Kettner Edelmetalle
06.10.2026
06:33 Uhr
KI-generiert

Öl gegen Frieden? Trumps Unterhändler im Zwielicht des Lukoil-Deals

Öl gegen Frieden? Trumps Unterhändler im Zwielicht des Lukoil-Deals
Symbolbild: KI-generiert

Die Gespräche zwischen Washington und Moskau über ein Ende des Ukraine-Kriegs drehen sich offenbar nicht nur um Frontlinien. Wie die „New York Times“ berichtet, geht es dabei auch um ein Ölgeschäft in Milliardenhöhe. Profitieren könnten Investoren, die geschäftlich mit den US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner verbunden sind.

Im Mittelpunkt steht das Auslandsgeschäft des russischen Energieriesen Lukoil. Dazu gehört ein weltweites Netz aus Ölfeldern, Raffinerien und Tankstellen. Abgeschlossen ist der Deal noch nicht. Sowohl die US-Regierung als auch der Kreml müssten ihn absegnen.

Putin bringt den Deal selbst ins Spiel

Den Berichten zufolge sprach Wladimir Putin das Thema am 5. September persönlich an, als Witkoff und Kushner ihn im Kreml trafen. Ein Insider gibt den Kremlchef so wieder: Ein erfolgreicher Abschluss würde zeigen, dass Russen und Amerikaner miteinander Geschäfte machen können.

Das klingt nach Annäherung. Man kann es aber auch anders lesen. Hier könnte ein Lockmittel auf dem Tisch liegen, damit Washington beim Thema Ukraine nachgibt. Wer mit wem welche Geschäfte macht, wird so plötzlich zu einer Frage der großen Politik.

Ein Milliardär, zwei Scheichs und alte Bekannte

Auf der Käuferseite steht laut „New York Times“ unter anderem der US-Milliardär Todd Boehly, früher Miteigentümer des FC Chelsea. Hinzu kommen zwei Konzerne aus dem Nahen Osten, die schon mit Kushner oder mit Witkoffs Familie Geschäfte gemacht haben sollen. Nach Darstellung der Zeitung ist sogar ein Arm der US-Regierung beteiligt.

Die „Financial Times“ nennt weitere Namen. Demnach gehören Scheich Tahnoun, ein Bruder des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, und die katarische Familie Al-Khayyat zu der Gruppe. Boehly soll politischen Projekten Trumps zwei Millionen Dollar gespendet haben. Die Al-Khayyat-Brüder bauen Medienberichten zufolge zusammen mit Kushner und Ivanka Trump ein Resort in Albanien.

Kein Beleg für eigenen Profit

Wichtig für die Einordnung: Laut der Zeitung gibt es keine Hinweise darauf, dass Kushner oder Witkoff selbst an dem Geschäft verdienen würden. Trotzdem zeige der Fall, wie sich private Geschäftsbeziehungen und Geopolitik vermischen. Eine frühere Staatsanwältin des US-Justizministeriums sprach demnach von einem möglichen Interessenkonflikt. Die Familie und Freunde des Präsidenten sollten ihrer Ansicht nach keine Außenpolitik machen. Das Weiße Haus, das Finanzministerium und Lukoil ließen Anfragen unbeantwortet.

Sanktionen als Hebel und als Ladenschild

Die Vorgeschichte: Im Herbst 2025 verhängte die Trump-Regierung Sanktionen gegen Lukoil. Danach suchte der Konzern einen Käufer für sein Auslandsgeschäft, das Berichten zufolge rund 20 Milliarden Dollar wert ist. Der Rohstoffhändler Gunvor scheiterte, weil US-Behörden ihn als „Marionette“ des Kremls einstuften. Auch der Finanzinvestor Carlyle wartet noch auf grünes Licht aus dem US-Finanzministerium.

Damit entscheidet Washington allein darüber, wer zum Zug kommt. Ein Instrument, das Russland unter Druck setzen sollte, könnte so zur Verkaufsplattform für gut vernetzte Investoren werden. Ist das noch Sanktionspolitik oder schon ein Geschäftsmodell?

Und Europa? Schaut wieder einmal zu

Für Europa ist das keine Randnotiz. Lukoil betreibt auch Raffinerien auf dem Kontinent, etwa in Bulgarien und Rumänien. Während Brüssel ein Sanktionspaket nach dem anderen beschließt, wird über diese Anlagen offenbar zwischen Moskau, Washington und Investoren vom Golf verhandelt. Berlin und die EU haben dabei kaum mitzureden. Die deutschen Bürger zahlen dagegen seit Jahren hohe Energiepreise und tragen die Kosten des Krieges.

Ob es am Ende Frieden gibt oder vor allem lukrative Verträge, ist offen. Sicher ist: Wenn Diplomatie und Geschäfte so eng zusammenrücken, werden Märkte nervös und Versprechen unberechenbar. Viele Sparer setzen deshalb auf Werte, die von keinem Hinterzimmer-Deal abhängen. Physisches Gold und Silber können als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen ein Stück Unabhängigkeit sichern.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Bitte informieren Sie sich selbst gründlich. Für Ihre Anlageentscheidungen sind Sie allein verantwortlich.

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