Kettner Edelmetalle
02.09.2025
11:57 Uhr

Goldpreis-September: Zwischen historischen Mustern und neuen Rekorden

Der September hat begonnen, und mit ihm rĂŒckt eine spannende Frage in den Fokus der Edelmetallanleger: Wird der Goldpreis seine beeindruckende Rallye fortsetzen oder droht eine herbstliche ErnĂŒchterung? Ein Blick auf die historischen Daten und aktuellen Entwicklungen zeigt ein faszinierendes Bild, das jeden vernĂŒnftigen Anleger aufhorchen lassen sollte.

Goldene Zeiten trotz politischem Chaos

Mit einem Kurs von 3.429,15 US-Dollar pro Unze startete das gelbe Edelmetall in den September – ein Niveau, das noch vor wenigen Jahren als utopisch gegolten hĂ€tte. Besonders bemerkenswert: Auf Euro-Basis konnte Gold innerhalb eines Jahres um satte 29 Prozent zulegen. Das sind 668 Euro mehr pro Unze als noch im Vorjahr. WĂ€hrend die Ampel-Koalition spektakulĂ€r scheiterte und die neue Große Koalition unter Friedrich Merz bereits ihre ersten Wahlversprechen bricht – man denke nur an das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen trotz Schuldenbremsen-Gelöbnis –, suchen kluge Anleger Schutz in bewĂ€hrten Sachwerten.

Die offizielle Inflationsrate von 2,2 Prozent im August mag beruhigend klingen, doch wer regelmĂ€ĂŸig einkaufen geht, weiß: Die RealitĂ€t sieht anders aus. Gold hingegen lieferte mit seiner Performance einen echten Vermögensschutz, der weit ĂŒber einen bloßen Inflationsausgleich hinausgeht.

September – Monat der Extreme

Historisch betrachtet gehört der September nicht zu den stĂ€rksten Goldmonaten. Mit einem durchschnittlichen Kursgewinn von lediglich 0,66 Prozent seit 1970 landet er nur auf Platz sechs der Jahresrangliste. Doch diese Durchschnittswerte tĂ€uschen ĂŒber die wahre Natur dieses Monats hinweg: Der September ist ein Monat der Extreme.

Erst im vergangenen Jahr wurde eine zehnjĂ€hrige Verlustserie durchbrochen – mit einem beachtlichen Plus von 3,8 Prozent. Es war die beste September-Performance seit 2012, als die Euro-Krise ihren Höhepunkt erreichte und Mario Draghi mit seinem berĂŒchtigten "Whatever it takes" die Geldschleusen öffnete. Eine Politik, deren Folgen wir heute in Form galoppierender Inflation und Vermögensentwertung bitter zu spĂŒren bekommen.

Lehman-Schock als LehrstĂŒck

Besonders eindrucksvoll zeigt sich die Schutzfunktion von Gold in Krisenzeiten am Beispiel des September 2008. Als die Lehman Brothers-Pleite die FinanzmĂ€rkte erschĂŒtterte, schoss der Goldpreis an einem einzigen Tag um 100 US-Dollar nach oben. Der Monat endete mit einem Plus von ĂŒber 10 Prozent – wĂ€hrend Aktienanleger ihr blaues Wunder erlebten.

Die historischen Extremwerte sprechen eine deutliche Sprache: Die besten September-Monate brachten Kursgewinne von bis zu 19,52 Prozent (1979), wĂ€hrend die schlechtesten Verluste von ĂŒber 11 Prozent (1975) mit sich brachten. Diese VolatilitĂ€t mag manchen nervös machen, doch sie zeigt auch: In Zeiten fundamentaler Verwerfungen kann Gold seine wahre StĂ€rke ausspielen.

Warum Gold gerade jetzt unverzichtbar ist

Die aktuelle Weltlage schreit geradezu nach einem sicheren Hafen. Donald Trumps Zollpolitik mit AufschlĂ€gen von bis zu 34 Prozent auf chinesische Importe droht eine neue Inflationswelle auszulösen. Der Ukraine-Krieg schwelt weiter, im Nahen Osten eskaliert die Lage zwischen Israel und dem Iran dramatisch. Und in Deutschland? Da plant die neue Regierung munter weitere Schuldenorgien, wĂ€hrend die KriminalitĂ€t auf Rekordniveau steigt und die BĂŒrger sich zunehmend unsicher fĂŒhlen.

In diesem Umfeld erscheint die Anlage in physisches Gold nicht als spekulative Wette, sondern als vernĂŒnftige Vermögenssicherung. WĂ€hrend Papiergeld beliebig vermehrt werden kann – und wird –, bleibt Gold knapp und begehrt. Es kennt keine Insolvenz, keine WĂ€hrungsreform und keine politischen Manipulationen.

Die richtige Strategie fĂŒr turbulente Zeiten

Kluge Anleger nutzen die September-VolatilitĂ€t zu ihrem Vorteil. Statt auf kurzfristige Spekulationen zu setzen, empfiehlt sich der kontinuierliche Aufbau eines soliden Edelmetallbestands. Physisches Gold in Form von Barren und MĂŒnzen sollte dabei den Kern bilden – keine Zertifikate, keine ETFs, sondern echtes Metall, das man in den HĂ€nden halten kann.

Die Geschichte lehrt uns: Wer in Krisenzeiten auf Sachwerte setzt, wird belohnt. Wer hingegen den Versprechungen der Politik glaubt – sei es "Whatever it takes" oder "keine neuen Schulden" –, zahlt am Ende die Zeche. Der September mag statistisch kein Spitzenmonat fĂŒr Gold sein, doch in Zeiten wie diesen zĂ€hlen nicht Durchschnittswerte, sondern fundamentale Sicherheit.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger muss seine Investitionsentscheidungen selbst treffen und trĂ€gt die volle Verantwortung fĂŒr seine Anlageentscheidungen. Wir empfehlen, sich umfassend zu informieren und gegebenenfalls professionellen Rat einzuholen.

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