Kettner Edelmetalle
26.08.2025
05:51 Uhr

Justizfarce um Epstein-Komplizin: US-Regierung macht Maxwell zur Kronzeugin ihrer eigenen Unschuld

Die Trump-Administration sorgt derzeit fĂŒr KopfschĂŒtteln in der amerikanischen Justizlandschaft. Was sich wie ein schlechter Krimi liest, ist bittere RealitĂ€t: Ghislaine Maxwell, die wegen Kindersexhandels zu 20 Jahren Haft verurteilte Komplizin des verstorbenen MilliardĂ€rs Jeffrey Epstein, darf plötzlich ihre Version der Geschichte erzĂ€hlen – und das US-Justizministerium hört andĂ€chtig zu, ohne kritische Nachfragen zu stellen.

Familie der verstorbenen Hauptzeugin schlÀgt Alarm

Die Familie von Virginia Roberts Giuffre, der wichtigsten Belastungszeugin gegen Epstein, zeigt sich „empört" ĂŒber das Vorgehen der Behörden. Giuffre, die am 25. April dieses Jahres unter mysteriösen UmstĂ€nden verstarb – offiziell durch Suizid, was ihr Vater anzweifelt –, hatte jahrelang gegen das Epstein-Netzwerk gekĂ€mpft. Nun mĂŒsse ihre Familie mit ansehen, wie die verurteilte StraftĂ€terin Maxwell zur glaubwĂŒrdigen Zeugin umgedeutet werde.

In einer scharfen Stellungnahme spricht die Familie von einer „Justizfarce", die die Erfahrungen mutiger Überlebender entkrĂ€fte. Der Vorwurf wiegt schwer: Das Justizministerium biete Maxwell eine Plattform, um „die Geschichte umzuschreiben".

Maxwells erstaunliche Reinwaschungen

Was Maxwell in ihrem zweitĂ€gigen Interview mit dem stellvertretenden Generalstaatsanwalt Todd Blanche von sich gab, spottet jeder Beschreibung. Sie bestritt nicht nur die Echtheit des berĂŒhmten Fotos, das sie gemeinsam mit Prinz Andrew und der minderjĂ€hrigen Giuffre zeigt – ein Bild, dessen AuthentizitĂ€t von mehreren Experten bestĂ€tigt wurde. Sie ging noch weiter und behauptete allen Ernstes, die „ganze Sache" sei inszeniert worden.

„Es gibt keine Liste. Fangen wir damit an. Mir ist keine Erpressung bekannt. Ich habe nie davon gehört."

Diese Aussage Maxwells zur angeblich nicht existierenden „Kundenliste" von Epsteins Klienten wirft fundamentale Fragen auf. Wie kann jemand wegen Sexhandels verurteilt werden, ohne dass bekannt ist, an wen die Opfer verkauft wurden? Ein Widerspruch, der selbst hartgesottene Justizbeobachter sprachlos macht.

Bill Clinton und Donald Trump – plötzlich schneeweiß?

Besonders pikant wird es, wenn Maxwell ĂŒber prominente Persönlichkeiten spricht. Bill Clinton, der nachweislich 26 Mal in Epsteins berĂŒchtigtem „Lolita Express" mitflog, habe niemals eine Massage erhalten – das wisse sie genau, denn sie sei ja dabei gewesen. Eine Aussage, die angesichts der engen jahrelangen Verbindung zwischen Clinton und Epstein sowie eines bizarren GemĂ€ldes von Clinton in einem blauen Kleid in Epsteins Manhattaner Anwesen mehr als fragwĂŒrdig erscheint.

Auch Donald Trump wird von Maxwell reingewaschen – sie habe „nie unangemessenes Verhalten von irgendeinem Mann" erlebt, auch nicht vom amtierenden PrĂ€sidenten. Wie praktisch fĂŒr alle Beteiligten.

Die Motivation liegt auf der Hand

Senator Adam Schiff bringt es auf den Punkt: Maxwell sage genau das, was fĂŒr eine mögliche Begnadigung notwendig sei. Ohne die Anwesenheit eines Staatsanwalts, der die Fakten kenne, habe das Interview stattgefunden – ein Vorgehen, das jeder seriösen Ermittlungsarbeit Hohn spreche.

Noch beunruhigender: Maxwell wurde am 1. August ohne offizielle BegrĂŒndung in eine Minimum-Security-Einrichtung verlegt. Die Familie Giuffre sieht darin ein „beunruhigendes Signal", dass Kindersexhandel akzeptiert und belohnt werde.

Von der Meineidigen zur Heiligen?

Die Kehrtwende des Justizministeriums könnte kaum drastischer sein. Noch 2020 hatte man Maxwell des Meineids bezichtigt. Heute prĂ€sentiere man sie praktisch als „gottesfĂŒrchtige, bodenstĂ€ndige Amerikanerin", die mit der Hand auf der Bibel die reine Wahrheit spreche.

Die WidersprĂŒche in Maxwells Aussagen sind eklatant: Trotz eines mit Videokameras gespickten Anwesens soll Epstein keine kompromittierenden Aufnahmen besessen haben. Trotz nachgewiesener Verbindungen zu Geheimdiensten – Dokumente belegen Epsteins TĂ€tigkeit als FBI-Informant – soll er mit keinem in- oder auslĂ€ndischen Dienst konspiriert haben.

Ein Schlag ins Gesicht der Opfer

Was hier geschieht, ist mehr als nur juristische NachlĂ€ssigkeit. Es ist ein Affront gegen alle Opfer des Epstein-Netzwerks, die jahrelang fĂŒr Gerechtigkeit gekĂ€mpft haben. Wenn eine rechtskrĂ€ftig verurteilte MittĂ€terin zur glaubwĂŒrdigen Kronzeugin ihrer eigenen Unschuld wird, wĂ€hrend kritische Nachfragen ausbleiben, dann hat das System versagt.

Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz mag in Deutschland fĂŒr Ordnung sorgen wollen – in den USA scheint man andere PrioritĂ€ten zu haben. Dort dĂŒrfen verurteilte StraftĂ€ter offenbar unwidersprochen ihre Version der Geschichte erzĂ€hlen, wĂ€hrend die wahren Opfer keine Stimme mehr haben. Virginia Giuffre kann sich nicht mehr wehren. Ihre Familie muss hilflos zusehen, wie das VermĂ€chtnis einer mutigen Frau mit FĂŒĂŸen getreten wird.

Wissenswertes zum Thema