
Arbeitsministerin Bas: Wenn SPD-Genossen ihre eigenen Leute demontieren
Was fĂŒr ein erbĂ€rmliches Schauspiel lieferte SPD-Chef Lars Klingbeil da bei Sandra Maischberger ab. WĂ€hrend seine Parteikollegin und Arbeitsministerin BĂ€rbel Bas von allen Seiten unter Beschuss gerĂ€t, versucht er sich mit fadenscheinigen Ausreden aus der AffĂ€re zu ziehen. Seine Rechtfertigungsversuche offenbaren dabei das ganze Dilemma der deutschen Sozialdemokratie: Man versteckt sich hinter Geschlechterdebatten, statt sich inhaltlich mit berechtigter Kritik auseinanderzusetzen.
Die peinliche Opferrolle der SPD
Klingbeils Behauptung, Bas werde nur deshalb ausgelacht, weil sie eine Frau sei, ist an LĂ€cherlichkeit kaum zu ĂŒberbieten. Der Finanzminister wolle uns allen Ernstes weismachen, dass die vernichtende Reaktion der Arbeitgeber auf Bas' realitĂ€tsferne Aussagen zum Rentenpaket nichts mit deren Inhalt zu tun habe? Wenn Unternehmer eine Ministerin auslachen, die ihnen erklĂ€rt, die Haltelinie des Rentenniveaus belaste die Beitragszahler nicht, dann liegt das nicht am Geschlecht, sondern an der Dreistigkeit dieser Aussage.
Besonders pikant: Bas hatte die Arbeitgeber als MĂ€nner beschrieben, die in "ihren bequemen Sesseln sitzen" - eine Aussage, die an Arroganz und Weltfremdheit ihresgleichen sucht. Wer so ĂŒber die LeistungstrĂ€ger unserer Gesellschaft spricht, darf sich ĂŒber entsprechende Reaktionen nicht wundern.
Klingbeils diplomatische Verrenkungen
Die Art, wie sich Klingbeil vor den Kameras windet, spricht BĂ€nde. "Ich gebe doch Frau Bas keine Tipps! Wir leben nicht in Zeiten, wo die MĂ€nner den Frauen sagen, was sie machen sollen", tönte er scheinheilig. Als ob es hier um Geschlechterfragen ginge und nicht um die UnfĂ€higkeit einer Ministerin, vernĂŒnftig mit den Sozialpartnern zu kommunizieren.
"Ich bin vorsichtig in der Kommunikation, die haut mal einen raus. Wir sind unterschiedliche Charaktere."
Diese Aussage Klingbeils ĂŒber seine Parteikollegin ist nichts anderes als eine kaum verhĂŒllte Distanzierung. Wenn der eigene Parteichef öffentlich einrĂ€umt, dass die Arbeitsministerin verbal daneben greift, dann zeigt das die ganze Zerrissenheit der SPD.
Das wahre Problem: Die Rentenpolitik der GroĂen Koalition
WÀhrend sich die SPD-Spitze in peinlichen Rechtfertigungsversuchen ergeht, bleibt das eigentliche Problem ungelöst: Das Rentenpaket der schwarz-roten Koalition ist eine Mogelpackung, die kommende Generationen teuer zu stehen kommen wird. Die versprochene Haltelinie beim Rentenniveau ist nichts anderes als ein Wahlgeschenk auf Kosten der jungen Beitragszahler.
Statt sich dieser unbequemen Wahrheit zu stellen, flĂŒchtet sich die SPD in Ablenkungsmanöver. Man schiebt die berechtigte Kritik der Arbeitgeber auf angeblichen Sexismus und versucht so, von der eigenen politischen Verantwortung abzulenken.
Ein Symptom des politischen Verfalls
Die Episode um BĂ€rbel Bas und Lars Klingbeils klĂ€gliche Verteidigungsversuche sind symptomatisch fĂŒr den Zustand der deutschen Politik. Statt sachlich ĂŒber die drĂ€ngenden Probleme unseres Rentensystems zu diskutieren, verliert man sich in NebenschauplĂ€tzen und ideologischen GrabenkĂ€mpfen.
Dass Klingbeil am Tag nach der Sendung die Arbeitgeber trifft - natĂŒrlich ohne Bas, wie er betont -, zeigt die ganze Heuchelei. Man weiĂ genau, dass die Ministerin verbrannte Erde hinterlassen hat, will es aber nicht offen zugeben. Stattdessen versteckt man sich hinter vorgeschobenen Terminen und Gender-Debatten.
Die deutsche Wirtschaft und die Beitragszahler haben besseres verdient als eine Arbeitsministerin, die sie verhöhnt, und einen Finanzminister, der diese Entgleisungen auch noch schönredet. Es wird höchste Zeit, dass in Berlin wieder Sachpolitik statt Ideologie regiert. Doch davon ist die aktuelle GroĂe Koalition meilenweit entfernt.
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