Kettner Edelmetalle
20.03.2026
06:59 Uhr

Nahost-Inferno: USA und Israel bombardieren Iran – und ein Ende ist nicht in Sicht

Drei Wochen Krieg, explodierende Ölpreise, eine blockierte Meerenge und ein US-Verteidigungsminister, der lapidar erklĂ€rt: „Es kostet Geld, Bösewichte zu töten." Was sich wie das Drehbuch eines dystopischen Thrillers liest, ist bittere RealitĂ€t im MĂ€rz 2026. Die amerikanisch-israelische MilitĂ€roffensive gegen den Iran hat sich zu einem FlĂ€chenbrand entwickelt, der nicht nur den Nahen Osten, sondern die gesamte Weltwirtschaft in Atem hĂ€lt.

Raketensalven in der Nacht – Teheran schlĂ€gt zurĂŒck

Auch rund drei Wochen nach Beginn der massiven Luftangriffe auf iranisches Territorium zeigt sich das Regime in Teheran keineswegs so geschwĂ€cht, wie es die Rhetorik aus Washington und Jerusalem suggeriert. In der jĂŒngsten Nacht feuerte die Islamische Republik erneut mehrere Raketensalven auf Israel ab. Doch damit nicht genug: Auch die Golfstaaten Kuwait, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain sahen sich iranischem Beschuss mit Raketen und Drohnen ausgesetzt – offenkundig als Vergeltung dafĂŒr, dass diese LĂ€nder US-MilitĂ€rstĂŒtzpunkte beherbergen.

In Bahrain geriet nach Angaben des dortigen Innenministeriums ein Lagerhaus durch herabfallende TrĂŒmmer in Brand. Das Feuer habe unter Kontrolle gebracht werden können, Verletzte habe es keine gegeben. Katars MinisterprĂ€sident Mohammed bin Abdulrahman rief den Iran eindringlich dazu auf, die Angriffe sofort einzustellen, damit die Region nicht in einen „gefĂ€hrlichen Strudel" gezogen werde.

Netanjahu triumphiert – doch die Fakten sprechen eine andere Sprache

Israels MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu gab sich siegesgewiss. Der Iran sei „schwĂ€cher denn je", verkĂŒndete er. Das Land könne weder Uran anreichern noch ballistische Raketen herstellen. Die Angriffe wĂŒrden dennoch fortgesetzt, „so lange dies notwendig ist". Unmittelbar nach der Abwehr der iranischen Raketen startete die israelische Luftwaffe eine neue Angriffswelle gegen das, was das MilitĂ€r als „Infrastruktur des iranischen Terrorregimes" bezeichnete.

Doch wie passt diese TriumpherzĂ€hlung zu der Tatsache, dass Teheran offensichtlich nach wie vor ĂŒber erhebliche militĂ€rische KapazitĂ€ten verfĂŒgt? Sardar Dschabari, Berater des Kommandeurs der iranischen Revolutionsgarden, erklĂ€rte laut der Nachrichtenagentur Tasnim, die Lager des Iran seien weiterhin voll mit Raketen und Drohnen. Farzin Nadimi, ein Experte fĂŒr iranische Verteidigungssysteme am Washington Institute for Near East Policy, bestĂ€tigte gegenĂŒber dem „Wall Street Journal", dass der Iran vermutlich noch ĂŒber große BestĂ€nde an Minen und auf Lastwagen montierten Marschflugkörpern verfĂŒge. Zudem habe das Land wohl Hunderte unbeschĂ€digte Boote in versteckten Anlagen entlang der KĂŒste und auf vorgelagerten Inseln.

Man erinnere sich: Auch Donald Trump hatte vor rund zwei Wochen großspurig behauptet, man habe „gewonnen" und es gebe im Iran „praktisch nichts mehr, was man angreifen könnte". Die RealitĂ€t der fortgesetzten iranischen Gegenangriffe straft diese Aussage LĂŒgen.

Die Straße von Hormus – Nadelöhr der Weltwirtschaft unter Beschuss

Das eigentliche Pulverfass dieses Konflikts liegt nicht in den WĂŒsten des iranischen Hochlandes, sondern in einer schmalen Wasserstraße: der Straße von Hormus. Durch diese Meerenge fließt ein erheblicher Teil des weltweit gehandelten Öls und FlĂŒssiggases. Und genau diese Passage ist faktisch weiterhin gesperrt.

Die USA setzen nach Informationen des „Wall Street Journal" verstĂ€rkt tief fliegende Kampfflugzeuge ein, um iranische Kriegsschiffe zu beschießen. Apache-Kampfhubschrauber wĂŒrden zudem iranische Drohnen abfangen. Dennoch dĂŒrfte es nach EinschĂ€tzung von US-MilitĂ€rvertretern noch Wochen dauern, bis die iranischen MilitĂ€ranlagen im Gebiet der Meerenge vollstĂ€ndig ausgeschaltet seien. Dschabari von den Revolutionsgarden konterte selbstbewusst: Die USA könnten die Straße von Hormus nicht beherrschen.

Die wirtschaftlichen Konsequenzen dieser Blockade sind bereits jetzt verheerend. Beamte in Saudi-Arabien gehen laut „Wall Street Journal" davon aus, dass die Ölpreise auf ĂŒber 180 Dollar pro Barrel steigen könnten, sollten die kriegsbedingten VersorgungsengpĂ€sse bis Ende April andauern. Vor Beginn des Iran-Krieges lag der Preis noch bei rund 70 Dollar. Eine Verdreifachung des Ölpreises – man muss kein Wirtschaftsprofessor sein, um zu erahnen, was das fĂŒr die ohnehin angeschlagene deutsche Wirtschaft bedeutet.

Eskalation am Gasfeld: Israel provoziert, Iran vergilt

Besonders brisant war der israelische Angriff auf das strategisch bedeutsame Gasfeld „South Pars", das gemeinsam vom Iran und Katar ausgebeutet wird. Irans Außenminister Abbas Araghtschi warnte unmissverstĂ€ndlich vor einer hĂ€rteren Reaktion, sollte Israel erneut iranische Infrastruktur ins Visier nehmen. Die Warnung kam nicht von ungefĂ€hr: Als direkte Vergeltung fĂŒr den South-Pars-Angriff attackierte der Iran die fĂŒr den Weltmarkt bedeutenden FlĂŒssiggasanlagen im katarischen Industriegebiet Ras Laffan.

Pikant dabei: Laut Trump sei Israels Angriff auf das Gasfeld ohne sein Wissen erfolgt. US-Medienberichte legten allerdings nahe, dass der PrĂ€sident den Angriff sehr wohl gebilligt habe, um den Druck auf Teheran zur Freigabe der Straße von Hormus zu erhöhen. Ein durchsichtiges Spiel, das die gesamte Golfregion in einen Energiekrieg zu stĂŒrzen droht.

Europa fordert Deeskalation – und steht hilflos daneben

Deutschland und seine europĂ€ischen VerbĂŒndeten sowie Japan forderten den Iran in einer gemeinsamen ErklĂ€rung auf, die faktische Sperrung der Straße von Hormus zu beenden. Teheran solle unverzĂŒglich seine Versuche stoppen, die Meerenge durch DrohgebĂ€rden, Minenverlegung sowie Drohnen- und Raketenangriffe zu blockieren. Die Staats- und Regierungschefs der EU verstĂ€ndigten sich bei einem Gipfel in BrĂŒssel zudem darauf, ein Aussetzen der Angriffe auf Energie- und Wasserinfrastruktur in der Region zu fordern. Sie riefen alle Parteien „zur Deeskalation und zu grĂ¶ĂŸtmöglicher ZurĂŒckhaltung" auf.

Man darf sich fragen, welchen Eindruck solche diplomatischen Appelle in Teheran, Jerusalem oder Washington hinterlassen. Vermutlich denselben wie ein Papierschirmchen im Orkan. Europa hat sich durch seine jahrelange energiepolitische AbhĂ€ngigkeit und militĂ€rische SchwĂ€che in eine Position manövriert, in der es bei geopolitischen Großkonflikten bestenfalls als Zuschauer fungiert. Die Quittung dafĂŒr kommt nun in Form explodierender Energiepreise – und die werden den deutschen BĂŒrger mit voller Wucht treffen.

Kein Ende in Sicht – und die Kosten explodieren

Auf die Frage nach der voraussichtlichen Kriegsdauer antwortete US-Verteidigungsminister Pete Hegseth ausweichend: Man wolle „keinen festen Zeitrahmen festlegen", liege aber im Plan. Seine Rechtfertigung fĂŒr einen Finanzierungsantrag zur FortfĂŒhrung des Krieges geriet dabei zur unfreiwilligen Realsatire: „Es kostet Geld, Bösewichte zu töten." Ein Satz, der in seiner zynischen Schlichtheit die gesamte Tragik dieses Konflikts auf den Punkt bringt.

FĂŒr Deutschland und Europa bedeutet dieser Krieg vor allem eines: wirtschaftliche Verwundbarkeit. Ein Ölpreis von 180 Dollar pro Barrel wĂŒrde die Inflation weiter anheizen, die Produktionskosten in die Höhe treiben und den ohnehin fragilen Aufschwung der deutschen Wirtschaft im Keim ersticken. Und das in einer Zeit, in der die neue Große Koalition unter Friedrich Merz gerade erst ein 500-Milliarden-Sondervermögen auf den Weg gebracht hat, das kĂŒnftige Generationen mit Schulden belastet. Die geopolitischen Risiken, die sich hier auftĂŒrmen, sind enorm – und sie mahnen einmal mehr, dass Vermögenssicherung in unsicheren Zeiten kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit ist.

Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich in der Geschichte immer wieder als verlÀsslicher Anker in Zeiten geopolitischer Krisen und galoppierender Inflation erwiesen. Wer sein Vermögen breit streuen und gegen die UnwÀgbarkeiten einer zunehmend instabilen Weltordnung absichern möchte, sollte eine Beimischung physischer Edelmetalle in sein Portfolio ernsthaft in Betracht ziehen.

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