Kettner Edelmetalle
15.07.2026
09:29 Uhr

Wohnkosten fressen Studenten auf: 54 Prozent des Einkommens für das Dach über dem Kopf

Es ist eine Zahl, die man sich auf der Zunge zergehen lassen sollte, während man über den viel beschworenen "sozialen Aufstieg durch Bildung" nachdenkt: Studierende mit eigener Haushaltsführung geben in Deutschland im Schnitt 54 Prozent ihres verfügbaren Haushaltseinkommens allein für die Miete aus. Mehr als die Hälfte. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis der Erhebung zu Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC) für das Jahr 2025 mit. Zum Vergleich: Die Gesamtbevölkerung kommt auf 24 Prozent. Wer studiert, zahlt also mehr als doppelt so viel – ein bitterer Willkommensgruß für die Generation, die dieses Land eines Tages am Laufen halten soll.

Wenn das Studentenzimmer zur Luxusimmobilie wird

Besonders hart trifft es die Alleinlebenden. Ganze 56 Prozent ihres Einkommens verschwinden Monat für Monat in den Taschen der Vermieter. Wer sich mit anderen Studierenden oder Auszubildenden eine Wohnung teilt, kommt immerhin noch auf 49 Prozent. Betrachtet man alle Studierenden – also inklusive derjenigen, die noch bei Mama und Papa wohnen – sinkt der Wert auf 32 Prozent. Doch selbst dieser scheinbar "harmlose" Durchschnitt liegt deutlich über der Belastung der Gesamtbevölkerung.

Die Hälfte der Studierenden mit eigener Haushaltsführung verfügte zuletzt über ein Nettoäquivalenzeinkommen von weniger als 963 Euro pro Monat. Von diesem Betrag fließt mehr als die Hälfte in die Miete.

Man stelle sich das plastisch vor: Nach Abzug der Wohnkosten bleiben vielen jungen Menschen kaum noch 450 Euro im Monat – für Essen, Kleidung, Lehrmaterial, Nahverkehr und das bisschen Leben, das man in jungen Jahren doch eigentlich genießen sollte. Willkommen im Bildungsland Deutschland.

Überbelastung ist zum Normalzustand geworden

Nach der Definition der europäischen Statistikbehörde Eurostat gilt ein Haushalt als durch Wohnkosten "überbelastet", wenn mehr als 40 Prozent des verfügbaren Einkommens für das Wohnen draufgehen. Und hier wird es dramatisch: Ganze 65 Prozent der Studierenden mit eigener Haushaltsführung fallen in diese Kategorie. Bei den Alleinlebenden sind es sogar 66 Prozent. In der Gesamtbevölkerung dagegen liegt dieser Anteil bei lediglich 11 Prozent.

Was jahrelange verfehlte Wohnungsbaupolitik anrichtet, lässt sich hier in nackten Prozentzahlen ablesen. Während in Berlin und anderswo über Mietendeckel, Enteignungsphantasien und ideologische Bauvorschriften debattiert wurde, ist eines konsequent auf der Strecke geblieben: der tatsächliche Bau von bezahlbarem Wohnraum. Wer jahrelang Energievorschriften verschärft, Bürokratie aufblasen lässt und den Wohnungsbau mit immer neuen Auflagen erstickt, der darf sich über explodierende Mieten nicht wundern.

Woher kommt eigentlich das Geld der Studenten?

Ein Blick auf die Einkommensquellen offenbart, wie prekär die Lage vieler junger Menschen ist. Studierende mit eigener Haushaltsführung bezogen im Schnitt 45 Prozent ihrer Einkünfte aus eigener Erwerbstätigkeit – sie kellnern, jobben und schuften also neben dem Studium, um sich überhaupt über Wasser zu halten. Weitere 29 Prozent stammen aus privater Unterstützung, sprich: aus dem Portemonnaie der Eltern. Lediglich 14 Prozent kommen aus BAföG-Leistungen oder Stipendien, und 12 Prozent aus sonstigen Quellen wie Kindergeld.

Bemerkenswert ist, dass die staatliche Unterstützung durch das BAföG so gering ausfällt. Das oft gepriesene Fördersystem entpuppt sich in der Realität als Tropfen auf den heißen Stein. Die eigentliche Last tragen die Familien und die Studierenden selbst – ausgerechnet in einer Lebensphase, in der sie eigentlich in ihre Zukunft und damit in die Zukunft dieses Landes investieren sollten.

Eine Generation, die ausgepresst wird

Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, was hier geschieht: Der Nachwuchs wird finanziell ausgequetscht, bevor er überhaupt richtig ins Berufsleben startet. Wer heute studiert, beginnt seine Karriere häufig nicht mit Ersparnissen, sondern mit einem Rucksack voller Sorgen. Und während die Politik gerne von "Chancengerechtigkeit" und "Bildungsaufstieg" spricht, sorgt die reale Kostenexplosion dafür, dass sich ein Studium abseits des Elternhauses für immer weniger junge Menschen überhaupt noch rechnet.

Es ist ein Armutszeugnis für ein Land, das sich so gern als reich und fortschrittlich inszeniert. Statt sich um die drängenden Probleme der eigenen Bevölkerung zu kümmern, verliert sich die politische Klasse in ideologischen Nebenschauplätzen. Die Rechnung dafür zahlen am Ende diejenigen, die am wenigsten dafür können – die junge Generation, die diesen Staat einmal tragen soll.

Was bedeutet das für den Vermögensaufbau?

Die Lehre aus dieser Entwicklung liegt auf der Hand: Wer angesichts von Inflation, explodierenden Lebenshaltungskosten und einer Geldpolitik, die den Wert des Ersparten still und leise auffrisst, sein Vermögen bewahren will, sollte auf beständige Werte setzen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Anker in stürmischen Zeiten bewährt. Sie kennen keine Mietpreisbremse, keine Bürokratie und keine ideologischen Experimente – sie sind schlicht ein bewährter Baustein zur Vermögenssicherung und eine sinnvolle Beimischung für ein gesundes, breit gestreutes Portfolio.

Hinweis: Der vorliegende Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist selbst dafür verantwortlich, sich ausreichend zu informieren und seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich zu treffen. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der dargestellten Informationen wird keine Haftung übernommen.

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