
„Schweinegesichter“-Eklat: ZDF-Komiker Krömer sperrt AfD-Wähler aus!

Wenige Wochen vor dem Start seiner neuen ZDFneo-Show „Krömers letzte Stunde“ sorgt Kurt Krömer für einen Sturm der Entrüstung. Auf Instagram verkündet der Berliner Comedian, er wolle keine Tickets an AfD-Wähler verkaufen, und nennt sie in einem Video „Schweinegesichter“. Inzwischen liegt gegen ihn eine Strafanzeige vor.
Vom Grimme-Preisträger zum Dauer-Empörer
Krömer heißt eigentlich Alexander Bojcan und wurde 1974 in Neukölln geboren. Seine Lehre brach er ab, danach arbeitete er auf dem Bau und als Putzmann, bevor er auf der Bühne Karriere machte. Seine rbb-Talkshow „Chez Krömer“ lief von 2019 bis 2022 und bekam zwei Grimme-Preise. Mit seinem Bestseller über die eigene Depression wurde er für viele zum Vorbild.
Dann kam das Ende mit Knall. Krömer verließ mitten in der Sendung das Studio, weil er mit seinem Gast Faisal Kawusi nicht zurechtkam. Kurz darauf wurde das Format eingestellt. Krömers Kommentar damals: „Mein Bedarf an Arschlöchern ist damit gedeckt.“
„Euer Geld stinkt“: Der Ton wird rauer
Jetzt bewirbt der 51-Jährige sein Comeback vor 1,1 Millionen Followern. Und er postet fast täglich gegen die AfD. Anfang Oktober wandte er sich in einem Video an die Anhänger der Partei:
„Keine Tickets für AfD-Wähler. Euer Geld möchte ich nicht, das stinkt, genauso wie ihr. Außerdem hab‘ ich keine Lust, auf der Bühne zu stehen und in irgendwelche Schweinegesichter zu gucken. Meine Shows sind und bleiben halal. Danke!“
Dazu kamen rosa Schweinsnasen-Emojis, Pflicht-Deutschkurse für AfD-Wähler und immer wieder der Ruf „Heilt Höcke!“. Krömer selbst sieht sich nicht als Wahlhelfer. Ihn störe, dass die AfD in Teilen gesichert rechtsextrem sei. Die Partei solle so weit rechts stehen wie die CDU der 1980er-Jahre. Warum er gerade jetzt so laut wird? Es gehe ihm um seine mentale Gesundheit, sagt er.
Strafanzeige und Petition gegen das ZDF
Medienberichten zufolge hat der Brandenburger Landtagsabgeordnete und AfD-Bundesvorstand Dennis Hohloch Strafanzeige erstattet. Der Vorwurf laute auf Volksverhetzung und Beleidigung. Hohloch argumentiert, Krömer beschimpfe nicht nur Parteimitglieder, sondern eine viel größere Gruppe: die Wähler. Eine Online-Petition fordert das ZDF außerdem auf, die Zusammenarbeit zu beenden.
Krömer antwortete darauf mit Spott. Er teilte ein Foto von Hohloch und wies darauf hin, dass der Brandenburger Verfassungsschutz den Politiker als gesichert rechtsextrem führt. Ob die Aussagen strafbar sind, müssen jetzt die Behörden klären.
Und der Sender? Zuckt mit den Schultern
Das ZDF geht auf Abstand. Laut Medienberichten erklärte der Sender, Krömers Instagram-Beitrag stehe „in keinem Zusammenhang mit einer Produktion des ZDF“. Show-Chef Oliver Heidemann verspricht für November „Krömer-Sachen, alles etwas unberechenbar“.
Bequem ist diese Haltung allemal. Den Rundfunkbeitrag zahlen alle Haushalte, also auch die Millionen Menschen, die bei der Bundestagswahl 2025 der AfD ihre Stimme gaben. Ein Sender, der zu Ausgewogenheit verpflichtet ist, holt sich ausgerechnet jemanden ins Programm, der einen großen Teil der Beitragszahler öffentlich als „Schweinegesichter“ bezeichnet. Kritiker halten das für mehr als nur geschmacklos.
Das Muster ist bekannt
Der Fall reiht sich ein in andere Kontroversen. Erst vor Kurzem bekam Jan Böhmermann heftigen Gegenwind für einen Clip, in dem ein Lastwagen ihn auf einem blauen Simson-Moped überrollt. Viele sahen darin eine Anspielung auf AfD-Politiker Ulrich Siegmund. Ein Verband der Lkw-Fahrer nannte das Video Berichten zufolge menschenverachtend.
Kalkül oder echte Überzeugung?
Ob Krömer mit dem Wirbel nur Werbung macht, muss jeder selbst beurteilen. Schon über die späten Folgen von „Chez Krömer“ schrieb das RND, Krömers Ablehnung sei „zu festgefahren“, um wirklich mit seinen Gästen zu reden. Gleichzeitig sei er nicht bissig genug, um sie zu zerlegen.
Die vier Folgen von „Krömers letzte Stunde“ laufen ab dem 26. November donnerstags auf ZDFneo. Produziert werden sie von der Kölner Bildundtonfabrik. Ob es danach weitergeht, ist offen. Vielleicht wird der Titel ja wörtlich genommen.
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