
Zoll-Hammer gegen Kanada: 50 Prozent – und Ottawa schlägt zurück!

Es war ein Verhandlungspoker bis zur letzten Minute – und er endete im Scheitern. Seit Samstagfrüh, 0:01 Uhr US-Ostküstenzeit, erheben die USA einen Zusatzzoll von 50 Prozent auf ausgewählte Waren aus Kanada. Betroffen sind Medienberichten zufolge Güter im Wert von rund 20 Milliarden Dollar. Premierminister Mark Carney kündigte umgehend Gegenmaßnahmen an – "Dollar für Dollar".
Ein Gesetz von 1930 – zum ersten Mal scharf gestellt
Die rechtliche Grundlage lässt Handelsjuristen aufhorchen: Sektion 338 des Tariff Act von 1930. Diese Vorschrift erlaubt dem US-Präsidenten Zusatzzölle von bis zu 50 Prozent, wenn ein Land den amerikanischen Handel diskriminiert. Berichten zufolge wurde die Norm noch nie zuvor zur Verhängung von Zöllen genutzt.
Donald Trump unterzeichnete am 20. Juli 2026 drei getrennte Proklamationen – zu Autos, Alkohol und Milchprodukten. Ursprünglich sollten die Zölle am 19. August greifen; wenige Stunden vorher setzte Washington sie mit Verweis auf Verhandlungsfortschritte für drei Tage aus. Diese Frist ist nun verstrichen.
USMCA schützt nicht – der Sprengsatz für Lieferketten
Der brisanteste Punkt: Das nordamerikanische Freihandelsabkommen USMCA bietet keinen Schutz. Auch Waren mit gültigem Ursprungszeugnis zahlen den vollen Aufschlag, sobald sie in den betroffenen Anhängen auftauchen. Für Importeure zählt zudem nicht das Versanddatum, sondern der Tag der Zollanmeldung. Wer falsch kalkuliert hat, sitzt auf einer teuren Überraschung.
Washington: "Verpasste Chance" – Ottawa: Ihr seid schuld
Das Büro des US-Handelsbeauftragten erklärte auf X, Kanada habe sich geweigert, den zu Wochenbeginn ausgehandelten Deal zu finalisieren. Neue Forderungen und das Zurückrudern bei früheren Zusagen hätten die mühsam gefundene Balance gekippt.
"Dies ist eine verpasste Chance für Kanada, sich mit den Vereinigten Staaten zusammenzutun, der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaft der G7."
Das Angebot hätte laut USTR die Stahl- und Aluminiumzölle auf 25 Prozent gesenkt, Autozölle auf 15 Prozent gedrückt und die zehnprozentige Abgabe auf Bauholz gestrichen. Dazu Kooperation bei Exportkontrollen, digitalem Handel und kritischen Rohstoffen – plus formelle Neuverhandlungen des USMCA. Carney dagegen gibt Washington die Schuld und beruft sich darauf, Kanada habe frühere US-Zölle lediglich gespiegelt; Ottawas 25-Prozent-Zölle auf US-Stahl, -Aluminium und -Autos gelten seit September 2025.
Warum das auch Europa etwas angeht
Der frühere Chef der Bank of England und der Bank of Canada steht in konservativen US-Kreisen unter Beobachtung – Kritiker verweisen auf seine Zeit an der Spitze von Brookfield Asset Management und auf eine China-Reise, bei der er von "Fortschritt und Partnerschaft" mit Peking sprach. Belegt ist bislang nichts, was über diese politische Deutung hinausginge.
Für deutsche Unternehmen ist die Botschaft trotzdem unmissverständlich: Selbst ein jahrzehntelanger Bündnispartner mit privilegiertem Marktzugang ist vor dem Zollhammer nicht sicher. Wer in Berlin und Brüssel weiter auf Regulierungsdebatten und Klimabürokratie setzt, statt Industrie und Handelswege abzusichern, riskiert, in der nächsten Eskalationsstufe schlicht überrollt zu werden.
Handelskriege und harte Werte
Eines lehrt die Geschichte seit dem berüchtigten Smoot-Hawley-Zollgesetz von 1930 – jenem Gesetz, aus dem Sektion 338 stammt: Eskalierende Zollspiralen verunsichern Märkte, verteuern Güter und schwächen das Vertrauen in Papierwerte. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben in solchen Phasen historisch als Anker gedient und können ein breit gestreutes Vermögen sinnvoll ergänzen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser trifft seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich vorab selbst gründlich informieren.
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