
Promi-GetrÀnke-Startup scheitert krachend: Wenn Influencer-Marketing und Millionen-Investments nicht reichen
Die schillernde Welt der Influencer trifft auf die harte RealitĂ€t des GeschĂ€ftslebens: Das GetrĂ€nke-Startup Hye, mitgegrĂŒndet von der bekannten Influencerin Cathy Hummels, hat trotz prominenter UnterstĂŒtzung und millionenschwerer Investments Insolvenz anmelden mĂŒssen. Ein LehrstĂŒck darĂŒber, wie selbst die beste Publicity und namhafte Investoren kein Garant fĂŒr unternehmerischen Erfolg sind.
Vom Hype zur Pleite: Der steile Absturz eines vielversprechenden Startups
Was 2021 als vielversprechendes Projekt begann, endete im September 2025 mit einem Offenbarungseid. Die GetrĂ€nkemarke Hye, die sich auf funktionale GetrĂ€nke mit Vitaminen und NahrungsergĂ€nzungsmitteln spezialisiert hatte, musste wegen "ZahlungsunfĂ€higkeit und Ăberschuldung" Insolvenz anmelden. Besonders pikant: Selbst die Beteiligung des GetrĂ€nke-Riesen Warsteiner, der ĂŒber seine Tochterfirma H.C. New Ventures Ende 2022 eingestiegen war und zuletzt 29 Prozent der Anteile hielt, konnte das Unternehmen nicht vor dem Untergang bewahren.
Die Internetseite des Unternehmens ist mittlerweile nicht mehr erreichbar â ein digitaler Grabstein fĂŒr ein gescheitertes GeschĂ€ftsmodell, das einst in den Regalen groĂer Supermarktketten wie Edeka und Rewe zu finden war.
Prominenz allein macht noch kein erfolgreiches Unternehmen
Cathy Hummels, die das Unternehmen gemeinsam mit dem ehemaligen Little-Lunch-Finanzchef Andre Klan grĂŒndete, musste schmerzhaft erfahren, dass Reichweite in sozialen Medien nicht automatisch in wirtschaftlichen Erfolg mĂŒndet. Ihre ernĂŒchternde Bilanz gegenĂŒber der Bild-Zeitung spricht BĂ€nde: "Ich besitze eine Firmenbeteiligung, aber die ist leider nichts wert, ohne Umsatz." Die Zusammenarbeit sei "nur zu Beginn rosig" gewesen, spĂ€ter habe sie keine Einblicke mehr in die Finanzen erhalten. Noch bitterer: Die Zahlungen an sie stĂŒnden noch aus, wobei ihre Erwartungen "gegen null" gingen, da sie "seit Monaten hingehalten" werde.
Warnsignale wurden ignoriert: Der Weg in die Katastrophe
Die Probleme zeichneten sich bereits 2023 ab, als die Verbraucherorganisation Foodwatch das Unternehmen wegen irrefĂŒhrender Gesundheitswerbung abmahnte. Hye musste daraufhin eine UnterlassungserklĂ€rung abgeben â ein deutliches Warnsignal, das offenbar nicht ernst genug genommen wurde. Auch der FĂŒhrungswechsel im selben Jahr, als Daniel und Denis Gibisch, die GrĂŒnder von Little Lunch, die GeschĂ€ftsfĂŒhrung ĂŒbernahmen, konnte das Ruder nicht mehr herumreiĂen.
Andre Klan, der zuletzt rund 55 Prozent der Anteile hielt, dĂŒrfte nun vor einem finanziellen Scherbenhaufen stehen. Die Insolvenz zeigt einmal mehr, dass in der deutschen Startup-Landschaft viele Unternehmen trotz vielversprechender Konzepte und prominenter UnterstĂŒtzung scheitern.
Ein Symptom fĂŒr gröĂere Probleme in der Startup-Szene?
Der Fall Hye steht exemplarisch fĂŒr die Herausforderungen, mit denen viele deutsche Startups kĂ€mpfen. Laut dem Deutschen Startup Monitor 2024 hat sich der strategische Fokus deutlich verschoben: WĂ€hrend frĂŒher schnelles Wachstum im Vordergrund stand (54,0 Prozent), rĂŒckt nun die ProfitabilitĂ€t (78,8 Prozent) in den Mittelpunkt. Eine Entwicklung, die zeigt, dass die Zeit der reinen Wachstumsfantasien vorbei ist.
Besonders bitter: Funktionale GetrĂ€nke gehören eigentlich zu den groĂen Trends des Jahres 2025. Die Nachfrage nach gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen steigt kontinuierlich. Doch offenbar reicht ein Trendthema allein nicht aus, um ein nachhaltiges GeschĂ€ftsmodell aufzubauen. Die Kombination aus mangelnder Transparenz, fragwĂŒrdigen Werbeversprechen und offensichtlichen Managementfehlern fĂŒhrte letztendlich in die Katastrophe.
Lehren aus dem Scheitern: Was bleibt vom Hye-Debakel?
Die Insolvenz von Hye sollte angehenden Unternehmern als Warnung dienen. Prominente Markenbotschafter und namhafte Investoren sind kein Ersatz fĂŒr solide GeschĂ€ftspraktiken und transparente UnternehmensfĂŒhrung. Wenn selbst eine MitgrĂŒnderin keine Einblicke mehr in die Finanzen erhĂ€lt und monatelang auf Zahlungen warten muss, deutet dies auf gravierende strukturelle Probleme hin.
In einer Zeit, in der die deutsche Wirtschaft ohnehin mit zahlreichen Herausforderungen kĂ€mpft â nicht zuletzt durch die verfehlte Politik der vergangenen Jahre â zeigt sich einmal mehr, dass nachhaltiger unternehmerischer Erfolg mehr erfordert als schöne Instagram-Posts und vollmundige Versprechen. WĂ€hrend Influencer weiterhin fĂŒr schnelle Produkte werben, sollten Anleger ihr Vermögen lieber in bewĂ€hrte Sachwerte investieren. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich ĂŒber Jahrhunderte als krisensichere Anlage bewĂ€hrt und bieten im Gegensatz zu gehypten Startups einen realen Gegenwert â unabhĂ€ngig von den Launen der sozialen Medien oder den Versprechungen prominenter Werbegesichter.
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