Kettner Edelmetalle
28.07.2025
11:16 Uhr

Ukraine-Krise: Selenskyj demontiert die eigene Antikorruption – Europa schaut zu

WĂ€hrend die Ukraine verzweifelt um ihre Existenz kĂ€mpft, liefert PrĂ€sident Selenskyj ein verstörendes Schauspiel politischer Selbstdemontage. Mitten im Krieg hebelt er ausgerechnet jene Institutionen aus, die als Garanten fĂŒr Rechtsstaatlichkeit und europĂ€ische Werte gelten sollten. Ein Gesetz, das die UnabhĂ€ngigkeit der Antikorruptionsbehörden faktisch beendet, offenbart die wahre Natur des ukrainischen Staatsapparats – und entlarvt die NaivitĂ€t westlicher UnterstĂŒtzer.

Der Putsch gegen die Rechtsstaatlichkeit

Am 22. Juli unterschrieb Selenskyj ein Gesetz, das einem innenpolitischen Erdbeben gleichkommt. Das Nationale AntikorruptionsbĂŒro (NABU) und die Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) – seit 2015 die zentralen SĂ€ulen im Kampf gegen Korruption – wurden kurzerhand dem Generalstaatsanwalt unterstellt. Dieser wiederum wird vom PrĂ€sidenten ernannt. Was hier als administrative Maßnahme verkauft wird, ist nichts anderes als die RĂŒckkehr zu sowjetischen Machtstrukturen.

Die elektronische Signatur des PrĂ€sidenten verschwand mehrfach und tauchte wieder auf – ein bizarres Detail, das die Hektik und möglicherweise auch interne WiderstĂ€nde dokumentiert. Doch am Ende setzte sich der Machtwille durch. Der Generalstaatsanwalt kann kĂŒnftig Ermittlungen gegen hochrangige Beamte an sich ziehen, Verfahren einstellen und in Personalentscheidungen eingreifen. Die UnabhĂ€ngigkeit der Antikorruptionsbehörden existiert nur noch auf dem Papier.

Das Volk erwacht – zu spĂ€t?

Erstmals seit Beginn des russischen Angriffskriegs gingen Tausende Ukrainer auf die Straße. In mindestens 17 StĂ€dten protestierten sie gegen die Entmachtung der Antikorruptionsbehörden. Dass die Demonstrationen in Kiew nicht auf dem symboltrĂ€chtigen Maidan, sondern zwischen PrĂ€sidentenamt und Iwan-Franko-Theater stattfanden, sendet ein unmissverstĂ€ndliches Signal: Der gesellschaftliche RĂŒckhalt fĂŒr Selenskyj bröckelt.

Die Regierung reagierte mit der ĂŒblichen Mischung aus Beschwichtigung und TĂ€uschung. Selenskyj kĂŒndigte einen neuen Gesetzesentwurf an, der die UnabhĂ€ngigkeit wiederherstellen solle. Man habe „die Stimme der Straße" gehört. Doch wer glaubt noch an solche Versprechen? Der angekĂŒndigte RĂŒckzieher wirkt wie ein taktisches Manöver, um internationale Partner zu beruhigen, wĂ€hrend die Kontrolle ĂŒber kritische Ermittlungen fest in prĂ€sidialer Hand bleibt.

Die Korruptions-RealitÀt hinter der Fassade

Die Ukraine rangiert im Corruption Perceptions Index 2024 auf dem beschĂ€menden Platz 105 von 180 LĂ€ndern – mit nur 35 von 100 möglichen Punkten. Skandale im Verteidigungsministerium, dubiose Personalentscheidungen und systematische EinschĂŒchterung von Journalisten prĂ€gen das Bild. WĂ€hrend westliche Politiker von europĂ€ischen Werten schwadronieren, herrscht in Kiew eine Kultur der Selbstbedienung.

Die Rechtfertigung fĂŒr die Entmachtung der Antikorruptionsbehörden folgt einem zynischen Muster: Angebliche russische Einflussversuche mĂŒssten abgewehrt werden. Ein NABU-Mitarbeiter wurde festgenommen – er soll seinem Vater beim Export von Hanfprodukten nach Dagestan geholfen haben. Ein lĂ€cherlicher Vorwurf, der zur BegrĂŒndung eines rechtsstaatlichen Kahlschlags herhalten muss.

Europas gefÀhrliche Illusionen

Die westliche Wahrnehmung der Ukraine gleicht einem Wunschkonzert. Der Abwehrkampf gegen Russland wurde zur heroischen Freiheitsschlacht verklÀrt, Selenskyj zum Demokratie-Helden stilisiert. Doch die RealitÀt sieht anders aus: Die politische Kultur der Ukraine Àhnelt mehr dem russischen System personalisierter Macht als westlichen Demokratievorstellungen.

EU und USA stehen vor einem Dilemma: Ziehen sie ihre UnterstĂŒtzung zurĂŒck, gerĂ€t ihre gesamte Ukraine-Strategie ins Wanken. Halten sie unbeirrt an Kiew fest, finanzieren sie ein zunehmend autoritĂ€res System mit Milliarden – ohne Garantie auf Reformen oder strategischen Erfolg. Die Kritik aus BrĂŒssel und London fĂ€llt zaghaft aus. Man „erinnert" daran, dass unabhĂ€ngige Antikorruptionsbehörden Voraussetzung fĂŒr EU-Beitrittsverhandlungen seien. Als ob Selenskyj das nicht wĂŒsste.

Die Machtkonzentration im PrÀsidentenpalast

Der jĂŒngste Regierungsumbau zementiert die Machtstrukturen weiter. Mit nur 16 Mitgliedern ist das neue Kabinett das kleinste in der Geschichte der Ukraine. Julija Swyrydenko, die neue Premierministerin, gilt als verlĂ€ngerter Arm des PrĂ€sidenten und seines einflussreichen Stabschefs Andrij Jermak. Ex-PrĂ€sident Poroschenko brachte es auf den Punkt: „Schmyhal war Jermak im Hemd, Swyrydenko ist Jermak im Rock."

Von Erneuerung keine Spur. Die meisten Minister dienten bereits unter dem VorgĂ€nger, NeuzugĂ€nge aus Wirtschaft oder Zivilgesellschaft fehlen völlig. Das Kabinett ist weniger eine unabhĂ€ngige Regierung als ein Exekutivorgan des PrĂ€sidenten. Kommentatoren sprechen treffend von einer „Verschiebung der Betten im Bordell" – viel Bewegung, keine VerĂ€nderung.

Die Farce der Friedensverhandlungen

WĂ€hrend in Kiew die Demokratie demontiert wird, inszenieren Moskau und Kiew in Istanbul diplomatische Scheingefechte. Die dritte Verhandlungsrunde endete nach einer Stunde ergebnislos. Russland bietet taktische Gesten wie begrenzte Feuerpausen, die Ukraine fordert einen sofortigen Waffenstillstand. Beide Seiten wissen, dass nichts dabei herauskommt.

NATO-GeneralsekretĂ€r Rutte kritisierte die russische Delegation scharf: Statt EntscheidungstrĂ€ger schicke Moskau einen „Historiker, der VortrĂ€ge ĂŒber das Russland des 12. Jahrhunderts hĂ€lt". Die Ukraine hingegen entsandte auf westlichen Druck hochrangige Vertreter – ein weiteres Zeichen dafĂŒr, wie sehr der Krieg die Macht beim PrĂ€sidenten konzentriert hat.

Ein gefÀhrliches Spiel mit der LegitimitÀt

Die systematische SchwĂ€chung rechtsstaatlicher Kontrolle hat weitreichende Folgen. Sie untergrĂ€bt nicht nur die GlaubwĂŒrdigkeit gegenĂŒber westlichen Partnern, sondern auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Eine delegitimierte Regierung ist anfĂ€lliger fĂŒr russische Destabilisierungsversuche. Moskau beobachtet genau, wie der Unmut in der ukrainischen Bevölkerung wĂ€chst.

Selenskyj, einst als HoffnungstrĂ€ger gefeiert, hat sich in einer Machtlogik verfangen, die LoyalitĂ€t ĂŒber Kompetenz stellt. Sein FĂŒhrungsstil – die SchwĂ€chung institutioneller Kontrolle, das Festhalten an einem engen Kreis von Vertrauten, der autoritĂ€re Umgang mit Kritik – widerspricht fundamental den demokratischen Idealen, fĂŒr die der Westen angeblich in der Ukraine kĂ€mpft.

Die Frage drĂ€ngt sich auf: Ist dieser Mann noch der richtige an der Spitze des Staates? Nicht aus parteipolitischem KalkĂŒl, sondern aus staatsbĂŒrgerlicher Vernunft. Ein Land, das fĂŒr seine Freiheit kĂ€mpft, kann sich keine FĂŒhrung leisten, die rechtsstaatliche Prinzipien mit FĂŒĂŸen tritt. Europa muss endlich die rosarote Brille abnehmen und erkennen: Die Ukraine entwickelt sich nicht zur lupenreinen Demokratie, sondern zu einem weiteren postsowjetischen Machtstaat. Die Milliarden westlicher Steuerzahler versickern in einem System, das unseren Werten zunehmend widerspricht.

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