Kettner Edelmetalle
22.05.2026
21:55 Uhr

Paukenschlag in Washington: Tulsi Gabbard zieht sich aus dem Zentrum der US-Geheimdienste zurĂĽck

Paukenschlag in Washington: Tulsi Gabbard zieht sich aus dem Zentrum der US-Geheimdienste zurĂĽck

Es ist eine Personalie, die in der Hauptstadt der Vereinigten Staaten Wellen schlägt: Tulsi Gabbard, seit Beginn der zweiten Amtszeit von Donald Trump als Director of National Intelligence (DNI) die oberste Koordinatorin der amerikanischen Nachrichtendienste, hat ihren Rücktritt zum 30. Juni 2026 erklärt. Der Grund ist kein politischer Eklat, kein Skandal und auch keine Intrige – sondern ein zutiefst menschlicher: Bei ihrem Ehemann Abraham sei vor Kurzem eine seltene Form von Knochenkrebs diagnostiziert worden, wie sie in ihrem Abschiedsbrief an Präsident Trump mitgeteilt habe.

Familie vor Karriere – ein Schritt, der in Zeiten politischer Eitelkeiten ungewöhnlich anmutet

Während in westlichen Hauptstädten häufig der Eindruck entsteht, dass machthungrige Politiker selbst auf dem Sterbebett noch an ihren Sesseln kleben, setzt Gabbard ein ungewöhnliches Zeichen. Sie habe entschieden, ihre Aufgaben niederzulegen, um an der Seite ihres erkrankten Mannes zu sein. Trump dankte ihr für ihren Dienst und sprach von einer „unglaublichen Leistung“. Bis ein Nachfolger benannt ist, übernehme ihr bisheriger Stellvertreter Aaron Lukas kommissarisch die Leitung der Behörde, die die Arbeit von immerhin 18 amerikanischen Nachrichtendiensten bündelt.

Vom demokratischen Hoffnungsträger zur konservativen Stimme der Vernunft

Gabbards politischer Werdegang ist ungewöhnlich – und genau deshalb so bemerkenswert. Die 45-Jährige, einst Soldatin im Irak-Einsatz, vertrat von 2013 bis 2021 den Bundesstaat Hawaii im Repräsentantenhaus, damals noch als Demokratin. 2019 wagte sie kurzzeitig einen Anlauf auf die Präsidentschaftskandidatur ihrer Partei, zog jedoch zurück. Im Jahr 2022 vollzog sie den entscheidenden Schritt: Sie verließ die Demokraten, kritisierte deren Kurs scharf und warf der Parteispitze vor, einer „Kriegstreiber-Elite“ den Weg zu ebnen. Vor der Wahl 2024 schloss sie sich den Republikanern an und unterstützte Donald Trump – mit der Begründung, dieser habe seine Partei zu einer „Partei des Friedens“ gemacht.

Eine Stimme gegen den interventionistischen Reflex

Gabbard sei seit Jahren eine der lautesten Kritikerinnen einer Außenpolitik gewesen, die Washington zum selbsternannten Weltpolizisten erhebe. Bereits 2019 plädierte sie im Wall Street Journal dafür, dass die USA aufhören sollten, fremde Regierungen zu stürzen, und ihre Ressourcen lieber auf die inneren Herausforderungen des eigenen Landes konzentrieren müssten. Eine Haltung, die man sich auch in deutscher Politik gelegentlich wünschen würde, wo Milliarden ins Ausland fließen, während Brücken bröckeln, Schulen verfallen und die Bürger unter Rekord-Inflation ächzen.

Unbequeme Positionen zu Ukraine und Iran

Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 vertrat Gabbard die These, dass legitime Sicherheitsinteressen Russlands hinsichtlich einer NATO-Osterweiterung im Westen sträflich ignoriert worden seien. Eine Position, die ihr in den großen Medien massive Kritik einbrachte – und doch von zahlreichen Realpolitikern und Historikern geteilt wurde. Auch im Iran-Konflikt fiel sie auf: In einer Kongressanhörung äußerte sie Zweifel an der vorherrschenden Darstellung, der Iran stehe unmittelbar vor der Entwicklung von Atomwaffen. Sie verwies dabei auf Geheimdienstinformationen, wonach Teheran seine Nuklearanlagen nach den US-israelischen Luftangriffen im Juni 2025 nicht wiederaufgebaut habe.

Was ihr RĂĽckzug bedeutet

Mit Gabbard verliert das Trump-Lager eine ungewöhnliche Stimme – eine, die aus dem demokratischen Lager kam, militärisch gedient hat und sich dem ideologischen Mainstream konsequent widersetzte. Ihre kritische Distanz zu Kriegsabenteuern und ihre Forderung nach einer realistischen, nüchternen Außenpolitik dürften vielen Beobachtern fehlen. Wer auch immer ihre Nachfolge antritt, wird sich an einer Frau messen lassen müssen, die in stürmischen geopolitischen Zeiten Klartext gesprochen hat – ohne sich vor den üblichen Empörungswellen zu fürchten.

Bleibt zu hoffen, dass ihr Ehemann genesen möge und Gabbard sich in einer Phase, in der die Welt zunehmend aus den Fugen gerät, weiterhin als kritische publizistische Stimme einbringen werde. Politiker, die Familie über Macht stellen, sind in der heutigen Zeit ohnehin eine seltene Spezies geworden.

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