Kettner Edelmetalle
14.01.2026
22:57 Uhr

Tragödie von Crans-Montana: Schweizer Behörden zahlen Soforthilfe an 156 Opfer

Tragödie von Crans-Montana: Schweizer Behörden zahlen Soforthilfe an 156 Opfer

Die verheerende Brandkatastrophe in der Silvesternacht im Schweizer Nobelskiort Crans-Montana hat tiefe Wunden hinterlassen. 40 Menschen verloren ihr Leben, 116 weitere erlitten teils schwerste Verletzungen. Nun reagieren die Behörden des Kantons Wallis mit einer Soforthilfe – doch kann Geld jemals das Leid der Betroffenen lindern?

10.000 Franken pro Opfer: Ein Tropfen auf den heißen Stein?

Der Kanton Wallis hat beschlossen, jedem Opfer der Brandkatastrophe einen Pauschalbetrag von 10.000 Schweizer Franken – umgerechnet etwa 10.740 Euro – als staatliche Soforthilfe auszuzahlen. Diese Summe soll an insgesamt 156 Menschen aus 19 verschiedenen Ländern fließen, die entweder wegen ihrer Verletzungen im Krankenhaus behandelt werden mussten oder bei dem Inferno ums Leben kamen.

Die Betroffenen werden laut Behördenangaben direkt vom Kanton kontaktiert. Zusätzlich wurde auf Anfrage zahlreicher Privatpersonen und Organisationen ein Spendenkonto eingerichtet, um weitere Unterstützung zu ermöglichen. Kerzen, Blumen und handgeschriebene Botschaften erinnern derzeit an die getöteten jungen Menschen – ein stiller Protest gegen das Unfassbare.

Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet

Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Verursachung eines Brandes eingeleitet. Der Ehemann des Betreiber-Ehepaars der Bar „Le Constellation" wurde bereits in Untersuchungshaft genommen. Besonders brisant: Der Bar-Betreiber soll eine verschlossene „Servicetür" eingeräumt haben – ein Detail, das möglicherweise entscheidend für den tragischen Ausgang der Nacht war.

Ein Anwalt der Hinterbliebenen hat mittlerweile eine Onlineplattform ins Leben gerufen, um Bilder, Videos und Zeugenaussagen aus der Silvesternacht zu sammeln. „Wir wurden von vielen Menschen kontaktiert, die uns Informationen übermitteln wollten", erklärte Romain Jordan gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Das Ziel sei klar: die Ermittlungen bestmöglich zu unterstützen und die Wahrheit ans Licht zu bringen.

Internationale Dimension einer lokalen Tragödie

Die Tatsache, dass Opfer aus 19 verschiedenen Nationen betroffen sind, unterstreicht die internationale Dimension dieser Katastrophe. Crans-Montana gilt als beliebtes Ziel für wohlhabende Touristen aus aller Welt – ein Ort, an dem man Silvester unbeschwert feiern wollte. Stattdessen wurde die Nacht zum Albtraum.

Der Einsatzleiter vor Ort brachte es auf den Punkt: „Das Leben wird nie wieder so sein wie zuvor." Diese Worte hallen nach und verdeutlichen, dass keine Geldsumme der Welt das Geschehene ungeschehen machen kann. Die Soforthilfe mag ein erster Schritt sein, doch die psychischen und physischen Narben werden die Überlebenden und Hinterbliebenen noch lange begleiten.

Während die Ermittlungen andauern und die Frage nach der Verantwortung im Raum steht, bleibt zu hoffen, dass aus dieser Tragödie zumindest Konsequenzen für die Sicherheitsstandards in Veranstaltungslokalen gezogen werden. Denn eines ist gewiss: 40 Menschenleben sind 40 zu viel.

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