Kettner Edelmetalle
29.05.2025
10:01 Uhr

Meinungsterror an deutschen Unis: Wenn linke Aktivisten bestimmen, wer sprechen darf

Die akademische Freiheit liegt in Deutschland am Boden – und wieder einmal sind es selbsternannte "Antifaschisten", die sie mit FĂŒĂŸen treten. An der UniversitĂ€t MĂŒnster sollte eigentlich ein Symposium zum Thema Selbstbestimmung stattfinden. Doch was als interdisziplinĂ€rer Diskurs geplant war, endete in einem Kniefall vor linksextremen Drohungen. Die Lebensrechtsexpertin Cornelia Kaminski wurde kurzerhand ausgeladen – die Sicherheit könne nicht gewĂ€hrleistet werden, hieß es lapidar.

Der vorauseilende Gehorsam der UniversitÀt

Was war geschehen? Das JuraForum der UniversitĂ€t MĂŒnster hatte fĂŒr den 27. Mai zu einem vielversprechenden Symposium geladen: "Grenzenlose Freiheit? Selbstbestimmung in Zeiten des gesellschaftlichen Wandels". Ein Thema, das geradezu nach kontroversen Diskussionen schreit. Die Organisatoren – wohlgemerkt Studenten – hatten sich redlich bemĂŒht, verschiedene Perspektiven abzubilden. Neben Juristen sollten auch Vertreter unterschiedlicher ethischer Positionen zu Wort kommen.

Besonders brisant: Beim Thema "My Body – My Choice? Reproduktive Selbstbestimmung im Fokus" sollten zwei diametral entgegengesetzte Positionen aufeinandertreffen. Auf der einen Seite Christiane Tennhardt vom Verein "Doctors for choice", auf der anderen Cornelia Kaminski, Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht fĂŒr Alle (ALfA) – immerhin die mitgliederstĂ€rkste Lebensrechtsorganisation Deutschlands.

Die Hetzkampagne der "kritischen Jurist*innen"

Doch genau diese Ausgewogenheit war den selbsternannten WĂ€chtern der politischen Korrektheit ein Dorn im Auge. Die "kritischen Jurist*innen" – schon die Schreibweise verrĂ€t die ideologische Verblendung – und ein obskures "antifaschistisches Protest- und Recherchekollektiv" namens "Busters" starteten eine regelrechte Hetzkampagne. In den sozialen Medien wurde Stimmung gemacht, ein "Brandbrief" verfasst.

Die VorwĂŒrfe? Ein Sammelsurium aus Kontaktschuld-Konstruktionen und ideologischen Verzerrungen. Kaminski sei eine "zentrale Stimme des reaktionĂ€ren Antifeminismus", hieß es. Der Beweis? Sie hatte einen Brief an Donald Trump unterzeichnet, in dem Lebensrechtler dem ehemaligen US-PrĂ€sidenten fĂŒr die Begnadigung von Pro-Life-Aktivisten dankten. Diese hatten Haftstrafen verbĂŒĂŸt – wofĂŒr? FĂŒr das Beten vor einer Abtreibungsklinik. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Gewaltlose Gebete werden mit GefĂ€ngnis bestraft, und wer sich darĂŒber freut, dass diese drakonischen Strafen aufgehoben werden, gilt als "MAGA-UnterstĂŒtzer".

Die Methode hat System

Besonders perfide: Die Aktivisten werfen Kaminski vor, sie habe Ralf Schuler von Nius ein Interview gegeben. Nach dieser Logik mĂŒssten auch Christian Lindner, Carsten Linnemann oder die GrĂŒnen-Politikerin Valerie Wilms von öffentlichen Debatten ausgeschlossen werden – sie alle waren schon bei Schuler zu Gast. Aber Logik war noch nie die StĂ€rke linksextremer GesinnungswĂ€chter.

Kaminski kontert die VorwĂŒrfe souverĂ€n: "Die Position, die ich vertrete, ist die des Grundgesetzes, des Strafgesetzbuchs und des Bundesverfassungsgerichts. Wer diese Positionen nicht mehr als 'diskursfĂ€hig' betrachtet, sondern als 'widerliche Propaganda', hat den Boden unserer Rechtsordnung verlassen." Ein Volltreffer – doch was nĂŒtzt das beste Argument gegen eine Meute, die nur noch in Freund-Feind-Kategorien denkt?

Der intellektuelle Bankrott der Aktivisten

Besonders entlarvend ist die Behauptung der Aktivisten, Studierende mĂŒssten vor Kaminskis "ausgewachsenem Unsinn" geschĂŒtzt werden. Die Lebensrechtsexpertin entlarvt diese paternalistische Bevormundung treffend: "Wer meint, ausgerechnet Studierende auf paternalistische und bevormundende Art und Weise vor unliebsamen Äußerungen schĂŒtzen zu mĂŒssen, zeigt: Freiheit und Selbstbestimmung gilt nicht fĂŒr die Besucher und Organisatoren des JuraForums – sie dĂŒrfen nicht entscheiden, was sie hören wollen. Das entscheiden andere fĂŒr sie."

Hier offenbart sich der totalitĂ€re Kern der selbsternannten "Antifaschisten": Sie trauen erwachsenen Menschen nicht zu, sich selbst eine Meinung zu bilden. Sie wollen bestimmen, welche Argumente ĂŒberhaupt gehört werden dĂŒrfen. Das ist nicht progressiv, das ist reaktionĂ€r im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Kapitulation der UniversitÀt

Das eigentlich Skandalöse ist jedoch nicht das Verhalten der Aktivisten – von denen ist man derartige EinschĂŒchterungsversuche gewohnt. Der wahre Skandal ist die Kapitulation der UniversitĂ€t. Statt die akademische Freiheit zu verteidigen, knickte man vor den Drohungen ein. Die Sicherheit könne nicht gewĂ€hrleistet werden, hieß es. Eine BankrotterklĂ€rung des Rechtsstaats.

Dabei wÀre es die Aufgabe der UniversitÀt gewesen, genau diese Sicherheit zu gewÀhrleisten. Notfalls mit Polizeischutz. Stattdessen gibt man den Erpressern nach und sendet damit ein fatales Signal: Wer nur laut genug schreit und glaubhaft mit Gewalt droht, kann missliebige Meinungen zum Schweigen bringen.

Ein Armutszeugnis fĂŒr die deutsche Wissenschaftslandschaft

Kaminski hatte vorausschauend ihren Vortrag bereits aufgezeichnet – ein trauriges Zeichen dafĂŒr, dass solche Vorsichtsmaßnahmen in Deutschland mittlerweile notwendig sind. "Doctors for choice" durfte hingegen unwidersprochen ihre Position vertreten. Die Ausgewogenheit, die eigentlich das Markenzeichen wissenschaftlicher Debatten sein sollte, wurde geopfert.

Es ist eine bittere Ironie der Geschichte: Die UniversitĂ€t, einst von der Kirche als Hort der freien Forschung gegrĂŒndet, wird heute von jenen attackiert, die sich selbst als fortschrittlich betrachten, aber in Wahrheit die Grundprinzipien der AufklĂ€rung mit FĂŒĂŸen treten. Sie predigen Toleranz und praktizieren Intoleranz. Sie fordern Vielfalt und dulden nur eine Meinung – ihre eigene.

Die schleichende Zerstörung der Debattenkultur

Was in MĂŒnster geschah, ist kein Einzelfall. Es ist Teil einer besorgniserregenden Entwicklung, die unsere gesamte Debattenkultur bedroht. Immer hĂ€ufiger werden Veranstaltungen abgesagt, Redner ausgeladen, Diskussionen verhindert – nicht weil die Argumente fehlen wĂŒrden, sondern weil eine kleine, aber lautstarke Minderheit mit Gewalt droht.

Die Folgen sind verheerend: Junge Menschen lernen nicht mehr, mit unterschiedlichen Meinungen umzugehen. Sie werden in ideologischen Echokammern sozialisiert, in denen abweichende Positionen nicht widerlegt, sondern mundtot gemacht werden. Das ist das Gegenteil von Bildung, das ist Indoktrination.

Wenn wir diese Entwicklung nicht stoppen, werden unsere UniversitĂ€ten zu geistigen Einöden verkommen, in denen nur noch eine Meinung geduldet wird. Die Vielfalt der Perspektiven, die fĂŒr wissenschaftlichen Fortschritt unerlĂ€sslich ist, wird einer ideologischen Gleichschaltung geopfert. Am Ende verlieren wir alle – auch jene, die heute glauben, auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen.

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