Kettner Edelmetalle
05.01.2026
13:50 Uhr

Schuldenbremse als Farce: IMK warnt vor explodierender Staatsschuldenquote durch Rüstungsausgaben

Die deutsche Finanzpolitik steuert auf einen Abgrund zu, den man mit bloßem Auge hätte sehen können. Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in Düsseldorf schlägt nun Alarm: Die Schuldenquote Deutschlands könnte bis 2050 auf nahezu 100 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ansteigen. Ein Szenario, das selbst hartgesottene Finanzexperten erschaudern lässt.

Die Schuldenbremse – ein zahnloser Tiger

Was einst als eiserne Regel galt, wurde durch die Reform vom Frühjahr 2025 zur Makulatur degradiert. Die neue Regelung erlaubt es, Verteidigungsausgaben, Ukraine-Hilfen sowie Kosten für Katastrophen- und Bevölkerungsschutz vollständig über Kredite zu finanzieren – und zwar ohne jegliche Obergrenze, sofern sie ein Prozent des BIP übersteigen. Eine Blankovollmacht für Schulden, die kommende Generationen noch bitter bereuen werden.

IMK-Chef Sebastian Dullien bringt es auf den Punkt: Die Reform sei "genau falsch herum aufgezogen worden". Statt großzügige Spielräume für echte Investitionen zu schaffen und die Verteidigungsausgaben temporär zu begrenzen, habe man das Gegenteil getan. Begrenzte Mittel für Investitionen, unbegrenzte Kreditaufnahme für Rüstung – eine Logik, die sich nur erschließt, wenn man den gesunden Menschenverstand an der Garderobe abgibt.

Von 65 auf 100 Prozent – der Weg in die Schuldenfalle

Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache. Aktuell liegt die Schuldenquote von Bund, Ländern und Gemeinden bei etwa 65 Prozent des BIP. Ein Wert, der im europäischen Vergleich noch als solide gilt. Doch wenn die aktuelle Regelung Bestand hat, droht ein Anstieg um mehr als 30 Prozentpunkte innerhalb der nächsten 25 Jahre.

Besonders pikant: Das IMK gehört traditionell zu den Befürwortern einer flexibleren Schuldenpolitik. Wenn selbst diese Institution die Alarmglocken läutet, sollte dies jeden aufhorchen lassen, der noch einen Funken Verantwortungsbewusstsein für die finanzielle Zukunft dieses Landes besitzt.

Rüstung schafft keine Werte – nur Schulden

Der entscheidende Unterschied zwischen Verteidigungsausgaben und echten Investitionen liegt auf der Hand: Panzer, Kampfjets und Munition generieren kein wirtschaftliches Wachstum. Sie schaffen keine Arbeitsplätze in der Breite, sie verbessern keine Infrastruktur, sie steigern nicht die Produktivität der deutschen Wirtschaft. Sie sind schlicht konsumtive Ausgaben, die über Generationen hinweg abbezahlt werden müssen.

"Ausschließlich bei zusätzlichen investiven Ausgaben des Staates sollte eine langfristige Schuldenfinanzierung ermöglicht werden."

So lautet die klare Empfehlung der IMK-Studie. Eine Forderung, die in den Ohren der aktuellen Regierung offenbar ungehört verhallt.

Die Vermögensabgabe als Lösung?

Das IMK schlägt vor, Rüstungsausgaben zu einem erheblichen Teil über Steuern zu finanzieren – einschließlich einer "zweckgebundenen einmaligen Sonderabgabe auf sehr große Vermögen". Ein Vorschlag, der in konservativen Kreisen naturgemäß auf wenig Gegenliebe stoßen dürfte. Doch die Alternative – eine unkontrollierte Schuldenexplosion – ist kaum attraktiver.

Das Sondervermögen: Licht und Schatten

Deutlich positiver bewertet die Studie das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) mit seinem Volumen von 500 Milliarden Euro. Bei vollständiger Nutzung für echte Investitionen könnte das Wirtschaftswachstum Mitte der 2040er-Jahre um 1,4 Prozent höher liegen. Die Schuldenquote würde lediglich um elf Prozentpunkte steigen und rasch wieder auf das heutige Niveau sinken.

Doch auch hier ist Skepsis angebracht. Friedrich Merz hatte im Wahlkampf versprochen, keine neuen Schulden zu machen. Dieses Versprechen wurde mit dem SVIK bereits gebrochen, bevor die Tinte auf dem Koalitionsvertrag trocken war. Die 500 Milliarden Euro werden künftige Generationen durch Steuern und Abgaben finanzieren müssen – eine Hypothek, die man ihnen ohne ihre Zustimmung aufbürdet.

Ein Blick in die Zukunft

Die aggressive Politik Russlands und die Drohungen der USA unter Präsident Trump, die militärische Unterstützung Europas zurückzufahren, haben Deutschland in eine Zwickmühle gebracht. Mehr Verteidigung ist zweifellos notwendig. Doch die Art und Weise, wie diese Ausgaben finanziert werden, entscheidet darüber, ob Deutschland auch in 25 Jahren noch handlungsfähig sein wird.

Die IMK-Studie ist ein Weckruf, der nicht ungehört verhallen darf. Eine Schuldenquote von 100 Prozent würde Deutschland in eine Liga mit Ländern wie Italien oder Frankreich katapultieren – Staaten, deren finanzielle Handlungsfähigkeit bereits heute stark eingeschränkt ist. Wer glaubt, dass sich Schulden von selbst erledigen, der irrt gewaltig.

Edelmetalle als Stabilitätsanker

In Zeiten explodierender Staatsschulden und einer Währung, die durch immer neue Kreditaufnahmen verwässert wird, gewinnen physische Edelmetalle wie Gold und Silber an Bedeutung. Sie bieten einen Schutz vor der schleichenden Entwertung des Geldes und sollten als sinnvolle Ergänzung zur Vermögenssicherung in einem breit gestreuten Anlageportfolio nicht fehlen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung ausreichend recherchieren oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.

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