Kettner Edelmetalle
13.06.2026
09:13 Uhr

Sahara-Strom 2.0: Wie BrĂĽssel 25 Milliarden Euro in einen energiepolitischen Friedhof versenkt

Sahara-Strom 2.0: Wie BrĂĽssel 25 Milliarden Euro in einen energiepolitischen Friedhof versenkt

Manche Ideen sterben nie – sie verwandeln sich nur in Zombies, die durch die Brüsseler Amtsstuben geistern. Genau ein solcher Untoter ist soeben aus seiner Gruft auferstanden. Unter dem klangvollen Bürokratenkürzel T-MED, was ausgeschrieben „Trans-Mediterranean Renewable Energy and Clean-Tech Cooperation Initiative“ heißt, plant die Europäische Union die Wiederbelebung eines Projekts, das schon vor einem Jahrzehnt grandios gescheitert ist. Wer sich noch an den Namen Desertec erinnert, der ahnt bereits, wohin die Reise geht.

Ein Jahrhundertprojekt als Grabstein europäischer Energiepolitik

Desertec war einst die große Erzählung: Sonnenstrom aus der unendlichen Weite der Sahara, finanziert mit europäischem Kapital, transportiert in die energiehungrige Industrie des Kontinents. Rund 400 Milliarden Euro sollte das Mammutvorhaben kosten. Dann verschwand es still und leise in den Schubladen, in denen Brüssel seine kostspieligen Träume zu beerdigen pflegt – ohne dass jemals ein einziger nennenswerter Wattbetrag in Europa angekommen wäre.

Und nun, da die europäische Energieversorgung nach Jahren ideologisch getriebener Zentralplanung am Boden liegt, kramt man den Kadaver wieder hervor. Diesmal allerdings in abgespeckter Form. Statt 400 Milliarden sollen es nur noch 25 Milliarden Euro sein, die über Kreditgarantien, Preiszusagen und das übliche Förderkarussell in die nordafrikanische Energieinfrastruktur fließen. Sogar von 100.000 gut bezahlten Arbeitsplätzen in der Region träumen die Planer. Es sind die typischen Rechenexperimente aus der Fantasiewelt des Brüsseler Bürokratismus.

Flatterstrom als Heilsversprechen

Verständlich ist der Wunsch der EU, sich aus der energiepolitischen Abhängigkeit von amerikanischem Flüssiggas zu lösen. Nur stellt sich die naheliegende Frage: Soll dieser Befreiungsschlag ausgerechnet mit überteuertem, wetterabhängigem Flatterstrom gelingen? Die Antwort dürfte jeder vernünftige Bürger bereits kennen.

Bis 2035 möchte man in Nordafrika eine installierte Leistung von rund 15 Gigawatt aus Solar- und Windkraft aufbauen. Brüssel selbst wagt sich dabei kaum aus der Deckung und legt lediglich eine magere Kreditgarantie von fünf Milliarden Euro auf den Tisch – ein wenig „Nudging mit dem Subventionsbeutel“, um private Investoren anzulocken. Zentraler Partner soll Marokko werden, wo mit Projekten wie Ouarzazate bereits industrielle Strukturen existieren.

Zwischen Planung und Umsetzung klaffen bei EU-Großprojekten regelmäßig Gräben, die eher die Distanz zwischen den Küsten des Atlantiks beschreiben als die schmale Meerenge von Gibraltar.

Die unbequeme Rechnung, ĂĽber die niemand spricht

Wer einen Taschenrechner zur Hand nimmt, erkennt schnell die ganze Misere. Die geplanten 15 Gigawatt würden in einer theoretischen Bedarfskalkulation gerade einmal den Strombedarf von zehn Millionen Haushalten decken – und das auch nur, wenn eine parallele Grundlast-Infrastruktur die Launenhaftigkeit der erneuerbaren Energien ausgleicht. Bei einem europäischen Gesamtstromverbrauch von rund 3.000 Terawattstunden pro Jahr ist das ein Tropfen auf den heißen Wüstenstein.

Und dann wäre da noch die Kleinigkeit des Transports. Eine rund 3.300 Kilometer lange Wasserstoffpipeline namens „South H2 Corridor“ soll aus umgewidmeten Erdgasleitungen entstehen und Wasserstoff von Tunesien und Algerien über Italien und Österreich bis nach Deutschland bringen. Wer die Stromvariante bevorzugt, müsste Hochspannungsgleichstromleitungen durch oder unter das Mittelmeer verlegen. Über die Finanzierung dieser fiskalischen Mammutaufgabe schweigt man in Brüssel naturgemäß lieber.

Warum keine grĂĽne Afrika-Anleihe?

Bemerkenswert ist eine Beobachtung: Wäre das Vorhaben tatsächlich so vielversprechend, wie die Hochglanzbroschüren suggerieren, hätte die sonst so schuldenfreudige EU keine Sekunde gezögert, eine eigene grüne Afrika-Anleihe zu emittieren und die Mitgliedstaaten noch tiefer in die Verschuldung zu treiben. Dass man stattdessen mit einer mickrigen Garantie hantiert, verrät viel über das wahre Vertrauen der Planer in ihr eigenes Werk.

Es drängt sich der Verdacht auf, dass es hier weniger um Energieversorgung geht als um das Verteilen vorhandener Budgetmittel – und um eine medientaktische Selbstinszenierung, die das Scheitern der europäischen Energiepolitik nun auch noch auf die internationale Bühne hievt.

Eine gefährliche neue Abhängigkeit

Besonders brisant ist die politische Dimension. Wer die instabilen Verhältnisse rund um die Sahara kennt, der weiß, dass eine vollständig mit europäischen Steuergeldern finanzierte Anlage am Ende den nordafrikanischen Regierungen in die Hände spielen würde. Sie hätten ein bequemes Erpressungsinstrument – fiskalisch, materiell und politisch. Sobald eine europäische Regierung einmal versuchen sollte, die ungebremste Migration aus dieser Region zu drosseln oder kriminelle Täter konsequent abzuschieben, ließe sich die Stromproduktion vortrefflich als Druckmittel einsetzen. Eine neue Abhängigkeit, die niemand braucht.

Es wäre der Euphemismus dieses Jahrhunderts, die europäische Energiepolitik lediglich als verfahren zu bezeichnen. Nach Jahren ideologisch motivierter Zentralplanung hat die europäische Industrie jede realistische Hoffnung auf Wettbewerbsfähigkeit verloren. Der einzige Trost: Wahrscheinlich schaut ohnehin bald niemand mehr genau hin.

Was bleibt, ist der Wert echter Substanz

Während Brüssel Milliarden in Wüstensand und Wunschdenken versenkt, stellt sich für den vorausschauenden Bürger die Frage nach echter Vermögenssicherung. Wo politische Großprojekte regelmäßig zwischen Planung und Realität scheitern und wo eine fortgesetzte Schuldenpolitik die Inflation weiter anheizt, gewinnen Sachwerte an Bedeutung. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber sind seit Jahrtausenden krisenfest und lassen sich – anders als ein nie gebautes Solarfeld in der Sahara – tatsächlich in der Hand halten. Als Beimischung zu einem breit gestreuten Portfolio können sie ein solides Fundament gegen die Stürme staatlicher Fehlplanung bilden.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt die Meinung unserer Redaktion dar und dient ausschließlich Informationszwecken. Er ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Wir betreiben keine Anlageberatung. Jeder Leser ist angehalten, eigenständig zu recherchieren und seine Entscheidungen in eigener Verantwortung zu treffen.

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