Kettner Edelmetalle

Silber-Allzeithoch: Papiermarkt kollabiert, physische Nachfrage explodiert

05.12.2025VideoKettner Edelmetalle

Der 28. November 2025 wird in die Geschichte der Edelmetallmärkte eingehen. An diesem Tag geschah etwas, das selbst erfahrene Marktbeobachter in Erstaunen versetzte: Der Silberpreis schoss um satte 5 Prozent nach oben, durchbrach die Marke von 56,50 Dollar und markierte ein neues Allzeithoch. Doch das war erst der Anfang. In den Tagen danach kratzte das weiße Edelmetall sogar an der 59-Dollar-Marke – und die Zeichen stehen auf Sturm. Was an diesem Tag wirklich passierte, warum der Papiersilbermarkt vor dem Kollaps steht und weshalb physisches Silber jetzt wichtiger ist denn je, verdient eine gründliche Analyse.

Der D-Day des Silbermarktes: Was am 28. November wirklich geschah

Es war kein gewöhnlicher Handelstag. Der 28. November 2025 war der sogenannte COMEX Notice Day – jener Stichtag, an dem alle Halter von Silber-Futures ihre Positionen offenlegen müssen. Wer einen Future hält, geht ein Verpflichtungsgeschäft ein: Physische Lieferung muss erfolgen, wenn die Gegenpartei dies verlangt. Das Material muss tatsächlich vorhanden sein.

Und genau hier wurde es brisant. Schon am Morgen des 28. November erreichten Marktbeobachter erste Alarmmeldungen: Der weltweite Future-Handel wurde ausgesetzt. Server der CME – der Chicago Mercantile Exchange, an der die COMEX angesiedelt ist – gingen offline. Der Handel wurde stundenlang unterbrochen.

„Viele Experten vermuten, dieser Serverausfall war kein Zufall, sondern pures Kalkül – er sollte ein größeres Drama am Markt verhindern."

Ob geplant oder nicht: Die Preisexplosion ließ sich nicht mehr aufhalten. Trotz der technischen Störungen schoss der Silberpreis in die Höhe. Der Markt hatte gesprochen – und seine Botschaft war unmissverständlich: Die Nachfrage nach physischem Silber übersteigt das Angebot bei Weitem.

Das Papiersilber-System: Ein Kartenhaus vor dem Einsturz

Um zu verstehen, warum dieser Tag so bedeutsam war, muss man das System hinter dem Silberpreis begreifen. Der Preis, den Sie auf Ihrem Bildschirm sehen, wird nicht primär durch physisches Angebot und Nachfrage bestimmt. Er wird an Terminbörsen wie der COMEX gehandelt – in Form von Papiersilber. Futures, Optionen, Derivate. Versprechen auf Silber, das in vielen Fällen gar nicht existiert.

Die Zahlen sind erschütternd:

  • Jede Unze physisches Silber ist mittlerweile 350- bis 400-mal in Papierform im Umlauf
  • Manche Analysten sprechen sogar von einem Faktor 500
  • Früher wurden bei Verfallsterminen nur 1 bis 3 Prozent physisch ausgeliefert
  • Bei den letzten beiden Terminen lag die physische Auslieferungsquote bei 100 Prozent

Lesen Sie das noch einmal: Hundert Prozent physische Auslieferung. Das ist ein tektonischer Wandel. Es bedeutet, dass die Marktteilnehmer kein Vertrauen mehr in Papierversprechen haben. Sie wollen das echte Metall. Sie wollen es in der Hand halten, in ihrem Tresor wissen, unter ihrer Kontrolle haben. Wer sich für den Hintergrund dieser Entwicklung interessiert, findet in unserem Beitrag Silbermarkt im Umbruch: Physische Nachfrage zwingt Großbanken in die Knie weitere aufschlussreiche Details.

Die Entkopplung: Zwei Preise für ein Metall

Was wir derzeit erleben, ist ein Phänomen, das es in dieser Form noch nie gegeben hat: eine vollständige Entkopplung des physischen Silberpreises vom Papiermarktpreis. Der Spotpreis an der COMEX erzählt nur noch die halbe Wahrheit.

„Viele Minen in Südamerika werden bereits privat angefragt – von Solarproduzenten, von Rüstungsproduzenten, die sagen: ‚Hey Leute, Hauptsache ihr liefert, wir zahlen euch 30 bis 50 Prozent Prämie oben drauf.' Das ist eines der ganz großen Signale, dass wir einen exorbitanten Stress im Edelmetallmarkt haben."

Wenn Industrieunternehmen bereit sind, 30 bis 50 Prozent über dem offiziellen Marktpreis zu zahlen, nur um überhaupt noch an Material zu kommen, dann ist der offizielle Preis nichts weiter als eine Illusion. Eine detaillierte Analyse dieser Manipulation finden Sie auch in unserem Mediathek-Beitrag Silberpreis-Manipulation: Papiersilber vs. physisches Metall.

Das siebte Jahr des Defizits: Warum die Knappheit strukturell ist

Die aktuelle Situation ist kein kurzfristiger Engpass. Es ist ein strukturelles Problem, das sich seit Jahren aufbaut und nun seinen Höhepunkt erreicht. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:

  1. Produktion: Die weltweite Silberproduktion inklusive Recycling erreichte 2025 rund 840 Millionen Unzen
  2. Nachfrage: Dem steht eine Nachfrage von 1,3 Milliarden Unzen gegenüber
  3. Defizit: Es klafft eine Lücke von 200 bis 500 Millionen Unzen
  4. Dauer: Wir befinden uns bereits im siebten Jahr des ununterbrochenen Silberdefizits

Und der vielleicht schockierendste Fakt: 100 Prozent der primären und sekundären Silberproduktion weltweit fließen mittlerweile in die Industrie. Für Anleger, für Silbermünzen, für Silberbarren – dafür bleibt schlicht nichts mehr übrig. Was im Handel verfügbar ist, stammt aus bestehenden Lagerbeständen. Und die schrumpfen.

Die Nachfragetreiber: Solar, Atomkraft und Rüstung

Der Solarboom verschlingt Silber

Die Energiewende hat einen unstillbaren Hunger nach Silber entwickelt. Für 1 Gigawatt Solarkapazität werden zwischen 500.000 und 700.000 Unzen Silber benötigt. Allein im Jahr 2024 wurden weltweit fast 600 Gigawatt neu installiert – in Indien, China und zunehmend auch in Europa und den USA. Die Tendenz? Steil steigend. Wie dramatisch die Auswirkungen auf den Silbermarkt sind, beleuchtet unser Artikel Silberpreis-Explosion zwingt Solarindustrie zum radikalen Umdenken.

Die Renaissance der Kernkraft

Ein Faktor, den viele Analysten noch gar nicht auf dem Schirm haben: Kernkraftwerke. Die großen Reaktoren der neuen Generation – etwa die Westinghouse AP1000-Serie – verbrauchen pro gebautem Kraftwerk zwischen 3 und 5 Millionen Unzen Silber. Weltweit erlebt die Atomkraft eine Renaissance. Dutzende neue Reaktoren sind in Planung oder bereits im Bau. Der Silberbedarf dafür ist enorm.

Die Rüstungsindustrie: Silber, das nie zurückkommt

Mit 2,4 Billionen Dollar jährlichen Rüstungsausgaben weltweit ist auch der militärische Sektor ein gewaltiger Silberverbraucher. Eine einzige Tomahawk-Cruise-Missile verschlingt 500 Unzen Silber – das entspricht einer ganzen Masterbox Maple Leaf Silbermünzen. Das Besondere: Dieses Silber wird beim Einsatz vollständig zerstört. Es kann nicht recycelt werden. Es ist für immer verloren.

„Der militärische Silberbedarf könnte den der restlichen Industrie bei Weitem übersteigen. Jede eingesetzte Bombe, jede abgefeuerte Rakete vernichtet Silber unwiederbringlich."

Die Performance-Bilanz: Silber schlägt alles

Wer immer noch zweifelt, sollte sich die nackten Zahlen ansehen. Silber hat im Jahr 2025 nicht nur alle anderen Anlageklassen outperformt – es hat sogar Gold geschlagen. Und das will etwas heißen.

  • Gold in Euro: +42 % seit Jahresbeginn 2025
  • Gold in Dollar: +60 % seit Jahresbeginn 2025
  • Silber in Euro: +74,63 % seit Jahresbeginn 2025
  • Silber in Dollar: über +100 % seit Jahresbeginn 2025

Rechnen wir das konkret durch: Wer Anfang 2025 10.000 Euro in Silber investiert hat, sitzt heute auf fast 18.000 Euro. Und das Beste daran? Nach einem Jahr Haltefrist ist der Gewinn bei Edelmetallen in Deutschland steuerfrei realisierbar. Das gilt für Gold, Silber, Platin und Palladium gleichermaßen. Kein Abgeltungssteuerabzug, keine Kapitalertragssteuer. Ein Vorteil, den kaum eine andere Anlageform bieten kann.

Auch das Gold-Silber-Ratio erzählt eine bemerkenswerte Geschichte. Von über 100 im April 2025 ist es auf unter 75 gefallen. Historisch betrachtet liegt der Durchschnitt bei etwa 60 – manche Analysten sehen den fairen Wert sogar bei 15 bis 20. Das bedeutet: Silber hat gegenüber Gold noch erhebliches Aufholpotenzial.

Trumps Geldpolitik: Der perfekte Sturm für Edelmetalle

Als wäre die physische Knappheit nicht schon genug, kommt nun ein weiterer mächtiger Katalysator hinzu: die US-Geldpolitik unter Donald Trump. Mit Kevin Hassett als neuem Fed-Chef steht ein erklärter Befürworter niedriger Zinsen an der Spitze der mächtigsten Zentralbank der Welt.

Die Fakten:

  • Das Quantitative Tightening der Fed ist offiziell beendet
  • Die Geldmenge wird wieder ausgeweitet – die Gelddruckorgien beginnen von Neuem
  • Die Fed-Zinsen lagen zuletzt bei 4 % – weitere Senkungen werden erwartet
  • Sinkende Zinsen, schwächerer Dollar, steigende Inflation: das klassische Edelmetall-Szenario

Die Geschichte zeigt ein klares Muster: Jedes Mal, wenn die Fed die Zinsen gesenkt und Geld gedruckt hat, sind Gold und Silber explodiert. 2008 war es so. 2020 war es so. Und jetzt?

Diesmal ist es anders. Nicht weil das Muster nicht funktioniert – sondern weil es zusätzlich zur geldpolitischen Lockerung eine physische Knappheit gibt, die 2008 und 2020 nicht existierte. Diese Kombination ist historisch beispiellos. Wer die Entwicklung des Papiersilber-Systems genauer verfolgen möchte, dem sei unser Mediathek-Beitrag Silberpreis durchbricht 90 Dollar – COMEX-System kollabiert empfohlen.

Hersteller am Limit: Wenn Silber einfach nicht mehr verfügbar ist

Die Auswirkungen der Knappheit sind längst in der realen Welt angekommen. In den letzten Monaten meldeten große Hersteller weltweit massive Beschaffungsprobleme. Produktionslinien mussten heruntergefahren werden. Beliebte Anlageprodukte wie der Wiener Philharmoniker, der Känguru oder die Britannia waren zeitweise schlicht nicht lieferbar.

Vor Edelmetallhändlern weltweit bildeten sich Schlangen. Online-Shops verzeichneten Rekordzugriffe. Die Nachfrage überstieg das Angebot um ein Vielfaches. Und zum Teil sind beliebte Produkte bis heute nicht wieder erhältlich.

Wer sich jetzt noch mit physischem Silber eindecken möchte, sollte nicht zu lange warten. Ob klassische Anlagemünzen wie der American Eagle oder der Krügerrand in Silber, ob Silberbarren verschiedener Größen oder durchdachte Einstiegspakete wie das Silber Starter-Set oder das Silber Starterpaket S – die Verfügbarkeit kann sich jederzeit ändern.

Dreistellige Silberpreise: Utopie oder Realität?

Die 60-Dollar-Marke ist greifbar nah. Doch wohin geht die Reise danach? Bei einem strukturellen Defizit, das sich Jahr für Jahr verschärft, bei einer Industrienachfrage, die exponentiell wächst, und bei einer Geldpolitik, die Edelmetalle begünstigt, sind dreistellige Silberpreise auf Sicht von drei bis vier Jahren nach Einschätzung führender Rohstoffexperten absolut realistisch.

Bedenken Sie: 14 Jahre lang – seit dem letzten großen Hoch im Jahr 2011 – mussten Silberanleger Geduld beweisen. Viele hatten damals bereits dreistellige Kurse erwartet. Es kam anders. Doch die fundamentale Ausgangslage hat sich seither dramatisch verändert:

  1. Die industrielle Nachfrage ist um ein Vielfaches höher als 2011
  2. Die Solarindustrie existierte 2011 in dieser Form noch gar nicht
  3. Die Rüstungsausgaben haben sich verdoppelt
  4. Die Kernkraft-Renaissance war 2011 undenkbar
  5. Das Papiersilber-System steht erstmals vor dem Zusammenbruch
  6. Die Geldmengenausweitung hat historische Dimensionen erreicht

Auch die saisonalen Muster sprechen für Silber: Historisch betrachtet steigt der Silberpreis in den Monaten Januar und Februar am stärksten. Die besten Monate liegen also noch vor uns. Weitere Einordnungen zu dieser Dynamik bietet auch unser Beitrag Silberpreis explodiert: Papiersilber-Betrug aufgedeckt.

Was bedeutet das für Sie als Anleger?

Die Botschaft ist klar: Nur physisches Silber zählt. Papierversprechen, ETFs, Zertifikate – all das sind letztlich nur Ansprüche auf ein Metall, das in der benötigten Menge gar nicht existiert. Wenn 350 bis 400 Papierunzen auf eine physische Unze kommen, ist die Frage nicht ob, sondern wann dieses System zusammenbricht.

Wer sein Vermögen schützen will, wer von der größten Rohstoff-Hausse unserer Generation profitieren möchte, der braucht das echte Metall. In der Hand. Im Tresor. Unter eigener Kontrolle.

Für den Einstieg gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Das Schicksalsjahr 2026: Wer sein Vermögen behält – und wer alles verliert

Wir stehen an einem Wendepunkt. Die Zeichen sind eindeutig. Die physische Knappheit verschärft sich. Das Papiersilber-System erodiert. Die Geldpolitik flutet die Märkte mit frischem Geld. Die Industrienachfrage kennt nur eine Richtung: nach oben.

2026 wird das Jahr, in dem sich entscheidet, wer sein Vermögen bewahrt hat – und wer den Anschluss verpasst hat. Die Parallelen zu historischen Wendepunkten sind frappierend. Auch damals erkannten die meisten erst zu spät, was geschah. Auch damals ignorierten die Mainstream-Medien die Warnsignale. Und auch damals profitierten jene, die früh genug handelten.

„Die Zeiten des billigen Papiersilbers sind endgültig vorbei. 14 Jahre mussten wir warten, um diesen Moment zu erleben."

Die Frage ist nicht mehr, ob Silber weiter steigen wird. Die Frage ist, ob Sie dabei sein werden. Wie auch Staaten weltweit ihre Edelmetallreserven als letztes Bollwerk betrachten – ein Thema, das wir in unserem Artikel Libanons Goldschatz im Visier beleuchten –, so sollte auch jeder Privatanleger seine eigene Reserve aufbauen. Physisch. Greifbar. Unzerstörbar.