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22.01.2026
16:53 Uhr

Trumps „Board of Peace": Ein Frontalangriff auf die verkrustete Weltordnung

Trumps „Board of Peace": Ein Frontalangriff auf die verkrustete Weltordnung
Symbolbild: KI-generiert

Was fĂŒr ein Paukenschlag in den verschneiten Schweizer Alpen! US-PrĂ€sident Donald Trump hat beim Weltwirtschaftsforum in Davos das sogenannte „Board of Peace" aus der Taufe gehoben – einen neuen Friedensrat, der die etablierten internationalen Strukturen gehörig durcheinanderwirbeln dĂŒrfte. Mit seiner charakteristischen Direktheit verkĂŒndete Trump bei der Unterzeichnung des GrĂŒndungsdokuments: „Jeder hier ist ein Freund von mir."

Eine Milliarde Dollar fĂŒr den unbefristeten Sitz

Die Spielregeln des neuen Gremiums sind so simpel wie provokant: Wer innerhalb eines Jahres eine Milliarde US-Dollar in den Etat einzahlt, sichert sich einen unbefristeten Sitz am Tisch der MĂ€chtigen. Alle anderen mĂŒssen sich mit einer auf drei Jahre befristeten Mitgliedschaft begnĂŒgen. Trump selbst wird den Vorsitz ĂŒbernehmen – wer hĂ€tte das gedacht?

Die Reaktionen fielen erwartungsgemĂ€ĂŸ gespalten aus. WĂ€hrend Kritiker bereits von einer „Unterhöhlung der Vereinten Nationen" sprechen, jubeln andere ĂŒber die lĂ€ngst ĂŒberfĂ€llige Alternative zu den verkrusteten UN-Strukturen. Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter warnte gegenĂŒber der Welt: „Wir sind Zeitzeugen einer Unterhöhlung der Vereinten Nationen." Doch ist das wirklich so schlimm?

Die Willigen stehen Schlange

Die Liste der LĂ€nder, die Trumps Einladung angenommen haben, liest sich wie ein Who's Who der pragmatischen Weltpolitik: Ägypten, Albanien, Argentinien, Kosovo, Marokko, Paraguay, Pakistan, Ungarn und die Vereinigten Arabischen Emirate haben bereits zugesagt. Argentiniens PrĂ€sident Javier Milei, selbst ein Verfechter radikaler Reformen, schrieb begeistert: „Es ist mir eine Ehre, heute Abend die Einladung fĂŒr Argentinien erhalten zu haben, als GrĂŒndungsmitglied dem Friedensrat beizutreten."

Weitere Zusagen kamen aus Israel, Saudi-Arabien, der TĂŒrkei, Katar, Indonesien und Vietnam. Bemerkenswert ist, dass hier LĂ€nder zusammenfinden, die in den traditionellen UN-Strukturen oft auf verschiedenen Seiten stehen.

Europas gespaltene Reaktion

Frankreich, Norwegen und Schweden lehnten zunĂ€chst ab – wenig ĂŒberraschend fĂŒr LĂ€nder, die sich traditionell als HĂŒter der multilateralen Weltordnung verstehen. Deutschland reagierte gewohnt zurĂŒckhaltend. Außenminister Johann Wadephul erklĂ€rte trocken: „Wir haben einen Friedensrat, und das sind die Vereinten Nationen." Eine Aussage, die angesichts der notorischen HandlungsunfĂ€higkeit der UN in zahlreichen Konflikten fast schon komisch anmutet.

Besonders pikant: Russland signalisierte grundsĂ€tzliche Zahlungsbereitschaft – allerdings nur aus eingefrorenen Vermögen. Ein diplomatischer Seitenhieb, der die AbsurditĂ€t der aktuellen Sanktionspolitik auf den Punkt bringt.

Die UNO – ein Auslaufmodell?

Man mag von Trump halten, was man will, doch eines muss man ihm lassen: Er scheut sich nicht, heilige KĂŒhe zu schlachten. Die Vereinten Nationen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend als zahnloser Tiger erwiesen. Ob Syrien, Ukraine oder der Nahe Osten – ĂŒberall dort, wo es wirklich darauf ankam, versagte das Gremium klĂ€glich. Stattdessen beschĂ€ftigt man sich lieber mit ideologischen GrabenkĂ€mpfen und aufgeblĂ€hten BĂŒrokratien.

Die GrĂŒndung des „Board of Peace" ist daher weniger ein Angriff auf die internationale Ordnung als vielmehr ein Weckruf. Wenn die etablierten Institutionen nicht mehr funktionieren, entstehen eben neue. Das ist das Wesen des Wettbewerbs – auch in der Geopolitik.

Ein Hoffnungsschimmer fĂŒr die Weltpolitik?

Ob Trumps Friedensrat tatsĂ€chlich zu mehr StabilitĂ€t in der Welt beitragen wird, bleibt abzuwarten. Doch allein die Tatsache, dass er LĂ€nder an einen Tisch bringt, die sonst kaum miteinander reden, ist bemerkenswert. WĂ€hrend die europĂ€ischen Eliten noch ĂŒber die korrekte Gendersprache in UN-Resolutionen debattieren, werden anderswo Fakten geschaffen.

Die Botschaft aus Davos ist klar: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Die alte Weltordnung bröckelt, und Trump positioniert sich als Architekt einer neuen. Ob das gut oder schlecht ist, wird die Geschichte zeigen. Sicher ist nur: Langweilig wird es mit diesem PrÀsidenten nicht.

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