
Mannheim: 40 Vermummte prügeln konservative Aktivisten ins Krankenhaus

In Mannheim ist am Samstagabend eine Gruppe junger konservativer Aktivisten auf offener Straße angegriffen worden. Nach Schilderungen eines Betroffenen gegenüber Medien waren rund 40 vermummte Personen beteiligt, die Schlagstöcke, Schlaghandschuhe und Pfefferspray eingesetzt haben sollen. Ein Mann erlitt eine Kopfplatzwunde und einen Unterarmbruch. Das Polizeipräsidium Mannheim bestätigte den Vorfall demnach am Montagabend.
Auf dem Weg zum Restaurant – dann kam der Trupp
Betroffen waren Mitglieder der bundesweit aktiven Gruppe „Gemeinsam Deutschland gestalten“ (GDG). Rund 20 Teilnehmer eines Vernetzungstreffens seien kurz vor 20 Uhr im Stadtteil Neckarstadt-Ost auf dem Weg zu einem Brauhaus gewesen, als ihnen in einer Nebenstraße vermummte Gestalten entgegenkamen.
Zunächst habe es Beschimpfungen gegeben, berichtet ein Betroffener, der anonym bleiben möchte. Einer aus der Gruppe habe sofort die Polizei alarmiert. Sekunden später sei die Lage eskaliert – ein zweiter Trupp habe sich angeschlossen, die Gruppe sei umstellt worden.
„Für ein paar Minuten blind“
Der Mann, ein Heizungstechniker, schildert, er habe Pfefferspray ins Gesicht bekommen und sei anschließend mit einem Teleskopschlagstock attackiert worden. Die Schläge gegen den Kopf bezeichnet er als potenziell lebensgefährlich.
„Ich war dann durch das Pfefferspray und das Blut, das mir ins Gesicht gelaufen ist, erstmal für ein paar Minuten blind“
Mehrere weitere Teilnehmer hätten Prellungen und Augenreizungen davongetragen. Er selbst verbrachte den Abend im Krankenhaus, eine Operation des Bruchs steht bevor. Bitter für einen Handwerker: Wochenlanger Ausfall trifft auch seinen Betrieb.
Bekennerschreiben: Gewalt als „erzieherische Abreibung“
Am Sonntag erschien auf einer einschlägigen linken Internetplattform ein Bekennerschreiben. Darin rechtfertigen die anonymen Verfasser den Angriff und sprechen von einer „erzieherischen Abreibung“, die „einige Verletzte“ gefordert habe. Man habe den Aktivisten klargemacht, dass ihre Politik in Mannheim „nicht willkommen“ sei.
Ein Bedauern über die Verletzungen sucht man in dem Text vergeblich – stattdessen Spott über die „Niederlage“ der Angegriffenen. Wer Gewalt derart offen zum politischen Werkzeug erklärt, verabschiedet sich aus dem demokratischen Streit. Das ist keine Meinungsäußerung mehr, das sind mutmaßlich Straftaten, die die Justiz aufklären muss.
Kein Einzelfall – und die Zahlen sprechen eine klare Sprache
GDG-Gründer Benedict Doege erklärte, es sei nicht der erste Angriff auf seine Leute gewesen; bereits im Juni seien Mitglieder in Hamburg von 30 bis 40 Vermummten attackiert worden. Man lasse sich nicht einschüchtern, so Doege. Gewalt dürfe niemals ein Mittel der politischen Auseinandersetzung sein, unabhängig davon, von welcher Seite sie ausgehe.
Laut Bundesamt für Verfassungsschutz stieg die Zahl linksextremistisch motivierter Straftaten 2025 um 38,9 Prozent auf 8.133 Delikte, die Gewalttaten sogar um 60,9 Prozent auf 856. Rund 11.600 Linksextremisten gelten den Behörden als gewaltorientiert.
Aus Sicht unserer Redaktion zeigt der Fall, wohin jahrelange Verharmlosung militanter Gruppen geführt hat. Wer politische Gegner mit Schlagstöcken „erzieht“, gehört vor Gericht – und wer solche Milieus verbal hofiert, sollte sich fragen, welchem Klima er den Boden bereitet.
Hinweis: Es gilt die Unschuldsvermutung. Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder; er stellt keine Rechtsberatung dar.
- Themen:
- #Linke










