
Pekings Kohle-Offensive: 52 neue Kraftwerke entlarven Europas Klima-Naivität
Während Deutschland seine letzten Kohlekraftwerke abschaltet, Windräder in Naturschutzgebiete pflanzt und seine Industrie mit immer höheren Energiekosten in die Knie zwingt, dreht China das Rad der Geschichte einfach zurück – oder besser gesagt: vorwärts. Das Reich der Mitte hat im Jahr 2025 sage und schreibe 52 neue Kohlekraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 78 Gigawatt ans Netz gebracht. Es handelt sich um den größten Zubau seit einem Jahrzehnt. Und als wäre das nicht genug, wurde der Bau weiterer 83 Gigawatt bereits gestartet.
Versorgungssicherheit statt Ideologie
Die Hintergründe dieser massiven Expansion sind so simpel wie lehrreich. In den Jahren 2021 und 2022 erlebte China schwere Stromengpässe. Fabriken mussten ihre Produktion drosseln, ganze Städte führten rollierende Abschaltungen ein. Die wirtschaftlichen Schäden waren enorm. Pekings Antwort? Keine endlosen Debatten über Klimaziele, keine Bürgerräte, keine Gendersternchen in Energiekonzepten – sondern ein knallharter Systementscheid zugunsten der Versorgungssicherheit. Die kommunistische Führung priorisierte das, was jede vernünftige Regierung priorisieren sollte: eine stabile Energieversorgung für Wirtschaft und Bevölkerung.
Man mag von Chinas politischem System halten, was man will. Doch in der Energiepolitik zeigt Peking eine Pragmatik, von der sich so mancher westliche Politiker eine dicke Scheibe abschneiden könnte. Während bei uns jedes neue Windrad bejubelt wird, als hätte man gerade das Perpetuum mobile erfunden, baut China parallel zu seinen gewaltigen Solar- und Windkapazitäten – 315 Gigawatt Solar und 119 Gigawatt Wind wurden 2025 ebenfalls zugebaut – eben auch die fossile Grundlast massiv aus.
Der Lock-in-Effekt: Einmal genehmigt, kaum noch zu stoppen
Besonders bemerkenswert ist die Dynamik, die sich aus dem Genehmigungsprozess ergibt. Qi Qin, Analystin beim Centre for Research on Energy and Clean Air, bringt es auf den Punkt: Seien die Genehmigungen einmal erteilt, ließen sich die Projekte nur schwer stoppen. Provinzregierungen wollen Kapazität und Arbeitsplätze, sie treiben die Vorhaben mit Nachdruck voran. Laufende Baustellen werden praktisch nie abgebrochen. So entsteht ein klassischer Lock-in-Effekt, der die chinesische Kohleinfrastruktur auf Jahrzehnte zementiert.
Und genau hier liegt die eigentliche Brisanz. Denn neue Kohlekraftwerke haben eine technische Lebensdauer von 40 bis 50 Jahren. Jeder Block, der heute ans Netz geht, wird voraussichtlich noch in den 2060er-Jahren Strom produzieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Anlagen nicht nur als Reserve für schwankende Wind- und Solarenergie dienen, sondern wieder die Grundlast übernehmen, wächst mit jedem Monat.
Billiger Industriestrom als Waffe im globalen Wettbewerb
Peking begründet den Kohleausbau offiziell mit der Notwendigkeit, Reservekapazitäten für die erneuerbaren Energien vorzuhalten. Doch die Realität sieht anders aus. Kohle liefert vor allem eines: planbaren, günstigen Industriestrom. Das senkt Produktionsrisiken, stabilisiert Lieferketten und stärkt die chinesischen Exportindustrien in Bereichen wie Stahl, Chemie und Grundstoffen.
Die Konsequenzen für den Westen – und insbesondere für Deutschland – sind verheerend. Während hierzulande die Stromkosten durch Netzentgelte, CO₂-Abgaben, EEG-Umlagen und teure Flexibilitätsanforderungen immer weiter steigen, verschafft sich China einen massiven Standortvorteil. Der Energiepreis fließt direkt in die Produktionskosten. Jeder Cent Differenz wirkt wie ein unsichtbarer Exportsubventionsmechanismus. Deutsche Unternehmen, die ohnehin unter der Bürokratielast und den höchsten Energiepreisen Europas ächzen, können in diesem Wettbewerb nur verlieren.
Die deutsche Selbstkasteiung im globalen Kontext
Man muss sich diese Zahlen einmal auf der Zunge zergehen lassen: 78 Gigawatt neue Kohlekapazität – allein in einem einzigen Jahr. Ein Gigawatt kann je nach Verbrauchsmuster mehrere Hunderttausend bis über zwei Millionen Haushalte versorgen. Deutschland hat derweil seine gesamte installierte Kohlekraftwerksleistung auf unter 40 Gigawatt heruntergefahren und plant den vollständigen Ausstieg. Wir reden hier also davon, dass China in zwölf Monaten fast das Doppelte dessen zugebaut hat, was Deutschland insgesamt noch an Kohlekapazität besitzt.
Und was macht die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz? Sie hat die Klimaneutralität bis 2045 im Grundgesetz verankert und ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen aufgelegt, das kommende Generationen mit Zinszahlungen belasten wird. Ob diese Politik angesichts der globalen Realitäten noch irgendeinen Sinn ergibt, darf bezweifelt werden. Denn selbst wenn Deutschland morgen komplett emissionsfrei wäre – Chinas Kohleausbau eines einzigen Jahres würde diese Einsparung um ein Vielfaches übersteigen.
Kohle als Realitätscheck für westliche Klimaträume
Der Kohleanteil am chinesischen Strommix ist zwar leicht gesunken. Doch die entscheidende Frage ist nicht der prozentuale Anteil, sondern die absolute Menge an verbrannter Kohle – und die steigt. Wenn Betreiber auf maximale Auslastung ihrer neuen Anlagen drängen, verdrängt das flexible Erzeugung, weil die Netzkapazitäten begrenzt sind. Die Folge: höhere Emissionen trotz neuer Wind- und Solarparks, steigende Kosten für Abregelung und wachsende Herausforderungen bei der Netzstabilität.
China verspricht sinkende Emissionen und baut gleichzeitig Kohlekraftwerke im Rekordtempo. Das ist kein Widerspruch – es ist schlicht Realpolitik. Peking weiß, dass wirtschaftliche Stärke die Grundlage jeder geopolitischen Macht ist. Und wirtschaftliche Stärke braucht bezahlbare, verlässliche Energie. Diese Lektion hat Deutschland offenbar vergessen – oder bewusst verdrängt.
Für den deutschen Bürger, der seine Stromrechnung kaum noch bezahlen kann und zusehen muss, wie Industriearbeitsplätze ins Ausland abwandern, ist Chinas Kohle-Offensive mehr als eine Nachricht aus Fernost. Sie ist ein Weckruf. Ein Weckruf, der zeigt, dass ideologiegetriebene Energiepolitik in einer Welt knallharter wirtschaftlicher Konkurrenz ein Luxus ist, den sich auf Dauer niemand leisten kann – schon gar nicht eine Exportnation wie Deutschland.
Wer sein Vermögen in diesen unsicheren Zeiten schützen möchte, sollte über bewährte Sachwerte nachdenken. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Inflationsschutz und Krisenwährung bewährt. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie einen wichtigen Beitrag zur Vermögenssicherung leisten – unabhängig davon, welche energiepolitischen Experimente Regierungen weltweit gerade durchführen.










