Kettner Edelmetalle
03.02.2024
11:16 Uhr

Preisschock in der Gastronomie: Welle der Teuerung rollt durch Deutschland

Die deutsche Gastronomieszene steht erneut vor einer Herausforderung: Mit dem Jahreswechsel ist die Mehrwertsteuer fĂŒr Speisen in Restaurants wieder auf 19 Prozent gestiegen. Nach einer temporĂ€ren Senkung wĂ€hrend der Pandemie, die als UnterstĂŒtzungsmaßnahme gedacht war, ist der alte Satz nun zurĂŒck und bringt eine Preiswelle mit sich, die die Kunden direkt zu spĂŒren bekommen.

Die RĂŒckkehr zur 19-Prozent-Marke

Die Maßnahme der Bundesregierung, die Mehrwertsteuer im Zuge der Coronavirus-Pandemie auf sieben Prozent zu reduzieren, war einst als Rettungsanker fĂŒr die Gastronomie gedacht. Nun, da dieser Anker eingezogen wird, offenbart sich das volle Ausmaß der finanziellen Belastungen, mit denen Gastronomen und ihre GĂ€ste konfrontiert sind. Die Preissteigerung fĂŒr Speisen liegt durchschnittlich bei 9,7 Prozent, wĂ€hrend GetrĂ€nke, die eigentlich nicht von der Mehrwertsteueranpassung betroffen sind, um etwa 5,4 Prozent teurer geworden sind.

Strategien in der Gastronomie

Gastronomen versuchen, die gestiegenen Kosten auf unterschiedliche Weise zu kompensieren. Einige erhöhen die Preise schrittweise, andere versuchen, durch teurere GetrĂ€nke die Preise der Speisen abzufedern. Laut Christian Haese, MitbegrĂŒnder von Meoton, beobachten viele Gastronomen zunĂ€chst das Verhalten ihrer Wettbewerber, bevor sie weitere Schritte einleiten.

DEHOGA schlÀgt Alarm

Der Deutsche Hotel- und GaststĂ€ttenverband (DEHOGA Bundesverband) sieht die Lage dĂŒster. Ein Drittel der Gastronomiebetriebe fĂŒrchtet, in die Verlustzone zu rutschen. DEHOGA-PrĂ€sident Guido Zöllick fordert die Politik auf, den Betrieben Perspektiven zu bieten und kritisiert die Mehrwertsteuererhöhung als Teil einer Serie von Belastungen, die den Unternehmen das Leben schwer machen.

Kritik an der Ungleichbehandlung

Zöllick hebt hervor, dass die Ungleichbehandlung zwischen Gastronomie und anderen Lebensmittelangeboten wie Takeaway oder SupermĂ€rkten nicht lĂ€nger hingenommen werden darf. Die Branche verlangt eine dauerhafte Lösung, die die Mehrwertsteuer fĂŒr Speisen in Restaurants auf dem reduzierten Niveau belĂ€sst.

Ökonomen widersprechen

Einige Ökonomen unterstĂŒtzen jedoch die Entscheidung der Bundesregierung. Sie argumentieren, dass es nicht die Aufgabe der Politik sei, dafĂŒr zu sorgen, dass mehr Menschen ins Restaurant gehen. Zudem wird auf das sozialpolitische Problem hingewiesen, dass vor allem Besserverdiener von der SteuerermĂ€ĂŸigung profitieren wĂŒrden, was als kontraproduktiv angesehen wird.

Die Stimmung in der Branche

Die Stimmung unter den Gastronomen ist bestenfalls verhalten. Viele sind pessimistisch und beurteilen ihre GeschÀftsentwicklung zu Beginn des Jahres 2024 negativ. Der Umsatz des Vorjahres liegt noch immer unter dem Niveau von 2019, was die angespannte Lage der Branche verdeutlicht.

Fazit

Die Gastronomie in Deutschland steht vor einer schwierigen Phase. Die RĂŒckkehr zur höheren Mehrwertsteuer, gepaart mit der anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheit, zwingt viele Gastronomen zu unpopulĂ€ren Entscheidungen. WĂ€hrend die Politik aufgefordert ist, handlungsfĂ€hige Perspektiven zu schaffen, bleibt abzuwarten, wie sich die Branche an die neuen Gegebenheiten anpassen wird.

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