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02.07.2026
16:39 Uhr

Skandal in England: Kinderschänder frei – und unantastbar dank einer Gesetzeslücke

Skandal in England: Kinderschänder frei – und unantastbar dank einer Gesetzeslücke

Es ist ein Urteil, das dem gesunden Menschenverstand ins Gesicht schlägt: Der Kopf einer der berüchtigtsten „Grooming Gangs“ Großbritanniens spaziert aus dem Gefängnis – und darf trotz seiner unfassbaren Verbrechen nicht in seine Heimat abgeschoben werden. Ein Paragraph aus dem Jahr 1971 macht es möglich. Willkommen in einem Europa, das seine Gesetze offenbar eher zum Schutz von Sexualstraftätern als zum Schutz der eigenen Töchter geschrieben hat.

Ein Verbrecher wird zum Nutznießer bürokratischer Absurdität

Shabir Ahmed, der 73-jährige Anführer eines pakistanischen Pädophilenrings aus dem nordenglischen Rochdale, hat nach Berichten des Boulevardblattes The Sun die Justizvollzugsanstalt in Leeds verlassen. Ursprünglich verurteilte man ihn 2012 zu 22 Jahren Haft – wegen zahlreicher Vergewaltigungen von Minderjährigen. Seine britische Staatsbürgerschaft verlor er. Und dennoch: Nach Pakistan zurück muss er nicht.

Der Grund ist ein Relikt aus einer anderen Zeit. Da Ahmed bereits 1967 aus Pakistan – als Mitglied des Commonwealth of Nations – nach Großbritannien kam, greift für ihn ein Einwanderungsgesetz von 1971. Wer als Commonwealth-Bürger vor 1973 fünf Jahre im Land lebte, genießt praktisch uneingeschränktes Bleiberecht. So verhindert ein halbes Jahrhundert alter Verwaltungsakt die Abschiebung eines Mannes, der Mädchen ab zwölf Jahren unter Alkohol und Drogen setzte, um sie zu missbrauchen und weiterzuverkaufen.

„Uns wurden falsche Versprechen gemacht“, klagte eines der anonymen Opfer gegenüber dem Sender ITV.

Die Opfer bleiben allein zurück

Statt in ein Flugzeug nach Islamabad gesetzt zu werden, soll Ahmed nun in einer Wohneinrichtung unter polizeilicher Aufsicht leben – fernab von Rochdale, ausgestattet mit einer GPS-Fußfessel. Ein schwacher Trost für jene Frauen, deren Leben er zerstörte. „Auch wenn er nicht dort ist, kennt er trotzdem Leute und hat die Möglichkeit, mit ihnen zu sprechen“, so das Opfer weiter. „Das gibt mir ein unsicheres Gefühl.“

Auch die Belastungszeugin Sara Rowbotham, einst Mitarbeiterin der Stadtverwaltung, fand deutliche Worte. Sie sorge sich, den Verbrecher aus einer nahegelegenen Unterkunft herauskommen zu sehen. „Wenn ich das verspüre, wie soll es dann den Frauen gehen, die er missbrauchte?“, fragte sie den Guardian. Eine Frage, auf die die britische Politik über Jahre keine Antwort fand – und die sie am liebsten gar nicht gestellt hätte.

Wie sich ein Verbrecher aufführt

Wer glaubt, ein solcher Mann zeige wenigstens ein Fünkchen Reue, der irrt. Während seines Prozesses beschimpfte Ahmed die zuständige Richterin als „rassistische Schlampe“. Von den missbrauchten Minderjährigen forderte er, ihn als „Daddy“ zu bezeichnen. Und selbstverständlich klagte er – erfolglos – vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gegen sein Urteil. Ausgerechnet jene Institution, die sich so gerne als moralisches Gewissen des Kontinents inszeniert, sollte diesem Täter zur Seite springen.

Politik entdeckt spät ihr Gewissen

Nun, da die Empörung durch das Land rollt, überbieten sich Labour und Tories mit Forderungen. Andy Burnham, aussichtsreicher Nachfolger von Premierminister Keir Starmer, verlangte, sämtliche Rückführungsoptionen zu prüfen. „Die Opfer müssen an erster Stelle stehen“, schrieb er auf X. Tory-Chefin Kemi Badenoch kündigte gar eine Gesetzesnovelle im Unterhaus an, um die Abschiebung endlich zu ermöglichen.

Man fragt sich allerdings: Wo war dieser Tatendrang, als über Jahre hinweg Behörden und Polizei wegsahen? Die Bande aus Rochdale operierte zwischen 2008 und 2010. Im ebenfalls nordenglischen Rotherham wurden zwischen 1997 und 2013 mindestens 1.400 Mädchen ab elf Jahren betäubt, vergewaltigt und misshandelt – und die dortige Labour-Stadtverwaltung sowie die Polizei wussten seit 2001 Bescheid. Sie schwiegen. Aus Angst, als „rassistisch“ zu gelten, opferte man die Unschuld englischer Kinder auf dem Altar der politischen Korrektheit.

Ein Menetekel auch für Deutschland

Nach einem privat finanzierten Bericht sollen ähnliche Pädophilenringe in bis zu 149 Gemeinden und Städten des Vereinigten Königreichs aktiv gewesen sein. Es handelt sich also nicht um bedauerliche Einzelfälle, sondern um ein flächendeckendes Versagen des Staates. Ein Versagen, das dort begann, wo man die Sicherheit der eigenen Bevölkerung einer falsch verstandenen Toleranz unterordnete.

Wer meint, dies sei ein rein britisches Problem, der sollte genauer hinsehen. Auch hierzulande häufen sich die Fälle, in denen der Schutz von Tätern über den Schutz der Bürger gestellt wird und Abschiebungen an juristischen Winkelzügen scheitern. Es ist die bittere Wahrheit, die ein großer Teil des Volkes längst empfindet: Wir brauchen einen Staat, der wieder den Mut aufbringt, seine Bürger vor solchen Verbrechern zu schützen – und nicht die Verbrecher vor der gerechten Konsequenz. Alles andere ist ein Verrat an den Opfern.

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