Kettner Edelmetalle
26.06.2025
14:15 Uhr

Islamwoche-Skandal an der Uni Kiel: Wenn Toleranz zur Selbstaufgabe wird

Die Christian-Albrechts-UniversitĂ€t zu Kiel hat sich in ein Wespennest gesetzt, das symptomatisch fĂŒr die deutsche RealitĂ€tsverweigerung im Umgang mit radikalen islamischen Strömungen steht. Eine sogenannte "Islamwoche" mit geschlechtergetrennten Sitzordnungen und einem salafistischen Redner sorgte fĂŒr Empörung – allerdings erst sechs Wochen nach der Veranstaltung. Wolfgang Bosbach, CDU-Urgestein und einer der wenigen Politiker, die noch den Mut haben, Ross und Reiter zu nennen, bringt es auf den Punkt: Deutschland habe sich "leider abgewöhnt, in diesen Dingen Klartext zu reden".

Die Doppelmoral der deutschen Toleranz

Man stelle sich vor, eine rechte Hochschulgruppe hĂ€tte eine Veranstaltung mit getrennten EingĂ€ngen fĂŒr Deutsche und Nichtdeutsche organisiert. Die mediale Empörung wĂ€re grenzenlos, ARD-Brennpunkte wĂŒrden produziert, Titelseiten wĂ€ren voll davon. Doch wenn die Islamische Hochschulgruppe Kiel (IHG) MĂ€nner und Frauen trennt und einen Redner einlĂ€dt, dessen Organisation vom Verfassungsschutz beobachtet wird, dann braucht die UniversitĂ€tsleitung sage und schreibe sechs Wochen, um den "Sachverhalt aufzuklĂ€ren".

Diese Doppelmoral offenbart die Schieflage im deutschen Diskurs. WÀhrend bei vermeintlich rechten Umtrieben sofort die Alarmglocken schrillen, wird bei islamistischen Tendenzen weggeschaut, relativiert und beschwichtigt. Die Angst vor dem Vorwurf der Islamophobie lÀhmt offenbar selbst akademische Institutionen, die eigentlich Horte der AufklÀrung und des kritischen Denkens sein sollten.

Salafismus ist keine Folklore

Sertac Obadas, der eingeladene Redner, ist CEO der Organisation "IMAN", die vom Verfassungsschutz dem salafistischen Spektrum zugeordnet wird. Bosbach stellt klar: Nicht alle der etwa 10.000 Salafisten in Deutschland seien potenzielle Terroristen. Doch die meisten TerrorverdÀchtigen der letzten Jahre hÀtten Kontakte zur salafistischen Szene gehabt. Diese Tatsache einfach zu ignorieren, grenzt an fahrlÀssige NaivitÀt.

"Keine Toleranz denen gegenĂŒber, die gar nicht daran denken, uns gegenĂŒber tolerant zu sein"

Diese Worte Bosbachs treffen den Nagel auf den Kopf. Es geht nicht um die friedliche Mehrheit der Muslime in Deutschland, die ihre Religion im Rahmen unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung praktizieren. Es geht um jene, die diese Grundordnung ablehnen und ihre eigenen, mittelalterlichen Vorstellungen durchsetzen wollen.

Die UniversitÀtsleitung versagt auf ganzer Linie

Besonders erschreckend ist die Reaktion der UniversitĂ€tsleitung. Sich nach sechs Wochen auf den Standpunkt zurĂŒckzuziehen, man habe "nur die BĂŒhne geboten", wĂ€re ein Armutszeugnis fĂŒr eine Institution, die eigentlich Verantwortung fĂŒr die ihr anvertrauten Studierenden trĂ€gt. Die IHG behauptet, die Geschlechtertrennung sei "freiwillig" gewesen. Doch wer einen salafistischen Redner einlĂ€dt, schafft ein Klima, in dem von echter Freiwilligkeit keine Rede sein kann.

MinisterprĂ€sident Daniel GĂŒnther fordert zu Recht AufklĂ€rung. Doch die Frage ist: Warum erst jetzt? Warum braucht es erst öffentlichen Druck, damit eine UniversitĂ€t erkennt, dass verfassungsfeindliche Ideologien keinen Platz in ihren RĂ€umen haben dĂŒrfen?

Die Linkspartei und das Parlamentarische Kontrollgremium

Bosbach Ă€ußerte sich auch zur anstehenden Wahl der Mitglieder fĂŒr das Parlamentarische Kontrollgremium. Seine klare Haltung: Weder AfD- noch Linkspartei-Kandidaten sollten in dieses sensible Gremium gewĂ€hlt werden. Die UnvereinbarkeitsbeschlĂŒsse der Union gegenĂŒber beiden Parteien seien richtig und mĂŒssten konsequent umgesetzt werden. Heidi Reichinnek von der Linkspartei habe sich durch ihre Äußerungen der letzten Monate fĂŒr dieses wichtige Amt disqualifiziert.

Zeit fĂŒr eine Kurskorrektur

Der Fall der "Islamwoche" an der Uni Kiel ist mehr als nur ein lokaler Skandal. Er zeigt, wie weit die Selbstaufgabe im Namen einer falsch verstandenen Toleranz bereits fortgeschritten ist. Wenn UniversitĂ€ten zu Plattformen fĂŒr verfassungsfeindliche Ideologien werden, wenn Geschlechtertrennung als "kulturelle Besonderheit" verharmlost wird, dann lĂ€uft etwas grundlegend schief in diesem Land.

Es braucht Politiker wie Wolfgang Bosbach, die den Mut haben, unbequeme Wahrheiten auszusprechen. Die große Mehrheit der Deutschen teilt diese Sorgen, traut sich aber oft nicht, sie zu artikulieren. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz tĂ€te gut daran, hier klare Kante zu zeigen. Toleranz darf niemals zur Tolerierung der Intoleranz werden. Unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung ist nicht verhandelbar – weder fĂŒr Rechtsextreme noch fĂŒr religiöse Fundamentalisten.

Die UniversitĂ€t Kiel steht nun in der Pflicht, Konsequenzen zu ziehen. Ein "Weiter so" darf es nicht geben. Deutschland muss wieder lernen, seine Werte zu verteidigen – bevor es zu spĂ€t ist.

Wissenswertes zum Thema