Kettner Edelmetalle
20.08.2026
06:13 Uhr
KI-generiert

„Korallen mögen es heiß“: Forscher widerspricht dem Riff-Untergang

„Korallen mögen es heiß“: Forscher widerspricht dem Riff-Untergang
Symbolbild: KI-generiert

Das Great Barrier Reef, jahrzehntelang das Symbolbild des Klimawandels, ist offenbar in erstaunlich guter Verfassung. Das Australische Institut für Meereswissenschaften (AIMS) meldete am 11. August 2026 Anzeichen einer Erholung nach der Massenbleiche von 2024. Der australische Physiker und Riffforscher Peter Ridd hält diese Formulierung für eine erhebliche Untertreibung.

Die Zahlen aus dem offiziellen Bericht

Die Fakten sind nüchtern und aufschlussreich. Laut AIMS wurden zwischen August 2025 und Juni 2026 insgesamt 121 Riffe per Manta-Schleppuntersuchung erfasst.

  • Nördliches Riff: Hartkorallenbedeckung von 30,0 auf 35,1 Prozent gestiegen – deutlich über dem Langzeitmittel von 27 Prozent.
  • Zentrales Riff: Anstieg von 28,6 auf 31,6 Prozent, Langzeitmittel 20 Prozent.
  • Südliches Riff: leichter Rückgang auf 26,4 Prozent, innerhalb der Fehlermarge.

Nur drei der 121 untersuchten Riffe wiesen weniger als zehn Prozent Korallenbedeckung auf. Von einem sterbenden Naturwunder liest sich das anders.

„Rekordbestand“ statt Untergang

Ridd, ehemaliger Professor an der James Cook University, geht deutlich weiter als die Behörde. Gegenüber der Epoch Times erklärte er:

„Das Riff erfreut sich bester Gesundheit – in den vergangenen sechs Jahren gab es mehr Korallen als in jedem der vorangegangenen 35 Jahre. Das ist ein unglaublich gutes ‚Anzeichen‘.“

Sein Argument ist bestechend einfach: Bleichereignisse habe es 2016, 2017, 2020, 2022, 2024 und 2025 gegeben. Hätten diese das Riff tatsächlich verwüstet, könne es heute keine Rekordmengen an Korallen geben – selbst schnellwachsende Arten bräuchten fünf bis zehn Jahre zum Nachwachsen.

Was bei einer Korallenbleiche wirklich passiert

Hier lohnt der Blick ins Detail. Korallen leben in Symbiose mit farbigen Algen. Wird das Wasser zu warm, stoßen sie diese Untermieter ab und verlieren ihre Farbe – tot sind sie deshalb nicht zwangsläufig, oft folgt schlicht ein Austausch der Algenpartner.

Auch AIMS räumt ein, dass die Auswirkungen von Bleichereignissen stark schwanken und nicht automatisch zu massivem Korallensterben führen. Nach der Bleiche von 2025 fanden die Forscher nur begrenzte Schäden. Die Behörde betont zugleich, das Riff bleibe durch Erwärmung, Wirbelstürme und Dornenkronenseesterne unter Druck.

Ein Riff im Rhythmus der Jahrtausende

Rund 3.000 Einzelriffe bilden das Great Barrier Reef, das sich über eine Fläche von der Größe Italiens erstreckt. Zyklen aus Zerstörung und Wiederaufbau durch Zyklone und Seesterne seien völlig normal, so Ridd – wiederhole man das eine Million Jahre lang, entstehe genau dieses Riff. Bislang sei keines der 3.000 Riffe verloren gegangen, keine einzige Art ausgestorben.

Besonders pikant: Ridd verweist auf das sogenannte Korallendreieck bei Indonesien und Papua-Neuguinea – das wärmste Meeresgebiet der Erde und zugleich das artenreichste. Langsam steigende Temperaturen seien für das Riff eher Vorteil als Nachteil.

Warum das politisch brisant ist

Ridd wirft Katastrophenpropheten vor, mit dem stets vorhandenen Korallenverlust in irgendeinem Teilgebiet Untergangsgeschichten zu produzieren. Er selbst wurde 2018 von seiner Universität entlassen, nachdem er die Qualitätssicherung der Riffforschung öffentlich kritisiert hatte; Medienberichten zufolge unterlag er 2021 letztinstanzlich vor dem australischen High Court.

Aus Sicht unserer Redaktion zeigt der Fall vor allem eines: Wer in der Klimadebatte Daten anders liest als der Mainstream, riskiert seine Karriere. Milliardenschwere Politikprogramme werden mit Bildern begründet – nicht immer mit Messreihen. Ein genauerer Blick auf die Zahlen lohnt sich fast immer.

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