Kettner Edelmetalle
31.08.2026
13:47 Uhr
KI-generiert

Sex-SprĂŒche auf Kinder-Eis: Eklat im Wiener Rathaus!

Sex-SprĂŒche auf Kinder-Eis: Eklat im Wiener Rathaus!
Symbolbild: KI-generiert

Ein Ferienprogramm fĂŒr Acht- bis 13-JĂ€hrige, mitten im Wiener Rathaus, finanziert aus öffentlichen Mitteln – und am Ende Wassereis mit anzĂŒglichen Aufdrucken in KinderhĂ€nden. Bei der Kinderstadt „Wienopolis“ vom 24. bis 28. August wurden Eisstangen ausgegeben, auf deren Verpackungen SprĂŒche wie „Lutsch dein Ding“, „Saugen und lutschen erlaubt“ und „Nur hart macht’s Spaß“ prangten. Der Veranstalter hat sich inzwischen entschuldigt, die Opposition verlangt Konsequenzen.

Demokratie lernen – und dann das

Die Idee klang eigentlich vorbildlich: Kinder sollten in einer Miniaturstadt arbeiten, Spielgeld verdienen, eine Regierung wĂ€hlen, eigene Regeln beschließen. Mitbestimmung, Demokratiebildung, Gemeinschaft – so beschrieb der Veranstalter WienXtra das Konzept.

Der Lerneffekt der letzten Veranstaltungstage dĂŒrfte allerdings ein anderer gewesen sein. Eine Mutter machte den Fall publik, Bilder der Verpackungen verbreiteten sich rasant ĂŒber soziale Netzwerke. Österreichische Medien berichteten flĂ€chendeckend ĂŒber den Vorfall.

„Ein großer Fehler, der nicht passieren darf“

WienXtra rĂ€umte den Vorfall ein und entschuldigte sich bei Kindern und Eltern. Die Sorten mit den „anzĂŒglichen und absolut inadĂ€quaten SprĂŒchen“ seien wĂ€hrend der Woche konsequent aussortiert worden, hieß es in einer Stellungnahme. Gegen Ende der Veranstaltung seien die betreffenden Produkte jedoch versehentlich doch ausgegeben worden.

Zudem hÀtten die tatsÀchlich aufgedruckten Botschaften nicht dem entsprochen, was man im Vorfeld an Informationen erhalten habe. Der Veranstalter sprach von einem

großen Fehler, der nicht passieren darf.

Die SprĂŒche seien mit dem eigenen Anspruch an Kinder- und Jugendarbeit unvereinbar.

Kein Zufallsfund: Das Produkt steht seit Jahren in der Kritik

Bemerkenswert ist der Kontext. Es handelt sich um ein saures Wassereis eines deutschen SĂŒĂŸwarenherstellers, dessen Aufdrucke bereits seit 2024 öffentlich kritisiert werden – und das trotzdem regulĂ€r im Handel steht. Die blaue Variante wird vom Hersteller auf der eigenen Internetseite weiterhin mit dem Spruch „Lutsch dein Ding“ beworben.

Bereits im Juli 2025 wandte sich eine deutsche Kinderschutzorganisation mit einer Pressemitteilung an die Öffentlichkeit. Deren VorstĂ€ndin erklĂ€rte darin, solche SprĂŒche seien keineswegs harmlos, sie transportierten sexualisierte Sprache direkt in den Alltag von Kindern. Das Unternehmen betone, das Produkt richte sich an junge Erwachsene – ein Hinweis auf eine Altersfreigabe fehle auf der Verpackung jedoch, so die Organisation.

FPÖ und ÖVP fordern AufklĂ€rung

Die Wiener FPÖ sprach von einem „Ekel-Skandal“. Familiensprecherin Ricarda Berger bezeichnete den Vorgang laut Berichten als „psychische GrenzĂŒberschreitung sondergleichen“ und sah darin eine gezielte Desensibilisierung und FrĂŒhsexualisierung von Kindern.

Fraktionschef Maximilian Krauss nahm die von BĂŒrgermeister Michael Ludwig gefĂŒhrte SPÖ-Stadtregierung in die Pflicht: Es mĂŒsse geklĂ€rt werden, wie die Produkte ĂŒberhaupt in die Veranstaltung gelangten und wer die Kontrolle versĂ€umt habe. Das Rathaus dĂŒrfe kein „Experimentierlabor fĂŒr völlig deplatzierte Phantasien“ werden.

Auch die Wiener ÖVP verlangte Antworten. Familiensprecherin Sabine Keri wollte wissen, wer die Produkte ausgewĂ€hlt und freigegeben habe und ob ĂŒberhaupt ein Kinderschutzkonzept existiere. Eine Entschuldigung genĂŒge nicht.

Die eigentliche Frage bleibt offen

Aus Sicht unserer Redaktion liegt der Kern des Falls weniger im Marketing eines SĂŒĂŸwarenherstellers als in der Sorgfaltspflicht des Staates. Wer Kinder in ein Rathaus einlĂ€dt und öffentliche Mittel dafĂŒr einsetzt, trĂ€gt Verantwortung fĂŒr jedes Detail – auch fĂŒr die Verpackung eines Wassereises.

FĂŒr viele Eltern dĂŒrfte genau das die unbequeme Erkenntnis sein: Nicht das Eis war das Problem, sondern die fehlende Kontrolle. Und die lĂ€sst sich nicht wegschlecken.

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