
Stromausfall legt Mitte Deutschlands lahm: Bahnchaos und Horror-VerspÀtungen
Am vergangenen Samstag stand die Mitte Deutschlands aufgrund eines massiven Stromausfalls still. Tausende Reisende waren betroffen, als der Zugverkehr stundenlang zum Erliegen kam. Eine Sprecherin der Deutschen Bahn erklĂ€rte am Dienstagmorgen, dass eine technische Störung im eisenbahneigenen Funksystem GSM-R die Ursache fĂŒr die BeeintrĂ€chtigungen war. Der Auslöser: Ein Stromausfall beim örtlichen Energieversorger.
Technischer Fehler beim RĂŒckschalten des Notstroms
Die Notstromversorgung der Deutschen Bahn habe zwar funktioniert, doch beim RĂŒckschalten vom Notstrom auf den Netzstrom sei ein technischer Fehler aufgetreten, so die Sprecherin weiter. Dieser Fehler fĂŒhrte dazu, dass in Frankfurt am Main, einem der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Europas, zwei Stunden lang nichts mehr ging. Das Resultat: Mega-Chaos und GedrĂ€nge an den Gleisen, als die ersten ZĂŒge wieder abfuhren.
ICE-ZĂŒge mit bis zu 180 Minuten VerspĂ€tung
In Frankfurt verkehren tĂ€glich rund 1200 Nah- und FernverkehrszĂŒge. Ab kurz nach 13 Uhr am Samstag ging in und um Hessen jedoch nichts mehr. Besonders bemerkenswert: Nicht die Deutsche Bahn informierte ihre Kunden zuerst, sondern der örtliche Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). Auch keine einzige S-Bahn konnte mehr fahren.
Viele Fragen zum Bahn-Debakel sind noch ungeklĂ€rt: Wie viele ZĂŒge fielen aus? Wie viele Minuten VerspĂ€tung waren es insgesamt? Warum steckten Reisende in Norddeutschland fest, wenn in Frankfurt lokal der Strom ausfĂ€llt? Eine Anfrage dazu lĂ€uft noch.
Manuelle Informationsweitergabe
Das Chaos war so groĂ, dass nicht einmal mehr die digitalen Zug-Anzeigen richtig funktionierten. Eine Bahn-Mitarbeiterin griff zum Megafon und las von einem Zettel aktuelle Zug-Infos ab. Alleine an der zentralen Anzeigetafel am Frankfurter Hauptbahnhof wurden noch kurz nach 16 Uhr insgesamt 24 ICE mit 90 bis 180 Minuten VerspĂ€tung angezeigt â falls sie ĂŒberhaupt fuhren.
Techniker beheben Fehler nach zwei Stunden
Die Techniker der Bahn konnten den Fehler nach zwei Stunden beheben. Verzögerungen und AusfĂ€lle gab es jedoch bis in die Abendstunden. Die Bahnsprecherin erklĂ€rte, dass man aus dem Vorfall gelernt habe und nun die Diagnosesysteme anpasse. Sollte ein solcher Fehler erneut auftreten, werde man ihn frĂŒhzeitiger erkennen und schneller beseitigen können. Allerdings gibt es derzeit keine Alternative fĂŒr das GSM-R-Funksystem, was bedeutet, dass bei einem erneuten Ausfall wieder ein Bahn-Chaos drohen könnte.
Dieser Vorfall zeigt einmal mehr die SchwĂ€chen im deutschen Schienennetz und wirft die Frage auf, wie gut die Deutsche Bahn auf solche ZwischenfĂ€lle vorbereitet ist. Die betroffenen Reisenden werden wohl noch lange an dieses Horror-Wochenende zurĂŒckdenken.









