Kettner Edelmetalle
19.05.2026
10:11 Uhr

Indien zeigt Trump die kalte Schulter: Russisches Öl fließt weiter in den Subkontinent

Indien zeigt Trump die kalte Schulter: Russisches Öl fließt weiter in den Subkontinent

Während Washington mit erhobenem Zeigefinger droht, geht Neu-Delhi seinen eigenen Weg – und zwar konsequent. Die indische Regierung hat klargestellt, dass sie auch nach Auslaufen der US-amerikanischen Ausnahmegenehmigung unbeirrt russisches Öl beziehen wird. Eine bemerkenswerte Demonstration nationaler Souveränität, von der sich Berlin gleich mehrere Scheiben abschneiden könnte.

Klare Worte aus Neu-Delhi

„Wir haben schon vor der Ausnahmegenehmigung russisches Öl gekauft, währenddessen und auch jetzt", erklärte Sujata Sharma vom indischen Erdölministerium am Montag in einer Pressekonferenz, über die Reuters und mehrere indische Medien übereinstimmend berichteten. Eine Aussage, die in ihrer Schlichtheit kaum zu überbieten ist. Indien lasse sich, so die Beamtin, in seiner Energiepolitik nicht von politischen Stimmungsschwankungen in Washington dirigieren. Entscheidend seien wirtschaftliche Interessen und die Versorgung der eigenen Bevölkerung – ein Konzept, das hierzulande offenbar als revolutionär gilt.

„Es gibt keinen Mangel an Rohöl", so Sharma weiter. Indien habe seine Lieferungen langfristig abgesichert. Ob die US-Genehmigungen verlängert würden oder ausliefen, werde an dieser Realität nichts ändern.

Washingtons widersprüchliche Sanktionspolitik

Die USA hatten im März eine zeitlich begrenzte Ausnahme von den Russland-Sanktionen erlaubt. Verkauft werden durfte demnach russisches Öl, das bereits auf Tankern verladen war. Hintergrund waren die heftigen Turbulenzen auf den globalen Energiemärkten infolge des Krieges zwischen Israel und den USA gegen den Iran sowie die angespannte Lage rund um die strategisch enorm bedeutsame Straße von Hormus.

Im April folgte dann die Verlängerung um weitere 30 Tage – und das, obwohl Finanzminister Scott Bessent zuvor öffentlich beteuert hatte, weder für russisches noch für iranisches Öl werde eine Verlängerung gewährt. So viel zum Thema verlässliche Aussagen aus Washington. Laut AP und Bloomberg sollen mehrere asiatische Staaten massiv Druck auf die Trump-Regierung ausgeübt haben, um Treibstoff-Engpässe zu vermeiden. Aus Europa hagelte es dagegen Kritik – allen voran wegen der Befürchtung, Moskau profitiere weiterhin prächtig vom Ölgeschäft.

Indien als zentraler Abnehmer Moskaus

Inzwischen zählt Indien zu den größten Abnehmern russischen Rohöls weltweit. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs hat Neu-Delhi seine Importe aus Russland geradezu sprunghaft ausgeweitet – aus einem nüchternen Grund: Moskau bietet sein Öl mit beträchtlichen Preisnachlässen an. Reuters meldete bereits im April, dass russische Lieferungen nach Indien trotz westlicher Sanktionen nahe Rekordniveau lägen. Premierminister Narendra Modi setzt damit eine Politik fort, die das ökonomische Eigeninteresse über ideologische Loyalitätsbekundungen stellt – ein Ansatz, der dem aufstrebenden Wirtschaftsgiganten in den vergangenen Jahren beachtliche Wachstumsraten beschert hat.

Was uns das über die neue Weltordnung verrät

Der Vorgang ist mehr als eine Randnotiz. Er zeigt mit aller Deutlichkeit, dass das Zeitalter der unangefochtenen amerikanischen Sanktionsmacht zu Ende geht. Während sich Europa – und allen voran Deutschland – brav an jeder Vorgabe aus Washington abarbeitet und sich seine eigene Wirtschaft kaputtsanktioniert, agieren die aufstrebenden Mächte des Globalen Südens längst nach eigenen Spielregeln. Die BRICS-Staaten emanzipieren sich vom Dollar, sichern sich Energie zu Vorzugspreisen und treiben ihr Wirtschaftswachstum voran – während hierzulande Industriebetriebe reihenweise ins Ausland abwandern.

Indien führt vor, was nationales Eigeninteresse in der Praxis bedeutet. Eine Lektion, die in Berlin niemand hören will, die aber dringend gelernt werden müsste. Denn während Washington seine geopolitische Drohkulisse aufrechterhält und Brüssel Sanktionspakete in beeindruckender Geschwindigkeit produziert, verschieben sich die realen Energieströme der Welt. Russisches Öl findet seinen Weg – nur eben nicht mehr nach Westen.

Edelmetalle als Anker in stürmischen Zeiten

In einer Welt, in der die Energieversorgung zunehmend zum geopolitischen Spielball wird, in der Sanktionen verhängt und umgangen werden, in der das Vertrauen in Währungen und Bündnisse erodiert, gewinnt die jahrtausendealte Weisheit physischer Edelmetalle neue Aktualität. Gold und Silber kennen keine Sanktionslisten, keine Ausnahmegenehmigungen und keine politischen Kehrtwenden aus Washington. Sie sind das, was sie immer waren: ein verlässlicher Wertspeicher jenseits politischer Zugriffsmöglichkeiten – und damit eine sinnvolle Ergänzung für jedes breit aufgestellte Vermögen.

Hinweis: Der vorliegende Beitrag stellt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion dar und basiert auf den uns vorliegenden Informationen. Er ist keine Anlageberatung. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigene Recherchen anzustellen und seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich zu treffen. Für Verluste, die aus Entscheidungen auf Grundlage dieses Artikels resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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