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09.01.2026
17:27 Uhr

Trumps dreister Grönland-Plan: Bargeld für jeden Einwohner als Köder

Trumps dreister Grönland-Plan: Bargeld für jeden Einwohner als Köder

Die geopolitischen Ambitionen der Trump-Administration nehmen immer bizarrere Züge an. Wie aus internen Quellen bekannt wurde, erwägt das Weiße Haus offenbar, jedem der rund 57.000 Einwohner Grönlands eine Einmalzahlung anzubieten – um sie zur Abspaltung von Dänemark und einem möglichen Anschluss an die Vereinigten Staaten zu bewegen. Die diskutierten Summen bewegen sich dabei zwischen 10.000 und 100.000 US-Dollar pro Person.

Sechs Milliarden Dollar für eine arktische Insel

Was zunächst wie ein schlechter Scherz klingt, scheint in den Fluren des Weißen Hauses durchaus ernst gemeint zu sein. Bei einer Zahlung von 100.000 Dollar pro Kopf würde sich die Gesamtsumme auf nahezu sechs Milliarden Dollar belaufen. Eine beachtliche Investition, die jedoch die Frage aufwirft, ob sich Menschen und ihre Heimat tatsächlich wie Waren auf einem Marktplatz erwerben lassen.

Die Reaktionen aus Kopenhagen und Nuuk fielen entsprechend deutlich aus. Grönlands Premierminister Jens-Frederik Nielsen fand auf Facebook unmissverständliche Worte:

"Genug ist genug ... Keine Fantasien mehr über eine Annexion."
Eine klare Absage an die amerikanischen Begehrlichkeiten, die offenbar auf taube Ohren in Washington stößt.

Europa stellt sich geschlossen hinter Dänemark

Bemerkenswert ist die europäische Solidarität in dieser Angelegenheit. Frankreich, Deutschland, Italien, Polen, Spanien, Großbritannien und Dänemark veröffentlichten eine gemeinsame Erklärung, in der sie unmissverständlich klarstellten, dass nur Grönland und Dänemark über ihre Beziehungen entscheiden können. Ein deutliches Signal an die Trump-Administration, die offenbar vergessen hat, dass Dänemark ein NATO-Verbündeter ist.

Die Ironie der Situation könnte kaum größer sein: Während die USA ihre europäischen Partner regelmäßig zu höheren Verteidigungsausgaben drängen und die Bedeutung des transatlantischen Bündnisses betonen, behandeln sie einen dieser Partner wie einen Verkäufer auf einem orientalischen Basar.

Militärische Option nicht ausgeschlossen

Besonders beunruhigend ist, dass das Weiße Haus auch militärische Optionen nicht kategorisch ausschließt. Pressesprecherin Karoline Leavitt bestätigte, dass Trump und seine nationalen Sicherheitsberater prüfen würden, wie ein möglicher Kauf aussehen könnte. Außenminister Marco Rubio kündigte ein Treffen mit seinem dänischen Amtskollegen in Washington an.

Die Diskussionen im Weißen Haus hätten sich nach der spektakulären Festnahme des venezolanischen Präsidenten Maduro intensiviert, berichten Insider. Man wolle den Schwung dieser Operation nutzen, um weitere geopolitische Ziele zu erreichen. Eine Logik, die an imperiale Großmachtfantasien vergangener Jahrhunderte erinnert.

Das Dilemma der Grönländer

Die Situation ist für die Bevölkerung Grönlands durchaus komplex. Umfragen zeigen, dass eine überwältigende Mehrheit der Grönländer tatsächlich die Unabhängigkeit von Dänemark befürwortet. Gleichzeitig lehnen die meisten einen Anschluss an die USA ab. Die wirtschaftliche Abhängigkeit von Kopenhagen hat bisher verhindert, dass ein Unabhängigkeitsreferendum ernsthaft auf die Tagesordnung kam.

Trump argumentiert mit strategischen Interessen und dem Reichtum an Mineralien, die für militärische Anwendungen benötigt werden. Doch hinter der Rhetorik verbirgt sich ein zutiefst transaktionales Weltbild, das Menschen und Nationen auf ihren monetären Wert reduziert.

Ein gefährlicher Präzedenzfall

Sollte die Trump-Administration tatsächlich versuchen, Grönland durch finanzielle Anreize oder gar militärischen Druck zu erwerben, würde dies einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen. Die internationale Ordnung, die auf der Souveränität von Staaten und dem Selbstbestimmungsrecht der Völker basiert, würde fundamental erschüttert.

Für Europa und insbesondere für Deutschland sollte dieser Vorgang ein Weckruf sein. Die transatlantische Partnerschaft, die jahrzehntelang als Grundpfeiler westlicher Sicherheitspolitik galt, wird von Washington zunehmend als Einbahnstraße betrachtet. Es wird Zeit, dass Europa seine eigenen Interessen selbstbewusster vertritt – auch gegenüber vermeintlichen Verbündeten, die sich wie Kolonialherren des 19. Jahrhunderts aufführen.

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