Kettner Edelmetalle
29.12.2025
16:01 Uhr

Wählerflucht bei der Union: Fast 40 Prozent der Abtrünnigen wechseln zur AfD

Die politische Landschaft in Deutschland befindet sich in einem tektonischen Wandel, der die etablierten Volksparteien in ihren Grundfesten erschüttert. Eine aktuelle Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Insa offenbart ein Bild, das für CDU und CSU alarmierender kaum sein könnte: Jeder fünfte ehemalige Unionswähler hat seiner Partei endgültig den Rücken gekehrt – und von diesen Abtrünnigen würden satte 39 Prozent künftig ihr Kreuz bei der AfD setzen.

Die AfD auf dem Vormarsch

Mit 26 Prozent in der Sonntagsfrage erreicht die Alternative für Deutschland unter der Führung von Alice Weidel einen neuen Höchstwert. Die Union folgt mit 24,5 Prozent auf dem zweiten Platz, während die SPD mit mageren 14 Prozent regelrecht abgeschlagen erscheint. Was diese Zahlen besonders brisant macht: Sie dokumentieren nicht etwa eine vorübergehende Stimmungsschwankung, sondern einen fundamentalen Vertrauensverlust in die traditionellen Volksparteien.

Die Ironie der Geschichte könnte kaum größer sein. Hatte nicht Friedrich Merz vor den Bundestagswahlen vollmundig verkündet, er werde die Stimmen für die AfD halbieren? Stattdessen erlebt seine Partei nun einen beispiellosen Exodus konservativer Wähler, die offenkundig das Gefühl haben, dass ihre politische Heimat längst nicht mehr existiert.

Der Frust der Basis entlädt sich

Besonders bemerkenswert ist die Stabilität der AfD-Stammwählerschaft. Lediglich fünf Prozent der Befragten geben an, früher AfD gewählt zu haben und dies heute kategorisch auszuschließen. Im Vergleich dazu haben 19 Prozent der ehemaligen Unionswähler und sogar 20 Prozent der früheren SPD-Anhänger ihrer jeweiligen Partei für immer abgeschworen.

Auch bei den Sozialdemokraten zeichnet sich ein ähnliches Muster ab: Von jenen, die der SPD endgültig den Rücken kehren, zieht es 34 Prozent zur AfD. Mehr als jeder Fünfte dieser Gruppe würde hingegen zur Union wechseln – ein schwacher Trost für beide Volksparteien, die sich gegenseitig die enttäuschten Wähler abjagen, während die AfD als lachender Dritter dasteht.

Das Versagen der etablierten Politik

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Menschen in Deutschland haben genug von einer Politik, die ihre Sorgen und Nöte ignoriert. Die grassierende Kriminalität, die unkontrollierte Migration, die wirtschaftliche Talfahrt – all diese Probleme wurden von den Regierungen der vergangenen Jahre nicht gelöst, sondern verschärft. Kein Wunder also, dass immer mehr Bürger nach Alternativen suchen.

Selbst die kleineren Parteien bleiben von diesem Trend nicht verschont. 13 Prozent der einstigen Grünen-Wähler haben ihrer Partei endgültig abgeschworen, bei der FDP sind es neun Prozent, bei der Linken sechs Prozent. Besonders dramatisch trifft es das Bündnis Sahra Wagenknecht: Drei Prozent der Wähler, die im Februar noch BSW gewählt hatten, lehnen die Partei nun ab – was angesichts des ohnehin geringen Stimmenanteils einem massiven Einbruch gleichkommt.

Ein Weckruf für Deutschland

Was diese Umfrage letztlich zeigt, ist der wachsende Unmut einer Bevölkerung, die sich von ihrer politischen Führung im Stich gelassen fühlt. Die sogenannte "Brandmauer" gegen die AfD erweist sich zunehmend als Papiertiger, während die Wähler mit den Füßen abstimmen. Die etablierten Parteien täten gut daran, diese Entwicklung nicht als vorübergehende Erscheinung abzutun, sondern als das zu erkennen, was sie ist: ein fundamentaler Vertrauensverlust, der nur durch echte politische Kurskorrektur aufgehalten werden kann.

Ob die Union und die SPD zu einer solchen Selbstreflexion fähig sind, darf bezweifelt werden. Zu tief scheinen die ideologischen Gräben, zu fest die Verstrickungen mit jenen Kräften, die Deutschland in die aktuelle Misere geführt haben. Für viele Bürger bleibt daher nur eine Konsequenz: der Gang zur Wahlurne mit einem klaren Votum für Veränderung.

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