
HBO Max startet in Deutschland: Noch ein Streamingdienst im übersättigten Markt

Der deutsche Streaming-Markt wird um einen weiteren Anbieter reicher – oder sollte man sagen: unübersichtlicher? Mit HBO Max drängt seit diesem Dienstag ein neuer Player auf den hiesigen Markt und verspricht, was sie alle versprechen: exklusive Inhalte, die man nirgendwo anders findet. Das Medienunternehmen Warner Bros. Discovery feiert den Start als „bedeutenden Schritt in seiner europäischen Expansion".
Ein Imperium will expandieren
Hinter dem neuen Streamingdienst steht kein Geringerer als der Medienriese Warner Bros. Discovery – ein Konglomerat, das seinesgleichen sucht. Das Filmstudio Warner Bros., der Nachrichtensender CNN, der Sportsender Eurosport und das legendäre Comic-Universum DC Comics gehören zum Portfolio. Nun also auch der direkte Zugang zum deutschen Wohnzimmer.
Der US-amerikanische Pay-TV-Sender HBO hat sich über Jahrzehnte einen Ruf erarbeitet, der in der Branche nahezu unerreicht ist. Serien wie „Die Sopranos", „Game of Thrones", „Succession" oder „The White Lotus" haben Fernsehgeschichte geschrieben und zahllose Preise eingeheimst. Diese Qualitätsmarke soll nun auch deutsche Zuschauer überzeugen.
Das Angebot zum Start
Zum Launch präsentiert HBO Max ein durchaus beachtliches Programm. Die Krankenhausserie „The Pitt", die Historienserie „The Seduction" mit der deutsch-amerikanischen Schauspielerin Diane Kruger sowie der Golden-Globes-Gewinner „One Battle After Another" stehen ab sofort zur Verfügung.
In den kommenden Wochen folgen weitere Highlights: Der mit Spannung erwartete „Game of Thrones"-Ableger „A Knight of the Seven Kingdoms" startet am 19. Januar, „Heated Rivalry" am 6. Februar. Besonders interessant für deutsche Zuschauer dürfte die erste deutsche Eigenproduktion „Banksters" sein, die am 20. Februar ihre Premiere feiert.
Preisgestaltung im Wettbewerb
Mit einem Einstiegspreis von 5,99 Euro monatlich positioniert sich HBO Max im unteren Preissegment des Streaming-Marktes. Ob dies ausreicht, um sich gegen die etablierte Konkurrenz von Netflix, Amazon Prime Video, Disney+ und zahlreichen weiteren Anbietern durchzusetzen, bleibt abzuwarten.
Die Fragmentierung des Marktes schreitet voran
Was bedeutet dieser Markteintritt für den deutschen Verbraucher? Die Antwort ist ernüchternd: noch mehr Abonnements, noch mehr monatliche Kosten, noch mehr Passwörter. Die goldenen Zeiten, in denen ein einziger Streamingdienst nahezu alle gewünschten Inhalte bot, sind längst Geschichte. Wer heute alle relevanten Serien und Filme sehen möchte, muss tief in die Tasche greifen.
Neben Deutschland ist HBO Max nun auch in Österreich, der Schweiz, Liechtenstein und Luxemburg verfügbar. Im März sollen Großbritannien und Irland folgen. Die europäische Expansion des amerikanischen Medienriesen schreitet also planmäßig voran – ob die deutschen Zuschauer dies als Bereicherung oder als weitere Belastung ihres ohnehin strapazierten Haushaltsbudgets empfinden, steht auf einem anderen Blatt.
In Zeiten steigender Lebenshaltungskosten und einer wirtschaftlich angespannten Lage dürfte sich mancher Haushalt die Frage stellen, wie viele Streaming-Abonnements er sich tatsächlich noch leisten kann und will.
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