Kettner Edelmetalle
05.01.2026
23:55 Uhr

Trumps dreister Griff nach Venezuelas Ölreserven: Demokratie kann warten

Trumps dreister Griff nach Venezuelas Ölreserven: Demokratie kann warten

Was sich derzeit im Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und Venezuela abspielt, lässt selbst hartgesottene Beobachter der Weltpolitik aufhorchen. US-Präsident Donald Trump hat an Bord der Air Force One unmissverständlich klargestellt, worum es seiner Administration wirklich geht: um den vollständigen Zugriff auf Venezuelas Öl und Rohstoffe. Demokratische Wahlen? Nebensächlich. Souveränität? Ein Fremdwort.

Ressourcen vor Demokratie – Trumps unverblümte Prioritäten

Die Aussagen des amerikanischen Präsidenten sind von einer Direktheit, die man fast schon als erfrischend ehrlich bezeichnen könnte – wäre der Inhalt nicht derart beunruhigend. „Wir brauchen Zugang zu Öl und anderen Ressourcen in ihrem Land, damit wir es wieder aufbauen können", erklärte Trump. Wahlen in Venezuela seien derzeit nachrangig. Man höre und staune: Der selbsternannte Verteidiger westlicher Werte schiebt demokratische Prozesse kurzerhand auf die lange Bank, wenn es um handfeste wirtschaftliche Interessen geht.

Die Festsetzung des bisherigen Machthabers Nicolás Maduro in den USA und die laufende US-Militäroperation gegen Venezuela bilden den Rahmen für diese bemerkenswerten Äußerungen. Trump deutete unverhohlen an, dass die Vereinigten Staaten das südamerikanische Land faktisch führen würden. Außenminister Marco Rubio wurde als zuständiger Mann benannt – derselbe Rubio, der bereits zuvor von gezieltem Druck auf Venezuelas Ölwirtschaft gesprochen hatte.

Große Ölkonzerne stehen in den Startlöchern

Besonders aufschlussreich sind Trumps Andeutungen über massive Investitionen amerikanischer Ölkonzerne, die bereitstünden, um die venezolanische Infrastruktur „wieder in Gang zu bringen". Venezuela verfügt über die größten nachgewiesenen Ölreserven der Welt – größer noch als jene Saudi-Arabiens. Ein Filetstück der globalen Energiewirtschaft, das nun offenbar unter amerikanische Kontrolle gebracht werden soll.

Die geopolitischen Hintergründe dieser Entwicklung sind nicht zu übersehen. China und Russland hatten sich in den vergangenen Jahren intensiv in Venezuela engagiert. Das südamerikanische Land steht bei Peking mit geschätzten 60 Milliarden Euro in der Kreide. Die amerikanische Intervention zielt offensichtlich darauf ab, diese Konkurrenten aus der Region zu verdrängen – ein weiterer Schauplatz im globalen Ringen um Einflusssphären und Ressourcen.

Historische Parallelen drängen sich auf

Wer die Geschichte amerikanischer Interventionen in Lateinamerika kennt, fühlt sich unweigerlich an vergangene Jahrzehnte erinnert. Von Guatemala über Chile bis Panama – die Liste der Eingriffe in die Souveränität lateinamerikanischer Staaten ist lang. Doch selten wurde der eigentliche Beweggrund so unverblümt ausgesprochen wie jetzt von Trump.

Die Reaktionen in den Kommentarspalten sprechen Bände. „Das Raubrittertum ist zurück! Diebstahl ist nicht mehr strafbar!" – so bringt es ein Leser auf den Punkt. Andere verweisen auf das venezolanische Gold, das ebenfalls im Fokus amerikanischer Begehrlichkeiten stehen dürfte.

Was bedeutet das für die Weltwirtschaft?

Die Entwicklungen in Venezuela könnten weitreichende Folgen für die globalen Rohstoffmärkte haben. Sollten amerikanische Konzerne tatsächlich die Kontrolle über die venezolanischen Ölfelder übernehmen, würde dies die Machtverhältnisse auf dem Weltmarkt erheblich verschieben. Für Anleger bedeutet dies einmal mehr: Physische Edelmetalle wie Gold und Silber bleiben in Zeiten geopolitischer Verwerfungen ein unverzichtbarer Bestandteil eines ausgewogenen Portfolios. Sie bieten Schutz vor den Unwägbarkeiten einer Weltordnung, die zunehmend von Machtpolitik und Ressourcenkämpfen geprägt ist.

Die kommenden Wochen werden zeigen, wie weit die amerikanische Administration zu gehen bereit ist. Eines steht jedoch fest: Die Maske der moralischen Überlegenheit ist gefallen. Es geht um Öl, um Macht, um Einfluss – und Demokratie kann warten.

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