
UN-Nothilfekoordinator warnt vor gefährlicher „Kriegslust" – und die Welt schaut zu

Während sich die geopolitischen Spannungen weltweit auf einem besorgniserregenden Niveau bewegen, findet einer der ranghöchsten humanitären Vertreter der Vereinten Nationen ungewöhnlich deutliche Worte. Tom Fletcher, UN-Nothilfekoordinator, geißelt in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung die gegenwärtige Atmosphäre in der internationalen Politik als von „Kriegslust" geprägt. Eine Diagnose, die angesichts der globalen Lage kaum jemanden überraschen dürfte – und dennoch aufrütteln sollte.
Straflosigkeit als neues Prinzip der Weltpolitik
Fletcher beschreibt ein internationales System, in dem sich offenbar niemand mehr für sein Handeln verantworten müsse. Es herrsche ein Gefühl der Straflosigkeit, das die Grundlagen internationaler Zusammenarbeit untergrabe. Besonders scharf formuliert er seine Kritik an der zunehmenden Transaktionslogik in der Diplomatie: „Wenn im Grunde jeder zu einer Art Immobilienmakler wird", so Fletcher, dann sei das Ende multilateraler Ordnung nicht mehr weit. Ein Seitenhieb, der unschwer in Richtung Washington zu deuten ist, wo unter Präsident Trump das Prinzip „America First" längst zum alles dominierenden Leitmotiv geworden ist – mit massiven Zollerhöhungen gegen die EU, China und selbst engste Verbündete wie Kanada und Mexiko.
Man muss kein Diplomat sein, um zu erkennen, dass die regelbasierte internationale Ordnung, auf die sich Europa so gerne beruft, längst nur noch eine hübsche Fassade ist. Hinter den Kulissen regiert das Recht des Stärkeren. Und Deutschland? Steht mit einer frisch gebackenen Großen Koalition da, die sich ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen gönnt, während die Bundeswehr nach wie vor unter chronischer Unterfinanzierung leidet und die eigene Verteidigungsfähigkeit bestenfalls als fragwürdig bezeichnet werden kann.
Sudan-Konferenz in Berlin: Geduld als Tugend?
Fletcher äußerte sich auch zur Sudan-Konferenz, die am Mittwoch in Berlin stattfinden soll. Allein die Tatsache, dass die richtigen Akteure an einen Tisch gebracht würden, sei bereits ein Erfolg. Eine bemerkenswert niedrige Messlatte, die viel über den desolaten Zustand der internationalen Friedensdiplomatie verrät. Der UN-Koordinator mahnte „deutsche Geduld und Ernsthaftigkeit" an – Eigenschaften, die man der Berliner Politik in anderen Bereichen, etwa der Migrationskrise oder der wirtschaftlichen Transformation, schmerzlich vermisst.
Die Erwartungshaltung, dass Friedensabkommen quasi über Nacht entstehen könnten, sei unrealistisch, so Fletcher. Damit hat er zweifellos recht. Doch die Frage bleibt: Wer soll diese Geduld aufbringen, wenn gleichzeitig im Nahen Osten israelische Angriffe auf iranische Atomanlagen und iranische Vergeltungsschläge die Region an den Rand eines Flächenbrands treiben? Wenn der Ukraine-Krieg unvermindert andauert und die Welt sich zunehmend in rivalisierende Machtblöcke aufspaltet?
Künstliche Intelligenz als Rettungsanker der UN?
Bemerkenswert ist Fletchers Ankündigung eines „humanitären Neustarts", der ausgerechnet auf Künstliche Intelligenz setzen soll. Die Technologie könne helfen, Budgetkürzungen abzufedern, humanitäre Krisen besser vorherzusagen und die Rechenschaftspflicht zu verbessern. Als Beispiel nannte er einen Tracker, der detailliert nachweise, wie die UN im Januar sieben Millionen Menschenleben gerettet hätten.
So löblich der Ansatz klingen mag – er offenbart zugleich die tiefe Legitimationskrise der Vereinten Nationen. Wenn eine Organisation, die seit Jahrzehnten Milliarden verschlingt, erst jetzt beginnt, ihre Wirksamkeit messbar nachzuweisen, dann darf man durchaus fragen, was vorher eigentlich passiert ist. Fletcher selbst räumt ein, die UN müssten „Legitimität zurückgewinnen". Ein erstaunliches Eingeständnis.
Gold als Fels in der Brandung
In Zeiten eskalierender geopolitischer Spannungen, einer zunehmend dysfunktionalen internationalen Ordnung und einer „Kriegslust", die selbst hochrangige UN-Vertreter alarmiert, zeigt sich einmal mehr der zeitlose Wert physischer Edelmetalle. Während Papierwährungen und digitale Versprechen im Sturm der Krisen verwehen können, bleibt Gold seit Jahrtausenden der ultimative Wertspeicher. Wer sein Vermögen in unsicheren Zeiten schützen will, tut gut daran, physische Edelmetalle als festen Bestandteil eines breit diversifizierten Portfolios zu betrachten.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden.
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