Kettner Edelmetalle
29.11.2025
08:33 Uhr

Amerikas Marineprogramm versinkt im Milliardengrab: Trump-Administration zieht die Reißleine

Die US-Marine hat ein spektakulĂ€res EingestĂ€ndnis des Scheiterns geliefert: Das milliardenschwere Fregattenprogramm der Constellation-Klasse wird nach Jahren der Verzögerungen und Kostenexplosionen faktisch beerdigt. MarinestaatssekretĂ€r John C. Phelan verkĂŒndete die Stornierung von vier bereits beauftragten Kriegsschiffen – ein Schlag ins Gesicht fĂŒr all jene, die jahrelang von der technologischen Überlegenheit der amerikanischen SeestreitkrĂ€fte schwĂ€rmten.

Das Ende einer teuren Illusion

Was als revolutionĂ€res Konzept fĂŒr „kleine Überwasserkampfschiffe der nĂ€chsten Generation" angepriesen wurde, entpuppte sich als klassisches Beispiel amerikanischer Verschwendungssucht. Die italienische Fincantieri Marine Group sollte ursprĂŒnglich 20 Schiffe fĂŒr jeweils 1,1 Milliarden Dollar bauen – ein Preis, der bereits astronomisch erschien, bevor die unvermeidlichen Kostensteigerungen einsetzten.

Phelans markige Worte auf X klingen wie eine spĂ€te Einsicht: „Ich werde keinen Cent ausgeben, wenn es nicht die Einsatzbereitschaft oder unsere FĂ€higkeit zum Sieg stĂ€rkt." Man fragt sich unwillkĂŒrlich, warum diese Erkenntnis erst jetzt kommt, nachdem bereits Milliarden in den Sand gesetzt wurden.

Chinas Marine lacht sich ins FĂ€ustchen

WĂ€hrend Amerika mit seinem Prestigeprojekt scheitert, baut China unaufhaltsam seine SeestreitkrĂ€fte aus. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die US-Flotte umfasst etwa 240 Schiffe und U-Boote, wĂ€hrend die Marine der Volksbefreiungsarmee bis Ende des Jahres voraussichtlich ĂŒber 400 Schiffe verfĂŒgen wird. Das Constellation-Programm sollte eigentlich diese wachsende Kluft schließen – stattdessen wurde es zum Symbol amerikanischer UnfĂ€higkeit.

„Eine strategische Neuausrichtung weg vom Fregattenprogramm der Constellation-Klasse" – so umschreibt Phelan das Desaster diplomatisch.

Ein Musterbeispiel militÀrischer Fehlplanung

Die Geschichte des Constellation-Programms liest sich wie ein Lehrbuch des Versagens. Ein bewĂ€hrtes italienisches Design sollte an amerikanische Anforderungen angepasst werden – eigentlich ein simples Konzept. Doch die Anpassungen erwiesen sich als weitaus umfangreicher als geplant, was zu einer Kostenspirale und endlosen Verzögerungen fĂŒhrte. Die USS Constellation, ursprĂŒnglich fĂŒr 2026 geplant, wird frĂŒhestens 2029 ausgeliefert – falls ĂŒberhaupt.

Zwei Schiffe befinden sich noch im Bau, ihr Schicksal bleibt ungewiss. Es wĂ€re nicht das erste Mal, dass halbfertige MilitĂ€rprojekte auf dem Schrottplatz landen – ein Luxus, den sich nur eine dekadente Supermacht leisten kann.

Die wahren Gewinner: Italiens RĂŒstungsindustrie

WĂ€hrend die amerikanischen Steuerzahler die Zeche zahlen, reibt sich Fincantieri die HĂ€nde. Das italienische Unternehmen erwartet bereits neue AuftrĂ€ge fĂŒr „amphibische Schiffe, Eisbrecher und andere Schiffe fĂŒr Spezialmissionen". Die 5,5 Milliarden Dollar schweren VertrĂ€ge mögen storniert sein, doch die Italiener haben lĂ€ngst gelernt, wie man aus amerikanischen MilitĂ€rtrĂ€umen Profit schlĂ€gt.

Ein Weckruf fĂŒr die westliche Verteidigungspolitik

Das Scheitern des Constellation-Programms sollte ein Weckruf sein – nicht nur fĂŒr Amerika, sondern fĂŒr den gesamten Westen. WĂ€hrend man sich in endlosen Planungsphasen, Kostensteigerungen und technischen Spielereien verliert, bauen autoritĂ€re Regime wie China zielstrebig ihre militĂ€rischen KapazitĂ€ten aus. Die Frage ist nicht, ob der Westen technologisch ĂŒberlegen ist, sondern ob er noch in der Lage ist, diese Überlegenheit in reale militĂ€rische StĂ€rke umzusetzen.

Die Trump-Administration hat mit ihrer Entscheidung zumindest den Mut bewiesen, ein gescheitertes Projekt zu beenden. Ob daraus die richtigen Lehren gezogen werden, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher: Mit Prestigeprojekten und Wunschdenken lÀsst sich keine Seemacht verteidigen. Es braucht funktionierende Schiffe, keine teuren Luftschlösser.

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