
Weidel gegen Meloni: Der Ukraine-Krieg spaltet Europas Rechte!

Zwei Frauen, zwei Welten: AfD-Chefin Alice Weidel hält den Ukraine-Krieg für verloren, Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni hält das genaue Gegenteil für richtig. Beide haben sich in derselben Woche geäußert, Weidel im Interview mit dem britischen Magazin „The Economist“, Meloni vor dem italienischen Parlament. Seitdem streitet das konservative Lager in Europa offen darüber, wie es zu Russland steht.
„Die Ukraine ist zu klein“
Im Video-Gespräch mit Economist-Chefredakteurin Zanny Minton Beddoes ließ Weidel keinen Zweifel an ihrer Sicht. Wörtlich sagte sie:
„Die Ukraine ist leider zu klein. Die Ukraine kann gegen Russland nicht gewinnen. Das ist unmöglich.“
Dass Präsident Wolodymyr Selenskyj zu einem Waffenstillstand bereit sei, bestritt sie auf Nachfrage. Medienberichten zufolge wollte sie sogar wissen, ob man ihr einen Beweis für sein Interesse an Frieden nennen könne. Ob Russland eine Bedrohung für Deutschland und die Nato sei, ließ sie offen. Stattdessen solle Berlin es wie US-Präsident Donald Trump machen und mit Wladimir Putin über Diesel, Öl und Gas verhandeln.
Das hat Gewicht. Die AfD steht in Sachsen-Anhalt kurz vor ihrer ersten Regierungsbeteiligung. Erst in dieser Woche hat sie dort im Landtag gemeinsam mit dem BSW eine EntschlieĂźung eingebracht, die ein sofortiges Ende der Ukraine-Hilfen verlangt.
Meloni: „Ich vermisse die russischen Panzer nicht“
Ganz anders klang es in Rom. In ihrer Regierungserklärung vor dem EU-Gipfel am 15. und 16. Oktober erinnerte Meloni an die Niederschlagung des Ungarnaufstands 1956, an das Ende des Prager Frühlings 1968 und an den Mauerfall 1989. Dann folgte der Satz, der quer durch Osteuropa geteilt wurde: Sie vermisse die russischen Panzer in Europa nicht.
Höre die Ukraine auf, sich zu wehren, werde Russland das ganze Land erobern und danach weitere Staaten bedrohen. So argumentierte die Chefin der Fratelli d'Italia. Ihr schärfster Satz lautete:
„Niemand wird mich jemals davon überzeugen können, dass die Kapitulation derer, die ihre Freiheit verteidigen, als Frieden bezeichnet werden kann.“
Moskau habe in diesem Jahr kaum Boden gewonnen und greife deshalb immer härter Kraftwerke, Wohnhäuser und Krankenhäuser an, erklärte Meloni. Als Beispiel nannte sie den Angriff auf Kramatorsk. Das Halten der Front sei das einzige wirksame Mittel, um den Kreml an einen ernsthaften Verhandlungstisch zu bringen.
Ein Seitenhieb gegen Washington
Bemerkenswert: Meloni kritisierte Trumps Diesel-Abkommen mit Russland als „riskant“. Der Anstieg der Kraftstoffpreise gehe vor allem auf den Krieg im Iran zurück und nicht auf den Konflikt in der Ukraine. Damit widersprach sie ausgerechnet dem Mann, den die AfD als Vorbild nennt.
Was das fĂĽr Deutschland bedeutet
Die Bilanz des Krieges ist erschütternd. Russland hält rund ein Fünftel der Ukraine besetzt, die Front bewegt sich seit Ende 2023 kaum noch. Schätzungen zufolge sind mehr als eine halbe Million Soldaten gefallen. Putins „Spezialoperation“, die nur wenige Tage dauern sollte, geht ins fünfte Jahr.
Polen, Finnland und die baltischen Staaten dürften Weidels Satz vom „zu kleinen“ Land sehr genau gehört haben, denn sie sind alle kleiner als die Ukraine. Wer in Berlin regieren will, muss am Ende eine Frage beantworten: Lässt sich Deutschlands Sicherheit ohne starke Bündnisse überhaupt organisieren?
Ein Freispruch für die Bundesregierung ist das trotzdem nicht. Kritiker vermissen bei Kanzler Friedrich Merz bis heute eine eigene diplomatische Initiative. Ein Waffenstillstand hält nur, wenn klar ist, wer ihn absichert. Bei dieser Frage nach den Sicherheitsgarantien bleibt Berlin erstaunlich still.
Unsichere Zeiten, solide Werte
Ein Diesel-Deal aus Washington, ein Krieg am Golf, Energiepreise auf Achterbahnfahrt und ein zerstrittenes Europa: Die Welt wird nicht berechenbarer. Viele Sparer setzen deshalb seit Generationen auf physisches Gold und Silber, als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen, die keiner Regierung und keinem Gipfelbeschluss gehorcht.
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