Kettner Edelmetalle
14.03.2026
08:34 Uhr

Kontrollverlust im Iran: Warum Amerikas Bomben den Nahen Osten nicht befrieden werden

Kontrollverlust im Iran: Warum Amerikas Bomben den Nahen Osten nicht befrieden werden

WĂ€hrend die Welt gebannt auf die eskalierenden Luftangriffe der USA gegen iranische Atomanlagen blickt, zeichnet ein renommierter US-MilitĂ€rstratege ein Bild, das selbst hartgesottene Sicherheitsexperten erschaudern lassen dĂŒrfte. Robert Pape, Politikwissenschaftler an der University of Chicago und langjĂ€hriger Berater der US Air Force, warnt eindringlich vor einem totalen Kontrollverlust im Iran-Konflikt – mit Konsequenzen, die weit ĂŒber den Nahen Osten hinausreichen.

Die fatale Illusion der PrÀzisionsbomben

Man könnte meinen, der Einsatz modernster Tarnkappenbomber gegen tief vergrabene iranische Nuklearanlagen sei ein MeisterstĂŒck militĂ€rischer Ingenieurskunst. Und ja, die Bomben trafen ihre Ziele mit chirurgischer Genauigkeit. Doch was nĂŒtzt die Zerstörung leerer HĂŒllen? Das angereichertes Uran – theoretisch ausreichend fĂŒr den Bau von 16 Atombomben – sei schlicht verschwunden. Satellitenbilder hĂ€tten bereits vor den Angriffen verdĂ€chtige Lkw-Konvois an den Nuklearstandorten gezeigt. Man hat also Milliarden Dollar in Schutt und Asche verwandelt, wĂ€hrend das eigentliche Bedrohungspotenzial auf unbekannten Lastwagen durch die iranische WĂŒste rollt. Ein strategisches Fiasko ersten Ranges.

Pape bringt es auf den Punkt: Kriege bestĂŒnden nicht nur aus militĂ€rischer Hardware. Bomben verĂ€nderten die Politik – und zwar auf beiden Seiten. Die USA tappten gegenwĂ€rtig in eine klassische Eskalationsfalle, aus der es keinen eleganten Ausweg gebe.

Den Falschen getötet – und einen Schlimmeren geschaffen

Besonders brisant sei die Tötung des obersten geistlichen FĂŒhrers des Iran. Was auf den ersten Blick wie ein strategischer Coup wirken mag, entpuppe sich bei nĂ€herer Betrachtung als kolossaler Fehler. Denn ausgerechnet der getötete FĂŒhrer habe religiöse Edikte gegen den Bau von Nuklearwaffen erlassen – er war paradoxerweise ein Garant gegen die atomare Bewaffnung seines Landes.

Sein Nachfolger und Sohn gelte hingegen als weitaus aggressiver und sei eng mit den paramilitĂ€rischen Revolutionsgarden verflochten. Die fortlaufenden Angriffe und die drohende Zerstörung hĂ€tten den Iranern nun den ultimativen Überlebensanreiz gegeben, sich tatsĂ€chlich mit einer Atombombe unangreifbar zu machen. Wer hĂ€tte das gedacht? Wer ein Regime köpft, bekommt nicht selten einen noch gefĂ€hrlicheren Kopf nach. Die Geschichte lehrt diese Lektion seit Jahrhunderten – doch offenbar hat man in Washington die entsprechenden GeschichtsbĂŒcher lĂ€ngst eingemottet.

Horizontale Eskalation: Der Persische Golf im Fadenkreuz

Der Konflikt habe mittlerweile seine zweite Phase erreicht, analysiert Pape. Der Iran setze nicht mehr nur auf direkte VergeltungsschlĂ€ge gegen Israel, sondern bediene sich einer sogenannten horizontalen Eskalation. Mit SchwĂ€rmen prĂ€zisionsgesteuerter Drohnen wĂŒrden amerikanische VerbĂŒndete wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate ins Visier genommen. Das KalkĂŒl dahinter sei ebenso simpel wie effektiv: Die Koalition gegen den Iran solle gebrochen werden, indem man Wirtschaft und Tourismus am Persischen Golf ins Wanken bringe.

Wenn Nadelöhre der Weltwirtschaft wie die Straße von Hormus nicht mehr sicher fĂŒr Handelsschiffe seien, stiegen unweigerlich die globalen Energiepreise. Und hier wird es auch fĂŒr Deutschland brandgefĂ€hrlich. Ein Land, das sich unter dem Einfluss grĂŒner Ideologie systematisch von verlĂ€sslichen Energiequellen abgeschnitten hat, steht bei explodierenden Ölpreisen besonders verwundbar da. Die Konsequenzen fĂŒr die ohnehin angeschlagene deutsche Wirtschaft wĂ€ren verheerend.

Erschwerend komme hinzu, dass Russland dem Iran Zieldaten fĂŒr die prĂ€zisen Drohnenangriffe liefere – eine direkte politische Revanche fĂŒr die amerikanische UnterstĂŒtzung der Ukraine. Die geopolitischen Verflechtungen werden immer komplexer, die Risiken immer unkalkulierbarer.

75 Prozent Wahrscheinlichkeit fĂŒr einen Bodenkrieg

Die wohl alarmierendste EinschĂ€tzung Papes betrifft die dritte Konfliktstufe. Der MilitĂ€rstratege beziffere die Wahrscheinlichkeit auf beunruhigende 75 Prozent, dass die USA in naher Zukunft gezwungen sein wĂŒrden, Bodentruppen in den Iran zu entsenden. Der Auslöser? Die zunehmend panische Suche nach dem verschollenen nuklearen Material, aus Angst, dieses könnte in die HĂ€nde von Terrornetzwerken fallen.

Sollten tausende amerikanische Soldaten iranischen Boden betreten, drohe ein endloser ZermĂŒrbungskrieg. Pape zieht hier eine unmissverstĂ€ndliche Parallele zum Vietnamkrieg: Auch dort hĂ€tten die USA den Krieg nicht auf dem Schlachtfeld verloren, sondern durch die ausweglose Dauer des Einsatzes und den schwindenden politischen RĂŒckhalt in der Heimat. Ein Iran-Bodenkrieg wĂ€re – so die SchĂ€tzungen – sechsmal teurer als der Irak-Krieg. Geld, das Amerika schlicht nicht hat.

China als lachender Dritter

WĂ€hrend sich die Vereinigten Staaten in einem weiteren aussichtslosen Nahostkonflikt aufzureiben drohen, stehe der eigentliche Gewinner bereits fest: Peking. China treibe seine wirtschaftliche und technologische Entwicklung rasant voran, wĂ€hrend amerikanische Ressourcen und politische Aufmerksamkeit im WĂŒstensand versickerten. FĂŒr die kommunistische FĂŒhrung sei ein amerikanisches Feststecken im Nahen Osten von enormem strategischem Vorteil – es ermögliche die ungestörte Expansion im asiatisch-pazifischen Raum.

Diese Entwicklung sollte auch Europa und insbesondere Deutschland zutiefst beunruhigen. Denn wenn die USA als Sicherheitsgarant des Westens zunehmend in Konflikte verstrickt werden, die ihre KapazitĂ€ten ĂŒbersteigen, wer schĂŒtzt dann Europa? Die Bundeswehr, die seit Jahren kaputtgespart wurde? Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat zwar ein 500-Milliarden-Sondervermögen auf den Weg gebracht, doch ob dieses Geld jemals dort ankommt, wo es dringend gebraucht wird – nĂ€mlich bei der VerteidigungsfĂ€higkeit – darf bezweifelt werden.

Die innere Zerrissenheit als grĂ¶ĂŸte Bedrohung

Am Ende seiner Analyse richtet Pape den Blick auf ein Problem, das selbst diese geopolitischen Verwerfungen in den Schatten stellen könnte. Die weitaus grĂ¶ĂŸte Gefahr fĂŒr die USA sei die zunehmende Normalisierung politischer Gewalt im eigenen Land. GewalttĂ€tige Ausschreitungen, politische Attentate und stark militarisierte behördliche EinsĂ€tze spalteten die amerikanische Gesellschaft so tief wie seit den 1960er Jahren nicht mehr.

Eine Weltmacht, die im Inneren derart zerrissen agiere, werde kaum in der Lage sein, die komplexen außenpolitischen Krisen unserer Zeit zu bewĂ€ltigen. Diese Warnung gilt freilich nicht nur fĂŒr Amerika. Auch Deutschland erlebt eine zunehmende gesellschaftliche Spaltung, befeuert durch ideologische GrabenkĂ€mpfe, eine unkontrollierte Migrationspolitik und den Verlust gemeinsamer Werte. Wer die eigene Gesellschaft nicht zusammenhalten kann, wird auf der WeltbĂŒhne zum Spielball anderer MĂ€chte.

In Zeiten solch massiver geopolitischer Unsicherheiten zeigt sich einmal mehr der Wert physischer Edelmetalle als Anker der Vermögenssicherung. Wenn Energiepreise explodieren, WĂ€hrungen unter Druck geraten und militĂ€rische Konflikte die Weltwirtschaft erschĂŒttern, erweist sich Gold seit Jahrtausenden als verlĂ€sslicher Wertspeicher – eine Eigenschaft, die in den kommenden Monaten wichtiger werden dĂŒrfte denn je.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen und EinschĂ€tzungen dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Jeder Leser ist angehalten, eigene Recherchen durchzufĂŒhren und gegebenenfalls professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen, bevor er Anlageentscheidungen trifft. FĂŒr etwaige finanzielle Verluste, die aus Handlungen auf Basis dieses Artikels resultieren, ĂŒbernehmen wir keinerlei Haftung.

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