Kettner Edelmetalle
05.01.2026
23:42 Uhr

Amerikanische Medien verschwiegen Militäroperation gegen Venezuela – Pressefreiheit oder Staatsgehorsam?

Amerikanische Medien verschwiegen Militäroperation gegen Venezuela – Pressefreiheit oder Staatsgehorsam?

Ein bemerkenswerter Vorfall wirft fundamentale Fragen über die Rolle der Medien in westlichen Demokratien auf: Die beiden größten US-Zeitungen, die New York Times und die Washington Post, hatten offenbar vorab Kenntnis von einem geheimen Militäreinsatz der USA gegen Venezuela – und entschieden sich bewusst, diese Information zurückzuhalten.

Medien als willfährige Helfer der Regierung?

Wie das Nachrichtenportal Semafor unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtete, wussten beide Zeitungen von der geplanten Operation zur Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro. Trotz ihrer notorischen Feindseligkeit gegenüber Präsident Donald Trump in innenpolitischen Fragen kooperierten die Blätter bereitwillig mit seiner Administration.

Die Begründung für das Schweigen klingt zunächst nachvollziehbar: Das Weiße Haus hatte gewarnt, eine vorzeitige Berichterstattung würde amerikanische Soldaten gefährden. Doch diese Argumentation offenbart eine beunruhigende Doppelmoral. Während man amerikanische Leben schützen wollte, nahm man den Tod venezolanischer Zivilisten billigend in Kauf.

Die blutige Bilanz der Operation

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Bei den begleitenden Luftangriffen kamen mindestens 40 Menschen ums Leben, darunter Zivilisten und Militärangehörige. Besonders erschütternd ist der Fall eines dreistöckigen Wohnhauses im armen Küstenviertel Catia La Mar, westlich des Flughafens von Caracas. Dort starb die 80-jährige Rosa González, eine weitere Person wurde schwer verletzt.

„Die Koordination, die Heimlichkeit, die Präzision, der sehr lange Arm der amerikanischen Justiz – alles mitten in der Nacht zur Schau gestellt"

Mit diesen Worten lobte Pentagon-Chef Pete Hegseth die Operation. Mehr als 150 Flugzeuge wurden eingesetzt, um die venezolanische Luftabwehr auszuschalten und den Weg für Hubschrauber mit Spezialkräften freizumachen.

Kritische Stimmen werden laut

Die republikanische Abgeordnete Anna Paulina Luna forderte bereits Konsequenzen: Jeder, der Zugang zu den Operationsplänen hatte, müsse einem Lügendetektortest unterzogen werden. Die Lecks zur Presse seien gefährlich, so die Kongressabgeordnete.

Doch die eigentliche Frage bleibt unbeantwortet: Wie weit darf die Kooperation zwischen Medien und Regierung gehen? Wenn dieselben Zeitungen, die Trump bei jeder Gelegenheit kritisieren, bei militärischen Abenteuern plötzlich zu gehorsamen Erfüllungsgehilfen werden, was sagt das über den Zustand der westlichen Pressefreiheit aus?

Ein gefährlicher Präzedenzfall

Die Sprecher des Weißen Hauses, des Pentagons und der Washington Post lehnten jeden Kommentar zu den Gesprächen zwischen Journalisten und Regierungsvertretern ab. Die New York Times reagierte zunächst überhaupt nicht auf Anfragen. Dieses Schweigen ist bezeichnend für eine Medienlandschaft, die sich zunehmend als verlängerter Arm staatlicher Interessen versteht – zumindest dann, wenn es um Militäroperationen geht.

Die Ereignisse zeigen einmal mehr, dass die vielgepriesene Unabhängigkeit der amerikanischen Presse ihre Grenzen hat. Wenn es darauf ankommt, ordnen sich auch die schärfsten Kritiker der Staatsräson unter.

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