
Sprengstoffweste in Mutters KĂŒche: Wie ein geplanter Terroranschlag in Bremen nur durch Zufall verhindert wurde

Es ist eine Geschichte, die einem das Blut in den Adern gefrieren lĂ€sst. Eine Sprengstoffweste, gebastelt im Wohnhaus einer Mutter. Chemische Stoffe, bestellt fĂŒr einen makabren Testlauf am heimischen KĂŒchentisch. Und ein perfider Plan, möglichst viele unschuldige Menschen in den Tod zu reiĂen. Das Landgericht Bremen hat nun ein Urteil gefĂ€llt â und doch bleibt der bittere Beigeschmack, dass dieser Anschlag nur durch puren Zufall verhindert werden konnte.
Achteinhalb Jahre Haft â und ein freigesprochener Komplize in der Psychiatrie
Ein 35-jĂ€hriger Mann wurde wegen der Verabredung zum Mord, der Verabredung zur HerbeifĂŒhrung einer Explosion und wegen Terrorismus-Finanzierung zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Sein 20-jĂ€hriger Neffe und Komplize, den das Gericht als psychisch krank und nur eingeschrĂ€nkt steuerungsfĂ€hig einstufte, wurde freigesprochen, muss jedoch in die Psychiatrie. RechtskrĂ€ftig ist das Urteil noch nicht.
Die Richter zeigten sich ĂŒberzeugt: Die beiden Deutschen hĂ€tten im vergangenen Sommer ihre todbringenden PlĂ€ne bereits konkretisiert. Mit Schusswaffen wollten sie nach den Feststellungen des Gerichts möglichst viele Menschen erschieĂen. Beim Eintreffen der EinsatzkrĂ€fte hĂ€tte sich der 20-JĂ€hrige dann mit einer selbst gefertigten Sprengstoffweste in die Luft sprengen sollen â ein Selbstmordattentat mitten in Deutschland.
Synagoge, Klinik, GroĂveranstaltung â die ganze Bandbreite des Schreckens
Als mögliche Ziele hĂ€tten die beiden eine Klinik, eine öffentliche GroĂveranstaltung oder eine Synagoge in Bremerhaven ins Auge gefasst. Man lasse sich diese AufzĂ€hlung auf der Zunge zergehen: Orte, an denen sich Menschen ahnungslos und schutzlos versammeln, sollten zum Schauplatz eines Blutbads werden.
Drei chemische Stoffe seien fĂŒr einen Test in der KĂŒche bestellt worden â die Mutter des 35-JĂ€hrigen habe dabei eine Rolle gespielt. Erst Beamte durchkreuzten die PlĂ€ne.
Und genau hier liegt der eigentliche Skandal: Die Ermittler stieĂen lediglich im Rahmen anderer Ermittlungen zufĂ€llig auf die Chats zwischen den beiden MĂ€nnern. HĂ€tten die Beamten nicht durch einen glĂŒcklichen Zufall mitgelesen â wer mag sich ausmalen, was passiert wĂ€re? Sicherheit, die vom Zufall abhĂ€ngt, ist keine Sicherheit. Sie ist ein GlĂŒcksspiel mit Menschenleben.
Wenn der Staat nur noch zufĂ€llig schĂŒtzt
WĂ€hrend die Politik in Berlin sich in Symboldebatten und Gendersternchen verliert, wĂ€chst im Land eine Bedrohungslage, die immer schwerer zu kontrollieren scheint. Der jĂŒngere Angeklagte legte ein GestĂ€ndnis ab, sein Onkel schwieg eisern zu den VorwĂŒrfen. Bleibt die unbequeme Frage: Wie viele solcher PlĂ€ne reifen unbemerkt heran, ohne dass ein glĂŒcklicher Zufall die Ermittler darauf stöĂt?
Es ist nicht allein die Meinung unserer Redaktion, sondern die wachsende Sorge eines groĂen Teils der deutschen Bevölkerung, dass der Staat seiner ureigensten Pflicht â dem Schutz seiner BĂŒrger â immer weniger gerecht wird. Wer Sicherheit ernst nimmt, braucht eine Politik, die wieder konsequent fĂŒr die Menschen in diesem Land handelt, statt sich in ideologischen NebenschauplĂ€tzen zu verlieren. Dieser Fall ist eine Mahnung. Hoffentlich wird sie gehört.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt die EinschÀtzung unserer Redaktion auf Grundlage der vorliegenden Informationen wieder und stellt keine Rechtsberatung dar. Die Bewertung des dargestellten Sachverhalts obliegt allein den zustÀndigen Gerichten. Es gilt die Unschuldsvermutung, solange das Urteil nicht rechtskrÀftig ist.
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