
Verurteilter Vergewaltiger auf freiem FuĂ: Berliner Justiz versagt auf ganzer Linie
Es ist ein Fall, der sprachlos macht â und der zugleich wie ein Brennglas die MissstĂ€nde im deutschen Justizsystem offenlegt. Ein 27-jĂ€hriger afghanischer Staatsangehöriger, der wegen mehrfacher Vergewaltigung und schwerer Misshandlung seiner frĂŒheren Partnerin zu sieben Jahren und neun Monaten Freiheitsstrafe verurteilt wurde, spaziert wieder frei durch Berlin. Nicht etwa, weil neue Beweise seine Unschuld belegen wĂŒrden. Nicht, weil das Gericht Zweifel an den TatvorwĂŒrfen hĂ€tte. Nein â weil die Berliner Justiz schlicht und ergreifend ihre eigenen Fristen nicht eingehalten hat.
BĂŒrokratisches Versagen mit fatalen Folgen
Der Fall Mahmood D. liest sich wie ein LehrstĂŒck darĂŒber, was passiert, wenn ein Staat seine Kernaufgaben nicht mehr erfĂŒllen kann. Der Mann soll seine ehemalige Partnerin zwischen dem Winter 2022/23 und Februar 2024 wiederholt vergewaltigt, geschlagen und schwer misshandelt haben. Im Juni 2025 sprach das Landgericht Berlin I das Urteil: fast acht Jahre Haft. Ein Urteil, das die Schwere der Taten widerspiegelt. Doch die Verteidigung legte Revision ein â und dann begann das eigentliche Drama.
Das Kammergericht Berlin hob am 19. Januar den Haftbefehl gegen den verurteilten Mann auf. Der Grund? Ein VerstoĂ gegen das sogenannte Beschleunigungsgebot in Haftsachen. In der BegrĂŒndung heiĂt es unmissverstĂ€ndlich, die Fortdauer der Untersuchungshaft erweise sich âinfolge gravierender der Justiz zuzurechnender Verfahrensverzögerungen als unverhĂ€ltnismĂ€Ăig". Allein dieser VerstoĂ mĂŒsse zur Aufhebung des Haftbefehls fĂŒhren.
Was genau ist schiefgelaufen?
Das schriftliche Urteil wurde nicht innerhalb der gesetzlichen Frist vollstĂ€ndig ausgearbeitet. Auch das Hauptverhandlungsprotokoll lag nicht rechtzeitig vor. Dadurch konnte das Urteil im Revisionsverfahren weder wirksam zugestellt noch dem zustĂ€ndigen Gericht vorgelegt werden. Das Kammergericht sprach von einer âgrundlegenden Fehlhaltung gegenĂŒber dem haftrechtlichen Beschleunigungsgebot". Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Eine âgrundlegende Fehlhaltung" â nicht ein bedauerlicher Einzelfall, nicht ein unglĂŒckliches Versehen, sondern ein systemisches Versagen.
Der Prozess hatte im November 2024 begonnen und umfasste 33 Verhandlungstage bis zur UrteilsverkĂŒndung. Mahmood D. war bereits im Mai 2024 festgenommen worden. Trotz dringenden Tatverdachts und trotz angenommener Fluchtgefahr â beides besteht nach wie vor â musste das Gericht den Mann freilassen. Weil Richter und Justizangestellte ihren Papierkram nicht fristgerecht erledigt haben.
Das Opfer lebt in Angst â der TĂ€ter in Freiheit
Besonders erschĂŒtternd ist, was nach der Freilassung bekannt wurde. Mahmood D. soll angekĂŒndigt haben, sich an seiner frĂŒheren Partnerin rĂ€chen zu wollen, weil diese 2024 Strafanzeige gegen ihn erstattet hatte. Das Landeskriminalamt habe daraufhin SchutzmaĂnahmen ergriffen und die Frau an einen sicheren Ort gebracht. Zudem werde geprĂŒft, ob weitere MaĂnahmen wie eine elektronische AufenthaltsĂŒberwachung oder eine Abschiebung in Betracht kĂ€men.
Man prĂŒfe also. Man erwĂ€ge. Man ĂŒberlege. WĂ€hrend ein verurteilter GewalttĂ€ter frei herumlĂ€uft und RachegelĂŒste Ă€uĂert, befindet sich die deutsche BĂŒrokratie im PrĂŒfmodus. Wie zynisch muss das fĂŒr das Opfer klingen, das nun an einem âsicheren Ort" versteckt werden muss â als wĂ€re sie die Kriminelle und nicht er?
Ein Symptom einer tiefgreifenden Krise
Dieser Fall ist kein Einzelfall. Er reiht sich ein in eine beunruhigende Serie von Justizversagen, die das Vertrauen der BĂŒrger in den Rechtsstaat nachhaltig erschĂŒttern. WĂ€hrend bei politisch motivierten Verfahren â man denke an die sogenannten ReichsbĂŒrger-Prozesse â offenbar genĂŒgend Ressourcen vorhanden sind, um Angeklagte jahrelang in Untersuchungshaft zu halten, scheitert die Berliner Justiz bei einem verurteilten Mehrfachvergewaltiger an der fristgerechten Ausfertigung eines Urteils. Die PrioritĂ€ten scheinen klar verteilt â und sie sind eine Schande fĂŒr dieses Land.
Die zunehmende KriminalitĂ€t in Deutschland, die erschreckende HĂ€ufung von Gewalt- und Sexualdelikten, die ĂŒberforderte Justiz â all das sind keine Naturkatastrophen. Es sind die Folgen einer jahrelangen politischen Fehlsteuerung, einer unkontrollierten Migrationspolitik und einer chronischen Unterfinanzierung der Sicherheitsbehörden. Dass ein afghanischer Staatsangehöriger, der seine Partnerin ĂŒber Monate hinweg vergewaltigt und misshandelt haben soll, nach seiner Verurteilung wegen einer Justizpanne wieder auf freiem FuĂ ist, dĂŒrfte nicht nur unsere Redaktion fassungslos machen â es entspricht dem Empfinden eines GroĂteils der deutschen Bevölkerung, die sich von ihrer eigenen Regierung im Stich gelassen fĂŒhlt.
Wo bleibt die Konsequenz?
Die entscheidende Frage, die sich stellt: Wer trĂ€gt die Verantwortung fĂŒr dieses Versagen? Werden die zustĂ€ndigen Richter und Justizbeamten zur Rechenschaft gezogen? Wird es personelle Konsequenzen geben? Oder wird man den Fall â wie so oft â als bedauerlichen Einzelfall abtun und zur Tagesordnung ĂŒbergehen? Die Berliner Justizsenatorin Felor Badenberg, die selbst wegen fragwĂŒrdiger Dienstreisen in der Kritik steht, schweigt bislang zu dem Vorfall. Das Schweigen der Verantwortlichen ist ohrenbetĂ€ubend.
Deutschland braucht dringend Politiker, die den Schutz der eigenen BĂŒrger wieder zur obersten PrioritĂ€t machen. Politiker, die fĂŒr und nicht gegen die Interessen der Menschen in diesem Land regieren. Solange verurteilte GewalttĂ€ter aufgrund bĂŒrokratischer Schlamperei freigelassen werden, wĂ€hrend ihre Opfer sich verstecken mĂŒssen, ist der Rechtsstaat nur noch eine hohle Phrase. Und das ist nicht nur die Meinung unserer Redaktion â es ist die Ăberzeugung einer wachsenden Mehrheit der deutschen Bevölkerung.










