Kettner Edelmetalle
13.06.2025
06:18 Uhr

UN-Vollversammlung fordert Waffenruhe in Gaza – doch was bringt eine weitere zahnlose Resolution?

Die UN-Vollversammlung hat am Donnerstag mit ĂŒberwĂ€ltigender Mehrheit eine Resolution verabschiedet, die einen sofortigen Waffenstillstand im Gazastreifen fordert. Mit 149 Ja-Stimmen, 12 Gegenstimmen und 19 Enthaltungen wurde das Papier angenommen – ein Ergebnis, das auf den ersten Blick beeindruckend wirkt. Doch was bedeutet diese x-te Resolution wirklich fĂŒr die Menschen vor Ort?

Die ĂŒblichen VerdĂ€chtigen stimmen dagegen

Wenig ĂŒberraschend stimmten Israel und die USA gegen die Resolution. Begleitet wurden sie von einer bunten Truppe kleinerer Staaten wie Argentinien, Fidschi, Ungarn und verschiedenen Pazifikinseln. Man könnte fast meinen, die Mikronesier hĂ€tten plötzlich ein brennendes Interesse an der Nahostpolitik entwickelt – oder wurden sie vielleicht doch von anderen Interessen geleitet?

Die Resolution fordert einen "sofortigen, bedingungslosen und dauerhaften Waffenstillstand" sowie ungehinderten Zugang fĂŒr humanitĂ€re Hilfe. Sie verurteilt scharf den Einsatz von Hunger als Kriegswaffe und betont Israels Verpflichtungen als Besatzungsmacht. Starke Worte – doch die UN-Vollversammlung kann nur empfehlen, nicht durchsetzen.

Der ewige Tanz um die Zwei-Staaten-Lösung

Besonders pikant: Die Resolution bekrĂ€ftigt das "unerschĂŒtterliche Bekenntnis" zur Zwei-Staaten-Lösung. Ein Konzept, das seit Jahrzehnten auf dem Papier existiert, in der RealitĂ€t aber immer weiter in die Ferne rĂŒckt. WĂ€hrend die internationale Gemeinschaft weiter von zwei Staaten trĂ€umt, schaffen vor Ort andere Fakten.

"Die Resolution fordert einen sofortigen Stopp aller SiedlungsaktivitĂ€ten, Landkonfiszierungen, Hauszerstörungen und ZwangsrĂ€umungen im Westjordanland, einschließlich Ost-Jerusalem."

Man fragt sich unwillkĂŒrlich: Wie viele solcher Resolutionen wurden in den vergangenen Jahrzehnten bereits verabschiedet? Und was hat sich dadurch geĂ€ndert? Die Antwort dĂŒrfte ernĂŒchternd ausfallen.

Die Ohnmacht der Vereinten Nationen

Diese Notstandssitzung der Generalversammlung wurde einberufen, nachdem die USA letzte Woche im Sicherheitsrat ihr Veto gegen eine Àhnliche Resolution eingelegt hatten. Ein altbekanntes Muster: Was im mÀchtigen Sicherheitsrat scheitert, wird in die zahnlose Vollversammlung verschoben. Dort kann man dann wunderbar Resolutionen verabschieden, die keinerlei bindende Wirkung haben.

Die Resolution betont zwar die "dauerhafte Verantwortung der Vereinten Nationen" fĂŒr die PalĂ€stina-Frage, bis diese "in all ihren Aspekten" gelöst sei. Doch nach fast 80 Jahren UN-Engagement in dieser Region drĂ€ngt sich die Frage auf: Ist diese Organisation ĂŒberhaupt noch das richtige Forum fĂŒr eine Lösung?

HumanitÀre Hilfe als Spielball der Politik

Besonders zynisch mutet die Forderung nach Schutz fĂŒr humanitĂ€re Helfer und medizinisches Personal an. WĂ€hrend die Diplomaten in New York ihre wohlformulierten Resolutionen verabschieden, kĂ€mpfen Ärzte und Helfer vor Ort tĂ€glich um ihr Leben und das ihrer Patienten. Die Resolution mag ihre ImmunitĂ€t betonen – doch was nĂŒtzt das, wenn niemand diese Forderungen durchsetzt?

Die arabischen Staaten und die Organisation fĂŒr Islamische Zusammenarbeit mögen diese Resolution als diplomatischen Erfolg feiern. Doch fĂŒr die Menschen in Gaza Ă€ndert sich dadurch wenig. Sie brauchen keine weiteren Resolutionen, sondern konkrete Taten.

Ein Blick auf die wahren MachtverhÀltnisse

Diese Resolution zeigt einmal mehr die Grenzen des multilateralen Systems auf. WĂ€hrend die Weltgemeinschaft debattiert und abstimmt, werden vor Ort Fakten geschaffen. Die UN mag ihre moralische AutoritĂ€t ins Feld fĂŒhren – doch ohne die UnterstĂŒtzung der GroßmĂ€chte bleibt sie ein zahnloser Tiger.

Vielleicht wĂ€re es an der Zeit, ehrlicher ĂŒber die tatsĂ€chlichen MachtverhĂ€ltnisse zu sprechen, statt sich hinter wohlklingenden Resolutionen zu verstecken. Denn eines ist sicher: Die nĂ€chste Resolution kommt bestimmt – und wird genauso wirkungslos verpuffen wie ihre VorgĂ€nger.

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