Kettner Edelmetalle
24.02.2026
19:40 Uhr

Merz reist nach Peking und glaubt, Xi Jinping Befehle erteilen zu können

Man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen: Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz, Regierungschef eines Landes, das nicht einmal eine AutobahnbrĂŒcke in akzeptabler Zeit reparieren kann, fliegt nach China und erklĂ€rt dem mĂ€chtigsten Mann Asiens, was dieser gefĂ€lligst zu tun habe. Die SelbstĂŒberschĂ€tzung, die aus den jĂŒngsten Äußerungen des CDU-Politikers spricht, ist geradezu atemberaubend – und sie offenbart ein fundamentales MissverstĂ€ndnis ĂŒber Deutschlands tatsĂ€chliche Stellung in der Welt.

„Wenn Xi es sagt, muss Putin aufhören" – Wunschdenken als Außenpolitik

Bei einer Konferenz der Deutschen Presse-Agentur ließ Merz einen Satz fallen, der in seiner naiven Schlichtheit kaum zu ĂŒberbieten ist: „Wenn Xi Jinping Putin morgen sagen wĂŒrde, hör damit auf, dann muss er ĂŒbermorgen aufhören." So einfach sei das also. Man fragt sich unwillkĂŒrlich, ob im Kanzleramt noch jemand sitzt, der dem Regierungschef die geopolitischen RealitĂ€ten des 21. Jahrhunderts erklĂ€rt. China unterstĂŒtze Russland weiterhin durch den Bezug von Öl und Gas sowie durch Technologielieferungen, konstatierte Merz – und genau darin liegt ja der Kern des Problems, den er offenbar nicht begreift.

Warum sollte Peking auf billige russische Energie verzichten? Warum sollte Xi Jinping seinen wichtigsten strategischen Partner vor den Kopf stoßen, nur weil ein deutscher Kanzler – dessen Land wirtschaftlich seit Jahren im Sinkflug begriffen ist – ihn darum bittet? Die BRICS-Staaten bauen eine alternative Weltordnung auf, und Deutschland steht dabei nicht einmal am Katzentisch.

Ein VieraugengesprÀch mit dem Drachen

Am Mittwoch will Merz nach Peking reisen. Sein erster Besuch als Regierungschef im Reich der Mitte. Ein VieraugengesprĂ€ch mit StaatsprĂ€sident Xi Jinping sei geplant. „Ich möchte einfach versuchen, den StaatsprĂ€sidenten zu verstehen", erklĂ€rte Merz mit einer Formulierung, die eher an eine Paartherapie erinnert als an knallharte Diplomatie zwischen GroßmĂ€chten. Er wolle erlĂ€utern, was „unsere Position, meine persönliche Position" sei und wie er „bestimmte globale Entwicklungen" sehe.

Man stelle sich das Bild vor: Der Kanzler eines Landes, das seine eigene Energieversorgung mutwillig zerstört hat, das seine Bundeswehr ĂŒber Jahrzehnte kaputtgespart hat und das sich in endlosen Gender-Debatten verliert, will dem FĂŒhrer einer aufstrebenden Supermacht mit 1,4 Milliarden Einwohnern die Welt erklĂ€ren. Die Chinesen werden höflich lĂ€cheln. Mehr nicht.

Deutschland – vom Wirtschaftswunder zum Museum

Die bittere Wahrheit ist: China nimmt Deutschland schlicht nicht mehr ernst. Und warum sollte es das auch? WĂ€hrend die Volksrepublik gigantische Infrastrukturprojekte in Wochen hochzieht, debattiert die Bundesrepublik jahrelang ĂŒber Planfeststellungsverfahren. WĂ€hrend Peking strategische Rohstoffpartnerschaften auf der ganzen Welt schmiedet, versenkt Berlin Hunderte Milliarden in ideologiegetriebene Energiewende-Projekte, die weder bezahlbaren Strom liefern noch das Weltklima retten werden. Ein chinesischer Unternehmer soll Deutschland einmal als „Museum" bezeichnet haben. Treffender kann man es kaum formulieren.

Merz hatte die Reise bereits im vergangenen Jahr geplant, sie sei jedoch wegen „Terminschwierigkeiten" nicht zustande gekommen. „Ich freue mich auf die Reise", sagte er. Man darf bezweifeln, dass die Freude auf chinesischer Seite gleichermaßen groß ist.

Die eigentliche Frage: Wer stoppt den Krieg wirklich?

Was Merz geflissentlich verschweigt: Deutschland selbst hĂ€tte durchaus Hebel in der Hand, um auf ein Ende des Ukraine-Krieges hinzuwirken. Statt China in die Pflicht zu nehmen, könnte Berlin auf ernsthafte diplomatische Verhandlungen drĂ€ngen, statt immer neue Waffenlieferungen zu genehmigen und immer neue Milliarden in einen Konflikt zu pumpen, dessen Ende nicht absehbar ist. Seit ĂŒber drei Jahren tobt dieser Krieg nun, und der Westen hat es in dieser gesamten Zeit nicht geschafft, auch nur einen ernsthaften diplomatischen Vorstoß zu unternehmen. Stattdessen wurde jeder Verhandlungsansatz – man erinnere sich an die gescheiterten GesprĂ€che in Istanbul im FrĂŒhjahr 2022 – torpediert.

Die Strategie, China als SĂŒndenbock zu instrumentalisieren und gleichzeitig die eigene Verantwortung fĂŒr die Eskalation zu leugnen, ist durchsichtig. Sie ist auch gefĂ€hrlich. Denn wer Peking permanent belehrt, diffamiert und mit Strafzöllen ĂŒberzieht, der kann nicht gleichzeitig erwarten, dass die chinesische FĂŒhrung ihm einen Gefallen tut. Diplomatie funktioniert anders – das wusste schon Bismarck, dessen außenpolitisches Geschick man im heutigen Berlin offenbar vollstĂ€ndig vergessen hat.

BlackRock-Kanzler auf Weltmission

Es drĂ€ngt sich die Frage auf, wessen Interessen Merz bei dieser Reise eigentlich vertritt. Die des deutschen Volkes, das sich nach Frieden, wirtschaftlicher StabilitĂ€t und sinkenden Energiepreisen sehnt? Oder die Interessen ganz anderer Akteure? Der ehemalige BlackRock-Aufsichtsrat hat bislang wenig getan, um das Vertrauen der BĂŒrger in seine UnabhĂ€ngigkeit zu stĂ€rken. Das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen, das kommende Generationen mit Schulden belastet, die massive AufrĂŒstung, die fortgesetzte UnterstĂŒtzung der Ukraine ohne erkennbare Exit-Strategie – all das nĂ€hrt den Verdacht, dass hier nicht primĂ€r deutsche Interessen verfolgt werden.

Dabei wĂ€re es so einfach: Statt in Peking den Weltenlenker zu mimen, könnte Merz sich um die drĂ€ngenden Probleme im eigenen Land kĂŒmmern. Um die galoppierende KriminalitĂ€t, die marode Infrastruktur, die explodierenden Energiekosten, die unkontrollierte Migration. Aber das wĂ€re natĂŒrlich weniger glamourös als ein Staatsbesuch in der Verbotenen Stadt.

In Zeiten geopolitischer Unsicherheit und wirtschaftlicher Turbulenzen zeigt sich einmal mehr, dass physische Edelmetalle wie Gold und Silber als bewĂ€hrte Instrumente der Vermögenssicherung an Bedeutung gewinnen. Wer sein Portfolio gegen die UnwĂ€gbarkeiten einer zunehmend instabilen Weltordnung absichern möchte, tut gut daran, auf zeitlose Werte zu setzen – statt auf die leeren Versprechungen einer Politik, die den Bezug zur RealitĂ€t lĂ€ngst verloren hat.

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