
Jogginganzug am Ort des Terrors: Wie die Queer-Beauftragte der Bundesregierung Trauer zur Nebensache macht

Weniger als 24 Stunden nach dem islamistischen Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day versammelte sich die politische Prominenz der Republik im Tiergarten. Blumen, gesenkte Köpfe, betretene Mienen â und mitten in dieser Reihe eine Frau im glĂ€nzenden blauen Adidas-Trainingsanzug. Es ist ein Bild, das mehr ĂŒber den Zustand dieses Landes verrĂ€t als jede RegierungserklĂ€rung.
Sophie Koch (SPD), seit Mai 2025 Beauftragte der Bundesregierung fĂŒr die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt, erschien zur offiziellen Gedenk- und Trauerveranstaltung in Sportkleidung. Neben ihr standen Bundeskanzler Friedrich Merz, Bildungsministerin Karin Prien, Innenminister Alexander Dobrindt, Justizministerin Stefanie Hubig und die Berliner Innensenatorin Iris Spranger â alle in dunklem Zwirn, wie es sich an einem Ort gehört, an dem kurz zuvor Menschen gestorben sind. Koch war die Einzige, die aus dieser Reihe herausfiel. Das Bundesjustizministerium veröffentlichte die Aufnahmen auf X, offenbar ohne zu ahnen, welche Dokumentation der PietĂ€tlosigkeit man damit ins Netz stellte.
Ein Detail? Nein, ein Symptom
Man könnte einwenden: Kleidung sei doch Nebensache, entscheidend seien Haltung und Worte. Nur: Wer Haltung predigt, sollte sie auch zeigen können, wenn es einmal nichts kostet auĂer der MĂŒhe, ein dunkles Sakko aus dem Schrank zu holen. Ein Jogginganzug am Tatort eines Terroranschlags ist kein modisches Versehen, sondern eine Aussage â nĂ€mlich die, dass der Anlass nicht wichtig genug war, um die Routine des eigenen Tagesablaufs zu unterbrechen. Berichten zufolge habe Koch an diesem Tag ihren 33. Geburtstag gefeiert. Man mag daraus schlieĂen, was man will.
Die Rituale der Berliner Republik funktionieren mittlerweile nach festem Drehbuch: Anschlag, Betroffenheit, Blumen, Kerzen, Mahnwache, Forderung nach âklaren Zeichenâ. Koch selbst erklĂ€rte gegenĂŒber dem Rundfunk, man brauche zunĂ€chst einen Moment zum Trauern, dann aber in den kommenden Tagen deutliche Signale. GegenĂŒber dem ZDF sagte sie, der Anschlag werde der âqueeren Communityâ noch lange im GedĂ€chtnis bleiben. Auf kritische Stimmen in sozialen Netzwerken, die auf den offenkundigen Zusammenhang zwischen offenen Grenzen und importiertem Islamismus hinwiesen, reagierte sie mit dem Vorwurf des âVictim Blamingâ.
Wer benennt eigentlich die Ursache?
Genau hier liegt der Kern des Problems. Die entscheidende Frage lautet nicht, wie viele Regenbogenfahnen kĂŒnftig an RathĂ€usern flattern oder ob das Merkmal âsexuelle IdentitĂ€tâ ins Grundgesetz geschrieben wird â ein Vorhaben, das die SPD-Spitze nun mit Nachdruck wieder auf die Tagesordnung setzen will. Die entscheidende Frage lautet: Warum konnte dieser TĂ€ter ĂŒberhaupt hier sein? Kein Grundgesetzartikel der Welt hĂ€lt einen Fanatiker davon ab, ein Fahrzeug oder ein Messer als Waffe zu benutzen. Wer glaubt, ein AttentĂ€ter werde beim Studium des Artikels 3 innehalten, hat die RealitĂ€t lĂ€ngst verlassen.
Die Politik reagiert auf islamistischen Terror mit Symbolik, weil Symbolik nichts kostet â auĂer der Sicherheit der BĂŒrger.
Und noch etwas fĂ€llt auf: Die Empörungsmaschine lĂ€uft höchst selektiv. Wo waren die Kanzler, die Minister, die Beauftragten, als in anderen StĂ€dten dieses Landes Familien beerdigt wurden, deren Angehörige durch Messerstiche oder Fahrzeugattacken starben? FĂŒr viele Opfer gab es keine Staatstrauer, keine Fernsehkameras, keine Blumenreihe der Bundesregierung â höchstens ein Beileidsposting. Die BĂŒrger merken sich das. Sie merken sich, dass Trauer offenbar nach politischer Verwertbarkeit gewichtet wird. Das ist nicht nur die Auffassung unserer Redaktion, das ist die Wahrnehmung eines erheblichen Teils der Bevölkerung.
Die Ămterlandschaft des WohlfĂŒhlstaates
Koch sitzt seit 2024 im sĂ€chsischen Landtag, war zuvor Bildungsreferentin eines queeren Netzwerks in Sachsen und fĂŒhrt seit 2023 die SPD-Frauen in Dresden. Ihr Bundesamt ist im Ministerium fĂŒr Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend angesiedelt. Parallel fördert etwa das nordrhein-westfĂ€lische Familienministerium eine Meldestelle fĂŒr Queerfeindlichkeit mit ĂŒber 300.000 Euro Steuergeld â eine Einrichtung, die sich ebenfalls fĂŒr eine GrundgesetzĂ€nderung stark macht. Man leistet sich also Beauftragte, Meldestellen, Netzwerke und Kampagnen, wĂ€hrend die Polizei ĂŒber Personalmangel klagt, Gerichte ĂŒberlastet sind und die Kriminalstatistik Rekorde meldet.
Ein Staat, der Gesinnungsverwaltung ausbaut und Grenzschutz vernachlĂ€ssigt, produziert genau jene Opfer, die er hinterher betrauert. Innenminister Dobrindt hat unmissverstĂ€ndlich klargemacht, dass an der bisherigen Migrationslinie festgehalten werde. Wer also glaubt, nach diesem Anschlag folge nun ein echter Kurswechsel, dĂŒrfte erneut enttĂ€uscht werden. Ăbrig bleibt Rhetorik â und ein Jogginganzug als unfreiwilliges Sinnbild dafĂŒr, wie ernst dieser Apparat seine eigenen Rituale nimmt.
Vertrauen: die eigentliche WĂ€hrung, die hier verspielt wird
Am Ende geht es um mehr als um Stoff und Schnitt. Es geht um WĂŒrde, um Anstand, um jene traditionellen Grundtugenden, die eine Gesellschaft zusammenhalten â Respekt vor den Toten gehört dazu, ganz gleich, welcher Gruppe sie zugerechnet werden. Wer diese Tugenden zur Folklore erklĂ€rt, sollte sich nicht wundern, wenn die BĂŒrger das Vertrauen in Institutionen verlieren. Und wer sein Vertrauen in staatliche HandlungsfĂ€higkeit einmal verloren hat, sucht Halt in dem, was sich nicht durch Pressemitteilungen entwerten lĂ€sst: in Substanz, in BestĂ€ndigkeit, in echten Werten. Dass physische Edelmetalle in solchen Zeiten als krisenerprobter Baustein eines breit gestreuten Vermögens an Bedeutung gewinnen, ist keine Ăberraschung, sondern die logische Reaktion nĂŒchtern denkender Menschen.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt die Auffassung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen dar. Er ist keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung. Jeder Leser ist verpflichtet, eigene Recherchen durchzufĂŒhren und trĂ€gt fĂŒr seine Entscheidungen die volle Verantwortung selbst.
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