
Milliarden fehlen: UN-Chef Guterres lobt ausgerechnet sein Kostenmanagement

New York. UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres hĂ€lt die Vereinten Nationen trotz dramatischer Finanzlöcher fĂŒr voll handlungsfĂ€hig. GegenĂŒber der Nachrichtenagentur AP erklĂ€rte er, die Organisation habe ihre Arbeit auch mit deutlich weniger Geld fortfĂŒhren können. Ein Satz daraus dĂŒrfte in vielen HauptstĂ€dten fĂŒr hochgezogene Augenbrauen sorgen.
âUnd ich denke, wir haben bewiesen, dass wir die Ausgaben öffentlicher Gelder besser im Griff haben als jede andere Organisation in irgendeinem Land der Welt.â
Ein Weltrekord im Sparen? Die Zahlen sprechen eine eigene Sprache
Ein selbstbewusster Anspruch â gerade von einem Apparat, der jahrzehntelang fĂŒr BĂŒrokratie, Doppelstrukturen und teure Sonderorganisationen kritisiert wurde. TatsĂ€chlich ist die Kasse chronisch knapp, und das liegt vor allem an nicht ĂŒberwiesenen PflichtbeitrĂ€gen.
Nach Angaben der Vereinten Nationen summierten sich die ausstehenden BeitrĂ€ge zum Dezember 2025 auf rund 1,586 Milliarden US-Dollar â 709 Millionen aus 2024, weitere 877 Millionen aus 2025. Guterres selbst hatte vor einem âWettlauf in die ZahlungsunfĂ€higkeitâ gewarnt, sollten die Mitgliedstaaten nicht pĂŒnktlich zahlen.
Washington dreht den Geldhahn zu â und diktiert die Bedingungen
GröĂter Beitragszahler sind die USA mit dem Höchstsatz von 22 Prozent des ordentlichen Haushalts. PrĂ€sident Donald Trump hat die Weltorganisation wiederholt als Institution mit ungenutztem Potenzial beschrieben und will die amerikanischen Zahlungen kĂŒrzen. Beobachter verweisen darauf, dass Washington die Freigabe ausstehender MilliardenbetrĂ€ge inzwischen an Bedingungen geknĂŒpft habe â etwa zu Personalprivilegien, Spitzenposten und dem Zuschnitt von Friedensmissionen.
Der Druck wirkt. Guterres legte im Herbst 2025 einen auf 3,238 Milliarden Dollar zusammengestrichenen Etat vor â 15,1 Prozent weniger als 2025, verbunden mit dem Abbau von rund 2.700 Stellen, fast jeder fĂŒnften Position. Die Generalversammlung beschloss Ende Dezember schlieĂlich 3,45 Milliarden Dollar, etwa sieben Prozent unter dem Vorjahreswert. Reformprogramm: âUN80â.
Zwei Werkzeuge, kein Hebel
Guterres beschreibt seine eigene Rolle nĂŒchtern: keine Armee, kein Geheimdienst, kein nennenswertes Vermögen. Bleiben zwei Befugnisse â sich zu globalen Fragen zu Ă€uĂern und Staaten an einen Tisch zu holen.
Bei den groĂen Kriegen rĂ€umt er Ohnmacht ein: In der Ukraine und im Nahen Osten hĂ€tten die Vereinten Nationen âkeinen Hebelâ, um Frieden zu fördern. Er habe sich aber entschieden fĂŒr die UN-Charta, die territoriale IntegritĂ€t der Staaten und gegen âschreckliche Menschenrechtsverletzungenâ eingesetzt.
Was das fĂŒr Europa â und fĂŒr Anleger â bedeutet
Aus Sicht unserer Redaktion offenbart die Episode vor allem eines: Die Nachkriegsordnung, auf die sich Europa jahrzehntelang verlassen hat, wird zunehmend von Zahlungsströmen aus Washington bestimmt. Deutschland, seit jeher einer der gröĂten Beitragszahler, finanziert einen Apparat mit, dessen Einfluss in genau jenen Konflikten schwindet, fĂŒr die er einst geschaffen wurde.
Wer Institutionen schwĂ€cheln sieht, denkt ĂŒber Absicherung nach. In einer Welt, in der BĂŒndnisse brĂŒchig und Haushalte politische Verhandlungsmasse werden, gelten physisches Gold und Silber vielen Sparern als nĂŒchterne ErgĂ€nzung eines breit gestreuten Vermögens â unabhĂ€ngig von Beitragslisten und Sitzungsprotokollen.
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