Kettner Edelmetalle

Silberpreis durchbricht 90 Dollar – COMEX-System kollabiert

14.01.2026VideoKettner Edelmetalle

Es ist ein historischer Moment, der in die Annalen der Finanzgeschichte eingehen wird: Am 14. Januar 2026 hat der Silberpreis erstmals die Marke von 90 US-Dollar pro Unze durchbrochen. Ein Meilenstein, den viele Analysten noch vor wenigen Jahren für unmöglich hielten. Doch während Anleger weltweit jubeln, spielen sich hinter den Kulissen der größten Rohstoffbörse der USA Szenen ab, die an einen Wirtschaftskrimi erinnern – mit verzweifelten Akteuren, mysteriösen Systemausfällen und immer aggressiveren Eingriffen in den freien Markt.

Was sich seit Ende November 2025 an der COMEX abspielt, ist nichts weniger als der sichtbare Zusammenbruch eines Systems, das jahrzehntelang auf dem Handel mit Papiersilber basierte – also auf Kontrakten, die niemals durch physisches Metall gedeckt waren. Vier Interventionsversuche in nur sechs Wochen. Und das Ergebnis? Silber steht höher als je zuvor.

Der mysteriöse Kühlungsausfall: Zufall oder Sabotage?

Rückblende: 28. November 2025. Es ist der sogenannte COMEX Notice Day – der Stichtag, an dem Käufer die physische Auslieferung ihres Silbers fordern können. Die Nachfrage nach realem, greifbarem Metall explodiert an diesem Tag auf ein historisches Niveau. Der Silberpreis schießt auf 56,72 US-Dollar. Der Markt steht kurz vor einem massiven Ausbruch.

Und dann geschieht etwas, das selbst hartgesottene Marktbeobachter sprachlos macht: Im Cyrus One Rechenzentrum in Aurora, Illinois – genau dort, wo die CME Group ihre Server betreibt – fällt plötzlich die Kühlung aus. Der Handel wird für zehn Stunden unterbrochen. Silber-Futures können nicht gehandelt werden. Die Preise sind eingefroren.

Genau als Silber ausbrechen wollte, als die Auslieferungsanforderungen explodierten, versagten zufälligerweise die technischen Grundstrukturen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Als der Handel wieder aufgenommen wird, ist die Dynamik gebrochen. Zumindest vorübergehend. Denn was die Verantwortlichen an der COMEX offenbar nicht einkalkuliert haben: Die fundamentale Nachfrage nach physischem Silber lässt sich nicht durch einen Serverausfall beseitigen.

Marginerhöhungen als Waffe: Der Doppelschlag zum Jahreswechsel

Silber erholt sich. Ende Dezember 2025 erreicht das Edelmetall ein neues Allzeithoch bei 84 US-Dollar. Die COMEX reagiert – und zwar mit einer Brutalität, die selbst erfahrene Trader erschüttert.

29. Dezember: Die erste Erhöhung

Kurz vor Neujahr, während die meisten Menschen den Jahresausklang feiern, erhöht die COMEX die Margin-Anforderungen von 20.000 auf 25.000 US-Dollar pro Kontrakt. Eine Steigerung von 25 Prozent – über Nacht. Die Folgen sind verheerend:

  • Kleinere Fonds und private Anleger können das zusätzliche Kapital nicht aufbringen
  • Zwangsliquidierungen in Höhe von 675 Millionen US-Dollar werden ausgelöst
  • Der Silberpreis fällt intraday um fast 16 Prozent
  • Die Börsen haben um den Jahreswechsel nicht jeden Tag geöffnet – ein zeitliches Problem für Trader, die Kapital nachschießen wollen

31. Dezember: Der Nachschlag

Doch Silber erholt sich zu schnell. Also kommt nur zwei Tage später die nächste Keule: Die Margins werden erneut um 30 Prozent angehoben – von 25.000 auf 32.500 US-Dollar pro Kontrakt. Noch mehr Zwangsliquidierungen, noch mehr Verkaufsdruck, noch mehr Panik. Der Preis stürzt von 84 auf 70 US-Dollar.

Beide Marginerhöhungen fielen zufälligerweise auf Tage, an denen die Fed Milliarden in den Repo-Markt pumpen musste, um die Banken zu stützen. Zufall? Oder koordinierte Aktion?

Der Repo-Markt – jener Mechanismus, über den die Federal Reserve Geld an Banken verleiht, wenn diese sich untereinander nicht mehr vertrauen – stand am 31. Dezember unter enormem Druck. Die Fed pumpte Liquidität, die COMEX erhöhte die Margins. Beides am selben Tag, an Silvester, wo niemand hinschaut. Die Parallelen zu den Ereignissen der Finanzkrise 2008 sind frappierend.

Der vierte Anlauf: Neue Spielregeln für ein altes Spiel

Trotz aller Interventionen erreicht Silber am 13. Januar 2026 ein neues Allzeithoch bei 86,94 US-Dollar. Die COMEX hat offensichtlich verstanden, dass punktuelle Marginerhöhungen nicht ausreichen. Also ändert sie die Spielregeln grundlegend.

Nach US-Börsenschluss am 13. Januar kündigt die CME Group eine fundamentale Umstellung des gesamten Margin-Systems an. Statt fester Dollarbeträge werden die Margins nun prozentual berechnet:

  1. Silber: 9% Maintenance Margin, 9,9% Initial Margin
  2. Gold: 5% Maintenance Margin, 5,5% Initial Margin
  3. Platin: 9% Maintenance Margin, 9,9% Initial Margin
  4. Palladium: 11% Maintenance Margin, 12,1% Initial Margin

Was bedeutet das konkret? Ein Silberkontrakt umfasst 5.000 Unzen. Bei einem Preis von 85 US-Dollar beträgt der Kontraktwert 425.000 US-Dollar. Die Maintenance Margin von 9 Prozent bedeutet: 38.250 US-Dollar müssen hinterlegt werden. Steigt Silber auf 100 US-Dollar, wächst der Kontraktwert auf 500.000 US-Dollar – und die Margin automatisch auf 45.000 US-Dollar.

Bei 120 US-Dollar wären es bereits 54.000 US-Dollar. Ein automatischer Bremsmechanismus: Je höher der Silberpreis steigt, desto schwieriger wird es, Long-Positionen zu halten. Wer das Kapital nicht hat, fliegt raus. Automatisch. Ohne dass die COMEX noch manuell eingreifen muss.

Das eigentliche Problem: Die COMEX hat nicht genug Silber

Doch warum diese Verzweiflung? Die Antwort liegt in den Lagerhäusern der COMEX – oder besser gesagt: in deren zunehmender Leere. Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache:

  • Oktober 2025: 520 Millionen Unzen in den COMEX-Lagern
  • Januar 2026: Nur noch 445 Millionen Unzen
  • Davon sofort auslieferbar (registered): Lediglich 127 Millionen Unzen
  • Die Differenz von 318 Millionen Unzen gehört nicht der COMEX

Hier offenbart sich das Kernproblem des gesamten Papiersilber-Systems. Wie wir bereits in unserem Beitrag über den Umbruch am Silbermarkt ausführlich analysiert haben, zwingt die physische Nachfrage die Großbanken zunehmend in die Knie. Die Logik ist bestechend einfach:

  1. Höhere Preise ziehen mehr Investoren an
  2. Mehr Investoren fordern physische Auslieferung
  3. Die COMEX hat nicht genug physisches Silber
  4. Der Betrug mit dem Papiersilber droht aufzufliegen
  5. Also muss der Preis mit allen Mitteln gebremst werden

Es ist ein Teufelskreis, aus dem es für die COMEX kein Entkommen gibt. Jede Intervention kauft nur Zeit – aber löst das fundamentale Problem nicht.

Warum die Manipulation zum Scheitern verurteilt ist

Die Geschichte der letzten sechs Wochen zeigt ein klares Muster: Jede COMEX-Maßnahme erzeugt einen kurzfristigen Rücksetzer von 10 bis 20 Prozent. Doch danach steigt der Preis nicht nur auf das vorherige Niveau zurück – er übertrifft es deutlich.

  • 28. November: Kühlungsausfall → Rücksetzer → Neues Hoch bei 84$
  • 29. Dezember: Marginerhöhung +25% → Rücksetzer → Erholung
  • 31. Dezember: Marginerhöhung +30% → Crash auf 70$ → Neues Hoch bei 86,94$
  • 13. Januar: Neue prozentuale Margins → Silber durchbricht 90$

Vier Interventionen. Vier Fehlschläge. Die Marktkapitalisierung von Silber liegt erstmals über 5 Billionen US-Dollar. Allein in den ersten zwei Wochen des Jahres 2026 ist Silber um weitere 25 Prozent gestiegen. Das ist kein normaler Preisanstieg mehr – das ist ein parabolischer Move, der sich mit jeder gescheiterten Intervention verstärkt.

Was wir gerade erleben, ist der Kontrollverlust der COMEX. Vier Interventionen in sechs Wochen – und das Ergebnis: Silber steht bei über 91 US-Dollar. Die Manipulation funktioniert nicht mehr.

Die industrielle Nachfrage als Brandbeschleuniger

Zur spekulativen Nachfrage kommt ein weiterer Faktor, der den Silberpreis strukturell nach oben treibt: die industrielle Verwendung. Wie wir in unserer Analyse zur Silberpreis-Explosion und deren Auswirkungen auf die Solarindustrie dargelegt haben, steht die Photovoltaik-Branche vor einem radikalen Umdenken. Silber ist ein unverzichtbarer Bestandteil moderner Solarzellen, und die explodierende Nachfrage aus diesem Sektor verschärft die ohnehin angespannte Angebotssituation dramatisch.

Hinzu kommen weitere industrielle Anwendungen in der Elektronik, der Medizintechnik und der Elektromobilität. Silber ist nicht nur ein Edelmetall – es ist ein strategischer Rohstoff, dessen Bedeutung in einer zunehmend technologisierten Welt weiter wachsen wird.

Was Anleger jetzt wissen müssen

Die aktuelle Situation am Silbermarkt ist beispiellos. Noch nie in der Geschichte wurde ein Edelmetall derart offensichtlich und wiederholt manipuliert – und noch nie sind diese Manipulationsversuche so kläglich gescheitert. Für Anleger ergeben sich daraus mehrere wichtige Erkenntnisse:

Physisches Silber schlägt Papiersilber

Die Ereignisse der letzten Wochen unterstreichen eine Wahrheit, die erfahrene Edelmetall-Investoren seit Jahren predigen: Nur physisches Silber ist echtes Silber. Wer Silbermünzen oder Silberbarren besitzt, ist von Marginerhöhungen, Serverausfällen und Regeländerungen an der COMEX vollkommen unberührt. Sein Silber liegt sicher im Tresor oder zu Hause – und gewinnt an Wert, während die Papiersilber-Händler zwangsliquidiert werden.

Rücksetzer als Kaufgelegenheit

Das Muster der letzten Wochen zeigt deutlich: Jeder manipulierte Rücksetzer war eine Kaufgelegenheit. Wer bei 70 US-Dollar nachgekauft hat, sitzt heute auf einem Gewinn von über 30 Prozent – in weniger als drei Wochen. Natürlich kann niemand garantieren, dass sich dieses Muster exakt wiederholt. Doch die fundamentalen Treiber – schrumpfende Lagerbestände, steigende industrielle Nachfrage, wachsendes Misstrauen gegenüber dem Papiersilber-System – bleiben intakt.

Diversifikation innerhalb des Silbersegments

Für den Einstieg in physisches Silber bieten sich verschiedene Optionen an. Klassische Anlagemünzen wie der Maple Leaf, der Wiener Philharmoniker oder der Känguru genießen weltweit höchste Anerkennung und Liquidität. Auch die Britannia, der American Eagle und der Krügerrand gehören zu den gefragtesten Silbermünzen der Welt.

Wer einen strukturierten Einstieg bevorzugt, findet mit dem Silber Starter-Set oder dem Silber Starterpaket S durchdachte Zusammenstellungen. Für den Krisenfall empfiehlt sich zudem das Silber-Tauschmittelpaket, das speziell für den Einsatz als alternatives Zahlungsmittel konzipiert wurde.

Und wer Silber verschenken möchte – etwa als bleibenden Wert für die nächste Generation – findet mit dem 50g Silberherz oder dem 100g Silberherz eine ebenso ästhetische wie werthaltige Option.

Der Blick nach vorn: 100 Dollar und darüber hinaus

Renommierte Experten wie Professor Dr. Polleit, einer der anerkanntesten Edelmetallexperten weltweit, sehen den aktuellen Preisanstieg erst am Anfang. Die 100-Dollar-Marke gilt unter Fachleuten als realistisches Ziel für das erste Quartal 2026. Manche Prognosen reichen sogar bis 181 US-Dollar im Jahresverlauf.

Natürlich sind solche Prognosen mit Vorsicht zu genießen. Rücksetzer von 10 bis 20 Prozent sind jederzeit möglich – und wie die jüngste Vergangenheit zeigt, werden sie von der COMEX aktiv herbeigeführt. Doch das große Bild bleibt unverändert: Die physische Nachfrage übersteigt das Angebot. Die Lagerbestände schrumpfen. Das Papiersilber-System steht vor dem Kollaps.

Die Lehren aus der Geschichte des Geldes

Was wir am Silbermarkt beobachten, ist im Grunde nichts Neues. Es ist die uralte Geschichte des Konflikts zwischen echtem Geld und Papierversprechungen. Gold und Silber haben über Jahrtausende als Geld fungiert – lange bevor es Zentralbanken, Fiat-Währungen oder Futures-Börsen gab. Jedes Papiergeldsystem in der Geschichte ist irgendwann gescheitert. Jedes.

Die COMEX und ihr Papiersilber-System sind nur das jüngste Kapitel dieser Geschichte. Die verzweifelten Versuche, den Silberpreis zu kontrollieren, erinnern an die letzten Tage des Bretton-Woods-Systems, als die USA versuchten, den Goldpreis bei 35 US-Dollar zu halten – bis Nixon 1971 das Goldfenster schloss und der Preis explodierte.

Auch die Parallelen zu anderen Ländern sind aufschlussreich. Wie unser Bericht über Libanons Goldschatz zeigt, greifen Regierungen in Krisenzeiten immer wieder nach den Edelmetallreserven – ein Zeichen dafür, dass selbst Politiker den wahren Wert von Gold und Silber kennen, auch wenn sie es öffentlich selten zugeben.

Fazit: Das Ende des Papiersilber-Zeitalters

Die Ereignisse der letzten sechs Wochen markieren einen Wendepunkt in der Geschichte des Silbermarktes. Vier Interventionsversuche der COMEX – ein Serverausfall, zwei Marginerhöhungen und eine fundamentale Regeländerung – konnten den Preisanstieg nicht stoppen. Im Gegenteil: Jeder Versuch der Manipulation hat den Aufwärtstrend nur verstärkt.

Die Botschaft ist klar: Das Papiersilber-System hat seine Glaubwürdigkeit verloren. Immer mehr Investoren erkennen, dass die einzige sichere Position in physischem Silber besteht – in echten Münzen und Barren, die man anfassen, lagern und im Ernstfall als Tauschmittel verwenden kann.

Wer heute noch zuschaut, wie die Rakete steigt, sollte sich eine einfache Frage stellen: Wenn vier koordinierte Interventionen den Silberpreis nicht bremsen konnten – was soll ihn dann noch aufhalten?

Die Antwort lautet: Nichts. Denn am Ende gewinnt immer die Realität über das Papier. Das war schon immer so. Und das wird auch diesmal nicht anders sein.