
Lawrow giftet: Ein Friedensdeal wäre Selenskyjs Ende!

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat am Sonntag in Bahrains Hauptstadt Manama den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj frontal angegriffen. Nach Darstellung des Kremlchefdiplomaten blockiere Selenskyj jede Einigung, weil ein Frieden sein politisches Aus bedeuten würde. Am Montag reiste Lawrow weiter nach Teheran, mitten hinein in den nächsten Brandherd der Weltpolitik.
Harte Worte am Golf
Die Bühne war mit Bedacht gewählt: die neunte Runde des strategischen Dialogs zwischen Russland und dem Golf-Kooperationsrat. Ausgerechnet in Bahrain, das im US-Iran-Krieg wiederholt von iranischen Drohnen und Raketen getroffen worden war, holte Lawrow zum Rundumschlag aus. Russischen Staatsmedien zufolge sagte er:
„It is obvious that Zelensky has no desire to even move toward reaching agreements.“
Den Grund lieferte er gleich mit. Selenskyj verstehe vermutlich, dass jede Vereinbarung, die sowohl für Russland als auch für die USA akzeptabel sei, das Ende seiner Regierung bedeute, und auch sein persönliches Ende. Für Moskau ist das eine altbekannte Leier: Kiew und seine Unterstützer wollten gar keinen Frieden und torpedierten die Vermittlungsversuche von US-Präsident Donald Trump.
Diesel, Raffinerien und ein Seitenhieb auf Brüssel
Danach knöpfte sich Lawrow die Europäer vor. Die EU-Spitzen ermutigten die Ukraine zu Angriffen auf russische Energieanlagen, kritisierte er. Und das zu einem Zeitpunkt, an dem Washington solche Schläge unterbinden wolle, um die weltweite Dieselkrise nicht weiter anzuheizen. Er sei zuversichtlich, so Lawrow, dass beim Treffen der Gasexportländer am 28. und 29. Oktober in Moskau Beschlüsse zur Stabilisierung der Märkte fielen. Den Europäern warf er vor, diese Märkte zu ruinieren, nur um Selenskyj zu retten.
Der Hintergrund: Am 9. Oktober hatten sich Trump und Kremlchef Wladimir Putin Medienberichten zufolge auf russische Diesellieferungen für den Weltmarkt geeinigt. Am Freitag folgte der nächste Paukenschlag. Laut US-Berichten unterzeichnete Trump eine Verfügung, die Russland-Sanktionen und Strafzölle aus dem erst im September beschlossenen sogenannten Graham Act vorerst aussetzt. Selenskyj schäumte, die Entscheidung helfe „definitiv nur den Russen“.
Selenskyj: Washington wolle die Kapitulation
In einem Bloomberg-Interview legte der ukrainische Präsident nach. Er glaube, es seien Schritte unternommen worden, um die Ukraine zur Kapitulation zu bewegen. Die USA drohten demnach, die Unterstützung zu kappen, falls Kiew die Angriffe auf Raffinerien nicht einstelle. Bereits bezahlte Patriot-Lieferungen würden verzögert, und das sei nach seinen Worten „kein technisches Problem“.
Sein Gegenangebot klingt nach Basar: Die Ukraine verschone russischen Diesel, wenn die USA dafür Patriot-Raketen liefern. Nach den Midterms, so hofft Selenskyj, werde es ruhiger.
Die unbequeme Wahrheit hinter der Propaganda
Lawrows Worte sind kalkulierte Kreml-Rhetorik, keine Frage. Ganz aus der Luft gegriffen ist der Gedanke aber nicht. Unabhängige Beobachter hatten schon früher gewarnt, dass harte Kräfte im ukrainischen Sicherheitsapparat einen Präsidenten stürzen könnten, der große Gebietsabtretungen unterschreibt. Gleichzeitig drängt Trump auf Wahlen in Kiew und hat laut Berichten die Hilfe, vor allem beim Austausch von Geheimdienstinformationen, deutlich zurückgefahren.
Und Europa? Steht am Rand
Washington und Moskau handeln Energiedeals aus, die Golfstaaten vermitteln beim Gefangenenaustausch, und Brüssel? Die EU wirkt wie ein Zuschauer, der am Ende die Rechnung zahlt. Dazu gehören steigende Energiepreise und Milliardenhilfen, für die deutsche Steuerzahler geradestehen. Die Bundesregierung unter Friedrich Merz hat zu alldem bislang keine eigene, durchsetzungsstarke Linie gefunden.
Krieg in der Ukraine, Krieg am Golf, eine Dieselkrise und unberechenbare Großmächte: Wer sein Vermögen gegen solche Schocks absichern will, setzt seit Jahrhunderten auch auf physisches Gold und Silber. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können Edelmetalle ein krisenfester Anker sein.
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