
Trump reißt die Waffenruhe mit Teheran ein – und die Straße von Hormus wird zur Bühne eines gefährlichen Machtpokers
Es ging schnell, brutal und ohne diplomatische Feinheiten: Innerhalb von nur 24 Stunden haben die Vereinigten Staaten gleich zweimal Ziele im Iran ins Visier genommen. Die zuständige US-Regionalkommandostelle Central Command, kurz Centcom, teilte mit, die frischen Luftschläge sollten die Fähigkeit Teherans beschneiden, die freie Schifffahrt in der Straße von Hormus zu bedrohen. Und der Mann, der den Befehl gab, macht aus seiner Entschlossenheit keinen Hehl.
«Wir werden sie heute Nacht richtig hart treffen», soll US-Präsident Donald Trump am Rande des Nato-Gipfels erklärt haben. Mit Blick auf die zuvor vereinbarte Waffenruhe fügte er trocken hinzu: «Was mich betrifft, ist sie vorbei.»
Eine Feuerpause, die kaum das Papier wert war, auf dem sie stand
Man reibt sich verwundert die Augen. Erst vereinbart man eine Feuerpause, dann erklärt man sie im selben Atemzug für beendet. Trump begründet den Schritt mit wiederholten iranischen Verstößen gegen die Absprachen. Ob diese Vorwürfe der Wahrheit entsprechen oder ob hier – wie so oft im Nahost-Konflikt – die Propagandamaschinerien beider Seiten auf Hochtouren laufen, lässt sich von außen kaum seriös beurteilen. Fest steht: Bereits in der Nacht auf Mittwoch sollen US-Streitkräfte nach eigenen Angaben mehr als achtzig iranische Ziele rund um die Meerenge angegriffen haben. Das iranische Vorgehen wurde als «ungerechtfertigt und gefährlich» gebrandmarkt.
Warum die Straße von Hormus die Achillesferse der Weltwirtschaft ist
Wer glaubt, dies sei ein weit entferntes Scharmützel, der irrt gewaltig. Durch die Straße von Hormus fließt ein beträchtlicher Teil des weltweiten Öltransports. Jede Rakete, jeder Angriff auf ein Handelsschiff in dieser Region schlägt unmittelbar auf die Energiemärkte durch – und damit früher oder später auf die Zapfsäule und die Heizkostenabrechnung des deutschen Bürgers. Dass Washington den Iran für die jüngsten Attacken auf Handelsschiffe verantwortlich macht, ist die eine Seite. Die andere: Der kleine Verbraucher zahlt am Ende die Zeche für ein geopolitisches Kräftemessen, das über seinen Kopf hinweg ausgetragen wird.
Sanktionen als zweite Front
Parallel zur militärischen Eskalation dreht Washington auch die wirtschaftliche Daumenschraube fester. Das US-Finanzministerium habe die zuvor ausgesetzten Sanktionen gegen iranische Ölexporte wieder in Kraft gesetzt. Ursprünglich hätten die Erleichterungen bis zum 21. August gelten sollen. Aus Regierungskreisen hieß es, Teheran müsse für sein Verhalten in der Straße von Hormus Konsequenzen tragen. Trump selbst schloss diplomatische Kontakte allerdings nicht vollends aus und kündigte an, mit seinen Unterhändlern über das weitere Vorgehen zu beraten. Ob die Gespräche mit Teheran fortgesetzt würden, ließ er offen – ein klassisches Katz-und-Maus-Spiel.
Und was bedeutet das für uns in Europa?
Die bittere Wahrheit ist: Europa, allen voran Deutschland, steht bei solchen Konflikten wieder einmal als Zaungast da. Man hat sich in eine energiepolitische Abhängigkeit manövriert, die uns bei jeder Krise am fernen Golf erzittern lässt. Wer glaubte, die grüne Energiewende habe uns unabhängig gemacht, wird bei jedem neuen Ölpreissprung eines Besseren belehrt. Steigende Energiepreise, Inflation, verunsicherte Märkte – die Kettenreaktion ist absehbar. In Zeiten wie diesen zeigt sich einmal mehr, weshalb kluge Bürger ihr Vermögen nicht ausschließlich in schwankungsanfälligen Papierwerten oder von politischen Launen abhängigen Anlageformen bündeln sollten.
Krisen kommen, Gold bleibt
Während Aktienmärkte bei jeder militärischen Eskalation nervös zucken und ganze Portfolios ins Wanken geraten, hat sich physisches Gold über Jahrtausende hinweg als ruhender Pol in stürmischen Zeiten bewährt. Kriege, Sanktionen und geopolitische Erpressungsmanöver mögen kommen und gehen – der reale Wert eines Edelmetalls, das man in Händen halten kann, lässt sich weder wegbomben noch per Federstrich sanktionieren. Als sinnvolle Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögen bieten physische Edelmetalle gerade in einer Welt, in der ein einziger präsidialer Satz die Ölmärkte in Aufruhr versetzt, einen soliden Ankerpunkt zur Vermögenssicherung.
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