Kettner Edelmetalle
14.11.2025
22:22 Uhr

Wikipedia-GrĂŒnder rastet aus: Wenn linke Egos aufeinanderprallen

Ein Interview, das nach nur 50 Sekunden im Eklat endete – so etwas erlebt man selbst im heutigen Medienzirkus selten. Der selbsternannte Wikipedia-"GrĂŒnder" Jimmy Wales stĂŒrmte wutentbrannt aus einem GesprĂ€ch mit dem Journalisten Tilo Jung, nachdem dieser es gewagt hatte, eine simple Frage zu stellen. Was sich hier offenbarte, war nicht nur die DĂŒnnhĂ€utigkeit eines Tech-Moguls, sondern auch ein bezeichnender Einblick in die Arroganz der digitalen Elite.

Die Frage, die das Fass zum Überlaufen brachte

Wales hatte sich zu Beginn des GesprĂ€chs als "GrĂŒnder von Wikipedia" vorgestellt – eine Behauptung, die Jung mit journalistischer Sorgfalt hinterfragte: "Sind Sie GrĂŒnder oder MitgrĂŒnder?" Eine berechtigte Nachfrage, könnte man meinen. Doch fĂŒr Wales war dies offenbar ein Affront sondergleichen. "Das ist die dĂŒmmste Frage der Welt", polterte er und fĂŒgte hinzu: "Das ist mir egal."

Doch Jung, bekannt fĂŒr seine hartnĂ€ckige Art, ließ nicht locker. Als er die Frage in abgewandelter Form noch einmal stellte, explodierte Wales förmlich. "Ich habe deine Frage jetzt viermal beantwortet", schnauzte er, sprang auf und verließ fluchtartig das Set. Sein Abgang wurde begleitet von den Worten: "Das ist dumm. Stell nicht so dumme Fragen!"

Der wahre Grund fĂŒr Wales' Wutausbruch

Was Wales so sehr auf die Palme brachte, ist kein Geheimnis: Er besteht seit Jahren darauf, der alleinige GrĂŒnder von Wikipedia zu sein – eine Behauptung, die historisch betrachtet schlichtweg falsch ist. Larry Sanger, der tatsĂ€chliche MitgrĂŒnder, verließ das Projekt bereits frĂŒh und warnt seither eindringlich davor, dass Wikipedia zu einem Propaganda-Instrument verkommen sei.

Sanger selbst bezeichnete die Plattform als Werkzeug fĂŒr "linke Establishment-Propaganda" – eine EinschĂ€tzung, die angesichts der politischen Schlagseite vieler Wikipedia-Artikel kaum von der Hand zu weisen ist. Wer einmal versucht hat, Informationen ĂŒber konservative Politiker oder Parteien wie die AfD auf Wikipedia zu finden, wird schnell feststellen, dass NeutralitĂ€t dort ein Fremdwort ist.

Wikipedia: Das Scheinlexikon unserer Zeit

Die Probleme mit Wikipedia gehen weit ĂŒber Wales' Eitelkeiten hinaus. Was einst als freie EnzyklopĂ€die fĂŒr alle gedacht war, hat sich in weiten Teilen zu einer Meinungsmanipulationsmaschine entwickelt. WĂ€hrend naturwissenschaftliche und technische Artikel oft noch solide Informationen bieten, sind politische Themen fest in der Hand einer kleinen Gruppe von etwa 200 Aktivisten.

Diese selbsternannten WĂ€chter der Wahrheit sorgen dafĂŒr, dass konservative Politiker systematisch diffamiert werden. AfD-Abgeordnete werden pauschal als "rechtsextrem" gebrandmarkt, wĂ€hrend linke Politiker mit Samthandschuhen angefasst werden. Ein Blick auf die EintrĂ€ge zu Karl Lauterbach oder anderen Vertretern des linken Spektrums zeigt die eklatante Doppelmoral.

Die Bettel-Masche des MilliardÀrs

Besonders dreist ist Wales' alljĂ€hrliche Bettelkampagne, bei der er Wikipedia-Nutzer um Spenden anfleht. Mit dramatischen Bannern wird suggeriert, die Plattform stehe kurz vor dem Kollaps. Die RealitĂ€t? Wikipedia sitzt auf RĂŒcklagen fĂŒr mehrere Jahre. Doch das hindert Wales nicht daran, weiterhin die Spendenkeule zu schwingen – wĂ€hrend er gleichzeitig jede Kritik an der politischen Ausrichtung seiner Plattform abbĂŒgelt.

Elon Musk hatte völlig recht, als er Wikipedia als "ziemlich weit links" bezeichnete. Wales' Reaktion darauf? Leugnen, abstreiten, empört sein. Das gleiche Muster wie bei Jungs harmloser Frage nach dem GrĂŒndungsstatus.

Wenn zwei Linke sich streiten...

Was wir hier erlebt haben, war ein Zusammenprall zweier Egos aus dem linken Spektrum. Auf der einen Seite Tilo Jung, der sich gerne als kritischer Journalist inszeniert, aber bei der Bundespressekonferenz durch seinen peinlichen Maskentanz gegen Boris Reitschuster in Erinnerung blieb. Auf der anderen Seite Jimmy Wales, der Tech-Mogul, der seine Plattform zur politischen Waffe umfunktioniert hat.

Dass diese beiden Charaktere nicht miteinander klarkommen, ĂŒberrascht wenig. Beide sind es gewohnt, die Deutungshoheit zu beanspruchen. Beide dulden keinen Widerspruch. Und beide reagieren Ă€ußerst dĂŒnnhĂ€utig, wenn ihre AutoritĂ€t in Frage gestellt wird.

Zeit fĂŒr Alternativen

Der Vorfall zeigt einmal mehr: Es wird höchste Zeit fĂŒr echte Alternativen zu Wikipedia. Elon Musk arbeitet bereits an einem eigenen Wissensportal, das hoffentlich wieder Fakten statt Ideologie in den Vordergrund stellt. Bis dahin bleibt nur der Rat, Wikipedia-EintrĂ€ge zu politischen Themen mit Ă€ußerster Vorsicht zu genießen – oder besser gleich zu den guten alten Lexika wie Brockhaus oder Meyer zurĂŒckzukehren.

Wales' Wutausbruch war letztlich nichts anderes als die Demaskierung eines Mannes, der die Wahrheit nur dann schĂ€tzt, wenn sie seinem Ego schmeichelt. Dass er ausgerechnet bei einer so simplen Frage die Fassung verlor, spricht BĂ€nde ĂŒber den Zustand seiner Schöpfung. Wikipedia mag als Idee gut gemeint gewesen sein – heute ist es ein Instrument der Meinungsmanipulation, das dringend einer grundlegenden Reform bedarf.

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