
150 Jobs weg: Maschinenbauer vom Bodensee gibt endgĂŒltig auf

Radolfzell am Bodensee, 12. August 2026: Der Automatisierungsspezialist Engmatec GmbH wickelt sich ab. Bis Ende Oktober soll der Betrieb vollstĂ€ndig eingestellt sein, alle rund 150 BeschĂ€ftigten verlieren ihren Arbeitsplatz. Die KĂŒndigungen wurden dem Unternehmen zufolge bereits in der Vorwoche ausgesprochen.
Ein Investor wurde trotz monatelanger Suche nicht gefunden. Damit endet nach ĂŒber drei Jahrzehnten die Geschichte eines Betriebs, der 1994 gegrĂŒndet wurde und aus der Bodenseeregion heraus international lieferte.
Vom HoffnungstrĂ€ger zur Abwicklung in fĂŒnf Monaten
Der Weg in die SchlieĂung begann im MĂ€rz 2026. Damals beantragte das auf PrĂŒftechnik, Montageanlagen und Automatisierung spezialisierte Unternehmen beim Amtsgericht Konstanz ein vorlĂ€ufiges Eigenverwaltungsverfahren â jenes Instrument, das eigentlich als Sanierungschance gedacht ist.
GeschĂ€ftsfĂŒhrer Peter Sauter blieb voll handlungsbefugt und gab sich zunĂ€chst zuversichtlich:
âFĂŒr unsere GeschĂ€ftspartner und Mitarbeitenden Ă€ndert sich im TagesgeschĂ€ft nichts. Der Betrieb lĂ€uft stabil weiter, und wir erfĂŒllen alle AuftrĂ€ge in der gewohnten QualitĂ€t und VerlĂ€sslichkeitâ
An seine Seite trat der Sanierungsanwalt Marc-Philippe Hornung als weiterer GeschĂ€ftsfĂŒhrer, als vorlĂ€ufiger Sachwalter wurde Rechtsanwalt Jochen Sedlitz eingesetzt. Drei Monate Insolvenzgeld der Agentur fĂŒr Arbeit verschafften Luft. Sie reichte nicht.
Warum kein KĂ€ufer anbiss
Nach Unternehmensangaben scheiterte trotz eines umfassenden Investorenprozesses jeder Anlauf. Als Ursache nennt die GeschĂ€ftsfĂŒhrung die konjunkturelle Lage: Seit 2025 hĂ€tten Kunden Projektvolumina gekĂŒrzt, Vorhaben verschoben oder ganz storniert. Hinzu sei ein deutlich verschĂ€rfter Preiswettbewerb durch internationale, insbesondere asiatische Anbieter gekommen.
Bitter ist der Zeitpunkt. Die Branche meldete zuletzt Auftragsplus â im MĂ€rz 2026 laut Verbandszahlen sogar ein reales Orderplus von 27 Prozent, allerdings getrieben von GroĂanlagen und Sondereffekten. Der Januar lag noch sechs Prozent, der Februar zwölf Prozent unter Vorjahr. Wer als MittelstĂ€ndler mit dĂŒnner Kapitaldecke in solchen WellentĂ€lern hĂ€ngt, hat wenig Puffer.
Ein Einzelfall? Die Statistik sagt: nein
Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeichnen ein deutliches Bild: 2025 meldeten in Deutschland 24.064 Unternehmen Insolvenz an, gut 2.250 mehr als im Vorjahr. Im ersten Quartal 2026 stieg die Zahl der Firmenpleiten um weitere 6,5 Prozent, im MĂ€rz allein um 15,8 Prozent.
Aus Sicht unserer Redaktion ist das kein Naturereignis. Hohe Energiekosten, ausufernde BĂŒrokratie, Lieferkettenpflichten und eine Steuer- und Abgabenlast auf Rekordniveau treffen genau jene Betriebe am hĂ€rtesten, die weder KonzernstĂ€be noch Subventionslobby haben. Der industrielle Mittelstand ist das RĂŒckgrat dieses Landes â und er Ă€chzt.
Was jetzt fĂŒr die Belegschaft gilt
Mit dem Betriebsrat wurden vor den KĂŒndigungen ein Interessenausgleich und ein Insolvenzsozialplan vereinbart. Zu Abfindungshöhen Ă€uĂerte sich das Unternehmen auf Nachfrage nicht. Man wolle den Mitarbeitenden jedoch AnschlussbeschĂ€ftigung vermitteln und sei offen fĂŒr Anfragen interessierter Arbeitgeber.
Offene KundenauftrĂ€ge sollen noch abgearbeitet werden â nach Angaben der GeschĂ€ftsfĂŒhrung mit einem âweiter sehr motivierten Engmatec-Teamâ. FachkrĂ€fte mit Maschinenbau-Expertise dĂŒrften am Bodensee gefragt bleiben. Ein Trost bleibt es nur bedingt: Wenn Standorte verschwinden, verschwindet auch Wertschöpfung, die selten zurĂŒckkehrt.
FĂŒr viele BĂŒrger stellt sich in solchen Momenten die Frage nach der eigenen Absicherung. Wer Ersparnisse breit streuen möchte, zieht neben klassischen Anlagen hĂ€ufig physische Edelmetalle als krisenresistente Beimischung in Betracht.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschlieĂlich der Information und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Er gibt die EinschĂ€tzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jede Anlageentscheidung erfordert eigene PrĂŒfung und liegt in der Verantwortung des Anlegers.
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