Kettner Edelmetalle
13.05.2026
08:46 Uhr

Teherans Raketen leben weiter: Wie Washingtons Triumphmeldungen ins Wanken geraten

Teherans Raketen leben weiter: Wie Washingtons Triumphmeldungen ins Wanken geraten

Es ist eine Nachricht, die im Weißen Haus fĂŒr ZĂ€hneknirschen sorgen dĂŒrfte: Das iranische Raketenarsenal soll nach Erkenntnissen amerikanischer Geheimdienste die massiven LuftschlĂ€ge der USA und Israels deutlich besser ĂŒberstanden haben, als die offiziellen Verlautbarungen aus Washington bislang glauben machen wollten. Was als militĂ€rischer Knockout verkauft wurde, entpuppt sich nun offenbar als handfester Etikettenschwindel.

70 Prozent des Arsenals – die unbequeme Wahrheit

Wie fĂŒhrende US-Medien unter Berufung auf interne GeheimdiensteinschĂ€tzungen berichten, verfĂŒge das Regime in Teheran nach wie vor ĂŒber rund 70 Prozent seines Raketenbestands aus der Vorkriegszeit. Bei den mobilen Abschussrampen, jenen schwer zu fassenden, beweglichen TrĂ€gersystemen, sollen sogar zwischen 70 und 75 Prozent funktionsfĂ€hig geblieben sein. Eine Zahl, die im krassen Widerspruch zu jenen TriumphgesĂ€ngen steht, die noch vor wenigen Wochen aus dem Pentagon zu vernehmen waren.

Besonders pikant: Iran habe demnach wieder operativen Zugriff auf 30 von 33 Raketenstandorten entlang der strategisch hochbrisanten Straße von Hormus. Auch die unterirdischen LagerstĂ€tten und Abschussanlagen seien laut den Mai-EinschĂ€tzungen der amerikanischen Dienste in weiten Teilen wieder zugĂ€nglich. Wer sich mit militĂ€rischer Logik auch nur am Rande beschĂ€ftigt, weiß, was das bedeutet: Die Mullahs sind keineswegs am Boden, sie haben sich lediglich geduckt.

Trumps Wutausbruch und Hegseths GrĂ¶ĂŸenwahn

Der US-PrĂ€sident reagierte erwartungsgemĂ€ĂŸ dĂŒnnhĂ€utig. Auf seiner Plattform Truth Social wetterte Trump, derartige Berichte seien „praktisch Verrat" und wĂŒrden dem Iran „falsche Hoffnung" geben. Ein klassischer Reflex, wenn die eigene ErfolgserzĂ€hlung ins Wanken gerĂ€t. Statt die unbequemen Fakten anzuerkennen, wird der Bote ins Visier genommen.

Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte die Operation „Epic Fury" Anfang April noch in geradezu hollywoodreifen Tönen beschrieben. Das iranische Raketenprogramm sei „praktisch zerstört", Abschussrampen, Produktionsanlagen und BestĂ€nde seien „nahezu vollstĂ€ndig wirkungslos" gemacht worden, ließ er damals verlauten. NĂŒchtern betrachtet wirken solche Aussagen heute wie eine PR-Inszenierung, die mehr mit politischer Selbstvergewisserung als mit militĂ€rischer RealitĂ€t zu tun hatte.

Quellenkritik bleibt geboten

Bei aller berechtigten Skepsis gegenĂŒber dem Pentagon-Narrativ darf freilich auch die andere Seite der Medaille nicht ausgeblendet werden. Sowohl die New York Times als auch die Washington Post pflegen seit Jahren eine kaum verhohlene Abneigung gegen Donald Trump. Wer die Berichterstattung dieser BlĂ€tter ĂŒber die vergangenen Jahre verfolgt hat, der weiß: Hier wird selten eine Gelegenheit ausgelassen, dem Republikaner publizistisch eins ĂŒberzubraten. Das mindert nicht zwingend den Wahrheitsgehalt der Geheimdienstinformationen, gebietet aber jene quellenkritische Distanz, die in deutschen Mainstream-Redaktionen leider weitgehend abhandengekommen ist.

Bereits Ende MĂ€rz hatte die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf US-Vertreter berichtet, Washington könne lediglich die Zerstörung eines Drittels des iranischen Raketenarsenals mit Sicherheit bestĂ€tigen. Ein weiteres Drittel galt als möglicherweise beschĂ€digt oder unter TrĂŒmmern verschĂŒttet. Die jetzt durchgesickerten EinschĂ€tzungen passen in dieses Bild deutlich besser als Hegseths Siegesfanfaren.

Was bedeutet das fĂŒr die Weltlage?

Ein militĂ€risch weiterhin handlungsfĂ€higer Iran ist ein geopolitischer Faktor, der die ohnehin angespannte Lage im Nahen Osten weiter destabilisieren dĂŒrfte. Die Mullahs haben mit den mobilen Abschussrampen und ihren unterirdischen Bunkeranlagen offenbar bewiesen, dass auch eine westliche MilitĂ€rsupermacht an asymmetrische Grenzen stĂ¶ĂŸt. Wer geglaubt hatte, mit ein paar massiven SchlĂ€gen lasse sich ein Regime in die Knie zwingen, das seit Jahrzehnten auf genau dieses Szenario hin geplant hat, wird nun eines Besseren belehrt.

FĂŒr die EnergiemĂ€rkte und insbesondere fĂŒr die Straße von Hormus, durch die ein erheblicher Teil des weltweit transportierten Öls fließt, bedeuten diese Erkenntnisse nichts Gutes. Jede neue Eskalationsstufe könnte die Ölpreise nach oben treiben und damit auch die Inflation in Deutschland weiter anheizen. Eine Inflation, die ohnehin durch die Schuldenexzesse der Großen Koalition mit ihrem 500-Milliarden-Sondervermögen weiter befeuert wird.

Edelmetalle als Anker in unsicheren Zeiten

Genau in solchen Phasen geopolitischer Unsicherheit zeigt sich, warum physische Edelmetalle seit Jahrtausenden als KrisenwĂ€hrung gelten. WĂ€hrend Politiker und GenerĂ€le ihre Narrative anpassen mĂŒssen, behĂ€lt Gold seinen inneren Wert. Wer sein Vermögen breit gestreut absichern möchte, sollte ĂŒber eine sinnvolle Beimischung physischer Edelmetalle nachdenken. In Zeiten, in denen selbst offizielle Erfolgsmeldungen mit Vorsicht zu genießen sind, bietet das gelbe Metall jene BestĂ€ndigkeit, die politische Versprechen lĂ€ngst verloren haben.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die hier dargestellten Inhalte spiegeln ausschließlich die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wider. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenstĂ€ndig zu recherchieren und seine Anlageentscheidungen selbst zu verantworten. FĂŒr etwaige Verluste ĂŒbernehmen wir keinerlei Haftung.

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