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08.01.2026
17:05 Uhr

Humanitäre Katastrophe: Russische Angriffe stürzen Millionen Ukrainer in eisige Dunkelheit

Humanitäre Katastrophe: Russische Angriffe stürzen Millionen Ukrainer in eisige Dunkelheit

Während Europa über Klimaziele debattiert und sich in ideologischen Grabenkämpfen verliert, spielt sich in der Ukraine ein Drama ab, das die Prioritäten unserer Zeit schonungslos offenlegt. Massive Drohnen- und Raketenangriffe haben die südöstlichen Regionen des kriegsgebeutelten Landes in den vergangenen Tagen erneut schwer getroffen. In Dnipropetrowsk und Saporischschja sitzen Millionen Menschen ohne Strom, Heizung und fließendes Wasser – und das bei Temperaturen, die am kommenden Wochenende auf minus zehn Grad fallen sollen.

Gezielte Zerstörung kritischer Infrastruktur

Das ukrainische Energieministerium bestätigte, dass bei den nächtlichen Angriffen gezielt Anlagen der Energieinfrastruktur zerstört wurden. „Der Feind hat einen weiteren Schlag gegen die ukrainische Energieversorgung geführt", teilte das Ministerium mit. Die Konsequenzen sind verheerend: Krankenhäuser, Wasserwerke und Kommunikationsnetze waren vorübergehend nur noch auf Reserveenergie angewiesen. Selbst die Internet- und Wasserversorgung fielen in Teilen der Regionen vollständig aus.

Besonders dramatisch gestaltet sich die Lage in der Region Dnipropetrowsk, wo rund drei Millionen Menschen leben. In der Gebietshauptstadt Dnipro mussten sämtliche Krankenhäuser auf Generatorbetrieb umgestellt werden. Bürgermeister Borys Filatow versuchte zu beruhigen: Die medizinische Versorgung laufe weiter, es gebe ausreichende Wasservorräte. Doch mehr als eine Million Menschen harren weiterhin ohne Heizung und fließendes Wasser aus – und die Front im Donbass liegt nur etwa 150 Kilometer entfernt.

Permanenter Krisenmodus als neue Normalität

Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko sprach von einer extremen Belastung für das gesamte Energiesystem. Die Energiearbeiter würden unter extrem schwierigen Bedingungen arbeiten, um die Bevölkerung mit Licht und Wärme zu versorgen. Die winterliche Wetterlage verschärfe die ohnehin kritische Situation zusätzlich.

In Saporischschja, wo ein erheblicher Teil der Region von russischen Truppen besetzt ist, gelang es den Energieversorgern nach eigenen Angaben, die Stromversorgung innerhalb weniger Stunden größtenteils wiederherzustellen. Lokale Telegram-Kanäle berichteten jedoch, dass in einigen frontnahen Dörfern weiterhin kein Strom vorhanden sei. Die Realität vor Ort dürfte also deutlich düsterer aussehen als die offiziellen Verlautbarungen vermuten lassen.

Notmaßnahmen und verlängerte Schulferien

Um die schlimmsten Folgen abzufedern, schickte die Regierung in Kiew zusätzliche Generatoren und Reparaturteams in die betroffenen Regionen. In Dnipro wurden die Schulferien verlängert, der elektrische Nahverkehr teilweise durch Busse ersetzt, kulturelle Veranstaltungen abgesagt. Kindergärten arbeiten nur eingeschränkt, beheizte Zufluchtsorte stehen für die Bevölkerung bereit.

Maxim Timtschenko, Chef des größten ukrainischen Energieversorgers DTEK, beschrieb die Situation gegenüber der BBC als „permanenten Krisenmodus". Die Frequenz der Angriffe sei so hoch, dass kaum Zeit bleibe, die Schäden zu reparieren. Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft Moskau vor, gezielt eine humanitäre Katastrophe herbeiführen zu wollen – insbesondere in großen Industriezentren.

Droht eine neue Fluchtwelle nach Westen?

In den sozialen Medien der Ukraine wird bereits davor gewarnt, dass anhaltende Angriffe zu dieser Jahreszeit eine weitere Fluchtwelle gen Westen auslösen dürften. Eine Entwicklung, die auch Deutschland unmittelbar betreffen würde – ein Land, das bereits jetzt mit den Folgen unkontrollierter Migration kämpft und dessen Sozialsysteme an ihre Grenzen stoßen.

Die systematische Zerstörung der ukrainischen Energieinfrastruktur ist keine militärische Notwendigkeit, sondern kalkulierter Terror gegen die Zivilbevölkerung. Während der Westen weiterhin über Waffenlieferungen debattiert und sich in bürokratischen Prozessen verliert, frieren Millionen Menschen in ihren Wohnungen. Die Frage, wie lange die Ukraine diesem Zermürbungskrieg noch standhalten kann, wird mit jedem Blackout drängender.

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