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02.02.2026
16:06 Uhr

Steuerlast steigt weiter: BĂŒrger in Northeim-Herzberg zahlen 867 Millionen Euro an den Fiskus

Steuerlast steigt weiter: BĂŒrger in Northeim-Herzberg zahlen 867 Millionen Euro an den Fiskus

Die Steuerschraube dreht sich unaufhaltsam weiter. Im Einzugsbereich des Finanzamts Northeim-Herzberg haben die BĂŒrger im Jahr 2025 erneut tiefer in die Tasche greifen mĂŒssen. Stolze 867.702.000 Euro an Besitz- und Verkehrssteuern wurden von den 258 BeschĂ€ftigten des Finanzamts festgesetzt – ein Anstieg gegenĂŒber dem Vorjahr, als noch 862.543.000 Euro zusammenkamen. WĂ€hrend der Staat also immer mehr kassiert, mĂŒssen die Steuerzahler gleichzeitig lĂ€nger auf die Bearbeitung ihrer ErklĂ€rungen warten.

Die Zusammensetzung der Steuerlast

Das Finanzamt Northeim-Herzberg ist zustĂ€ndig fĂŒr große Teile des Landkreises Northeim sowie Teile des Landkreises Göttingen, einschließlich des Bereichs Duderstadt und des frĂŒheren Altkreises Osterode. Die Steuereinnahmen setzen sich aus verschiedenen Quellen zusammen: Die Lohnsteuer macht mit 355.870.000 Euro den Löwenanteil aus, gefolgt von der Umsatzsteuer mit 312.129.000 Euro. Die Einkommensteuer trĂ€gt 102.382.000 Euro bei, wĂ€hrend die Körperschaftsteuer 49.274.000 Euro einbringt.

Zur Einordnung: Die Lohnsteuer ist eine Erhebungsform der Einkommensteuer, die direkt vom Arbeitslohn abgezogen wird. Die Körperschaftsteuer hingegen betrifft juristische Personen wie Kapitalgesellschaften, Vereine und Genossenschaften. Die Umsatzsteuer schließlich wird auf den Verkauf von Waren und das Erbringen von Dienstleistungen erhoben – und trifft damit letztlich jeden Verbraucher.

Landesweiter Vergleich: Mittelfeld fĂŒr Northeim-Herzberg

Im niedersÀchsischen Vergleich belegt das Finanzamt Northeim-Herzberg Platz 22 von 49 VeranlagungsfinanzÀmtern. Unangefochten an der Spitze thront Hannover mit einem gewaltigen Steueraufkommen von 8.883.316.000 Euro. Die Landeshauptstadt kassiert also mehr als das Zehnfache dessen, was in der Region Northeim-Herzberg zusammenkommt.

LĂ€ngere Wartezeiten trotz Digitalisierung

Was den BĂŒrger jedoch besonders Ă€rgern dĂŒrfte: Die Bearbeitungszeit fĂŒr SteuererklĂ€rungen hat sich spĂŒrbar verlĂ€ngert. Laut dem Onlineportal lohnsteuer-kompakt.de liegt das Finanzamt Northeim-Herzberg mit durchschnittlich 50,7 Bearbeitungstagen nur noch auf Platz 268 im bundesweiten Ranking. Im Vorjahr waren es noch 46,5 Tage und Platz 194. Eine deutliche Verschlechterung also, wĂ€hrend der Staat gleichzeitig mehr Geld einsammelt.

Deutlich effizienter arbeitet das benachbarte Finanzamt Goslar-Bad Gandersheim mit nur 43,2 Tagen Bearbeitungszeit, was Platz 104 entspricht. Im BundeslĂ€ndervergleich landet Niedersachsen auf einem respektablen sechsten Platz. Spitzenreiter ist ĂŒberraschenderweise Berlin mit 46,3 Tagen, wĂ€hrend Bremen mit 74,3 Tagen das Schlusslicht bildet.

„Ein wesentlicher Grund fĂŒr die schnelleren Bearbeitungszeiten sind Digitalisierung und Automatisierung in der Fallbearbeitung", erklĂ€rt Felix Bodeewes, GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Lohnsteuer-kompakt.de.

Selbst die Hundesteuer steigt

Das Statistische Bundesamt hat fĂŒr das Jahr 2024 einen Anstieg der Hundesteuereinnahmen um 2,2 Prozent auf 430 Millionen Euro verzeichnet. Parallel dazu stiegen die Preise fĂŒr Hunde- und Katzenfutter um 2,3 Prozent. Der Staat greift also selbst bei den treuesten Begleitern des Menschen krĂ€ftig zu.

Die stetig steigende Steuerlast bei gleichzeitig sinkender Effizienz der Behörden wirft einmal mehr die Frage auf, ob der deutsche Steuerzahler fĂŒr sein Geld auch einen angemessenen Gegenwert erhĂ€lt. In Zeiten, in denen die neue Bundesregierung ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen plant und die Staatsschulden weiter explodieren, dĂŒrfte die Belastung der BĂŒrger kaum sinken – im Gegenteil.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Steuerberatung dar. Die Inhalte entsprechen lediglich unserer eigenen EinschĂ€tzung und den uns vorliegenden Informationen. FĂŒr individuelle steuerliche Fragen sollten Sie stets einen qualifizierten Steuerberater konsultieren.

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