂ€ndigkeit physischer Edelmetalle wie Gold und Silber an Bedeutung. Sie kennen keinen Aufsichtsrat, der sie im Stich lĂ€sst, und keine ideologisch verirrte Politik, die ihren Wert per Federstrich zerstört. Als solides Fundament eines breit gestreuten Vermögens bleiben sie ein Anker in stĂŒrmischen Zeiten.
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